Battlefield 1: "Die Einzelspieler-Kampagne ist ein einziges Lügenmärchen - wunderschön und hirnrissig" - Kolumne

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Battlefield 1: "Die Einzelspieler-Kampagne ist ein einziges Lügenmärchen - wunderschön und hirnrissig" - Kolumne
Quelle: Electronic Arts

In seiner Kolumne wirft PC Games Redakteur Peter Bathge einen kritischen Blick auf die fünf Kriegsgeschichten des Einzelspieler-Modus. Liefert Dice bei seinem x-ten Multiplayer-Shooter Battlefield 1 endlich mal eine gelungene Kampagne für Solo-Fans ab?

Das waren noch echte Helden! Damals, im Ersten Weltkrieg, rannte der Uropa noch in voller Plattenrüstung und dickem MG im Laufschritt die Alpen hoch. Da erwiesen sich Panzerfahrer als Scharfschützen sowie gewitzte Schleicher und verwegene Luftpiloten sprangen aus großer Höhe von explodierenden Zeppelinen ins Wasser der Themse.

Der Große Krieg diente als Leinwand für die Heldentaten der Entente aus USA, Großbritannien, Frankreich (bitte auf DLC warten!), Russland (DLC #2!) und Italien, deren Streitkräfte sich mutig (und im Falle von Italien und USA erst spät) den bösen Ambitionen der Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn entgegenstellten. Es war eine aufregende Zeit. Eine Zeit der Helden - auf Seite der Entente. Eine Zeit, die sich nach sechs Stunden auch schon wieder dem Ende neigt. Zumindest in der Einzelspielerkampagne von Battlefield 1, einem der - trotz aller Fehler - besseren Solo-Modi, die Entwickler Dice bislang zusammengezimmert hat.

Aber ist das mit Blick auf solch groteske Enttäuschungen wie Battlefield 4 und Battlefield Hardline wirklich eine Auszeichnung? Grafisch ist die Battlefield 1-Kampagne über alle Zweifel erhaben. Quelle: PC Games Grafisch ist die Battlefield 1-Kampagne über alle Zweifel erhaben.

Schwindler der Lüfte

Die Battlefield 1-Solokampagne bietet fünf Feldzüge, die kurze Geschichten aus dem Ersten Weltkrieg erzählen, der zwischen 1914 und 1918 tobte. Zumindest beim Datum sind sich Historiker und Dice einig. Ansonsten jedoch weist die Darstellung des globalen Konflikts so einige Mängel auf. Das wird teilweise damit erklärt, dass es sich zumindest in einer der Kampagnen um einen unzuverlässigen Erzähler handelt: Ein schwindelnder US-Pilot mogelt sich in ein britisches Jagdgeschwader und läuft unter anderem auf brennenden Zeppelinen herum.

Das mag gerade noch als Feigenblatt für den Hang zum Bombastischen durchgehen, der Dices Battlefield 1-Kampagne durchzieht wie bislang jeden Militär-Shooter seit Call of Duty 4: Modern Warfare. Doch in Verbindung mit dem von Dice selbst propagierten Anspruch, Schrecken und Opfer des Ersten Weltkriegs in Battlefield 1 zu würdigen, zerstört ein solch übersteigerter Hollywood-"Realismus" jedwede Glaubwürdigkeit. Genau wie die unangebrachten Twitter-Meldungen des Entwicklers offenbart das Prinzip "Am Ende soll es eben doch Spaß machen" von Battlefield 1, dass die Schweden von Dice kein wirkliches Interesse an einer authentischen Darstellung des Ersten Weltkriegs haben. Ihr Battlefield 1 könnte genauso gut in einem Science-Fiction- oder Steampunk-Universum spielen.

Battlefield 1-Kampagne: Science-Fiction

Dice erzählt in der Solo-Kampagne seines herausragenden Multiplayer-Shooters eine Fantasie-Version des Ersten Weltkriegs. Dabei sucht sich das Studio bereits die Endphase des gigantischen, menschenunwürdigen Konflikts als Setting aus - und stößt bei der Umsetzung des aus Gameplay-Sicht notorisch langweiligen Grabenkampfes dennoch schnell an die Grenzen der Machbarkeit, wenn es um die Erfordernisse heutiger, für den Massenmarkt gedachter Ego-Shooter geht. Ergo erfinden die Schweden so manches dazu. Panzer spielen eine viel größere Rolle als in der tatsächlichen Geschichte und jeder zweite Soldat trägt automatische Maschinenpistolen mit sich herum, weil die viel "spaßiger" sind als historisch korrekte Schießgewehre. Prototypwaffen werden de facto zum Standard gemacht. Artillerie und Giftgas spielen in der Kampagne keine große Rolle, der oftmals sinnlose Verschleiß riesiger Battallione im zum Stillstand verdammten Krieg an der Westfront weicht wegen fehlendem "Sexappeal" schnell dem aus anderen Shootern bekannten Rambo-Vorgehen.

Es ist schon kurios und auch ein bisschen traurig: Der Erste Weltkrieg ist gerade dafür bekannt, dass er den einzelnen Fußsoldaten durch einen bis dato ungekannten Grad der Grausamkeit sowie durch großflächige Vernichtung (Stichworte: Artillerie, Giftgas) nahezu bedeutungslos und gleichzeitig entmenschlicht hat. Und gerade in diesem so fürchterlichen Konflikt, bei dem Millionen Soldaten ALLER Kriegsteilnehmer in sinnentleerten Materialschlachten einen auf dieser Skala zuvor unerreichten Tod starben, ausgerechnet hier besinnt sich Dice bei Battlefield 1 auf die simpelste Macho-Gangart, die das Genre der Ego-Shooter zu bieten hat.

Beispielhaft dafür steht die (nur zwei Missionen kurze) Italien-Kampagne. Die Rahmenhandlung um einen Kriegsveteran im Gespräch mit seiner Tochter lässt erkennen, dass zumindest der ein oder andere Story-Autor bei Dice versucht hat, das Geschehen auf dem Bildschirm mit halbwegs gefühlvollen Zwischensequenzen und dem nötigen Ernst zu begleiten. Doch jedwede Sympathie für das Schicksal der beiden Brüder, die im Zentrum des Mini-Feldzugs stehen, geht unweigerlich beim Start der eigentlichen Action flöten. Denn dann steckt man als eine Art Steampunk-Soldat in einer Rüstung, die auf magische Weise gegnerische Kugeln stoppt. Was für ein unsäglicher Quatsch!

Und als wäre die Quasi-Unsterblichkeit des "Helden" in dieser Szene nicht genug, mäht er die Widersacher nicht nur wie ein gefühlskalter Terminator im Dutzend nieder, nein, er scheint in seiner Bewegungsfreiheit weder von der Rüstung noch von dem riesigen Maschinengewehr in seinen Armen mit praktisch unbegrenzter Munition in irgendeiner Weise eingeschränkt zu sein. Tatsächlich rennt der Protagonist auf Knopfdruck genauso schnell wie jeder andere spielbare Soldat in Battlefield 1 über das Schlachtfeld - und kapituliert dabei nicht einmal vor steilen Anstiegen an den Hängen der Alpen. Selbst ein Call of Duty (in diesem Fall Modern Warfare 3) verringert bei so einer offensichtlich aufs stumpfe Abschlachten ausgelegten Szene zumindest die Bewegungsgeschwindigkeit des (im Fall von Call of Duty mit Kevlar und nicht Metall) geschützten "Tank"-Charakters, um das Ganze nicht der Lächerlicheit preiszugeben.

Die Battlefield 1-Designer scheinen bei diesem Auftrag jedoch gar nicht erst auf den Gedanken gekommen zu sein, dass das hier Gespielte kurios oder dämlich wirken könnte - auch dann nicht, als der italienische Protagonist im Alleingang mehrere Flakstellungen aushebt, eine ganze Fliegerstaffel vom Himmel schießt und schließlich selbst den Einschlag einer Bombe unversehrt übersteht. Denn dieser abstruse Handlungsablauf wird völlig ernst kommentiert. Die Musik schwillt dramatisch an und das Spiel scheint zu erwarten, dass man als Spieler mit Tränen in den Augen vor dem Monitor sitzt, weil einem die Geschichte um die zwei Brüder doch besonders nahe gehen muss. Ganz falsch liegen sie da wohl auch nicht, ich zumindest saß tatsächlich mit Pipi in den Augen da - vor lauter ungläubigem Lachen über dieses schräge Missionsdesign.

WW1 in Battlefield 1: Wie der Zweite Weltkrieg ohne Nazis

Brillante Idee: Als Brieftaube in Richtung Heimat segeln. Dumm: Der Brieftaube wird befohlen, gefälligst wieder ins Kriegsgebiet zurückzukehren, wenn sie zu weit nach links oder rechts fliegt. Quelle: PC Games Brillante Idee: Als Brieftaube in Richtung Heimat segeln. Dumm: Der Brieftaube wird befohlen, gefälligst wieder ins Kriegsgebiet zurückzukehren, wenn sie zu weit nach links oder rechts fliegt. Dass die Battlefield 1-Mischung aus Pathos und makelloser Präsentation auch die "richtige" Art von Gefühlen hervorrufen kann, zeigt der Anfang der Solo-Kampagne. Der Prolog gehört vielleicht zu den größten Überraschungen in einem Militär-Shooter seit der kontroversen "No Russian"-Mission aus Call of Duty: Modern Warfare 2.

"Es wird nicht erwartet, dass Sie überleben" - dieser Satz zu Beginn der mehrteiligen Einstiegsmission und die folgenden Minuten machen Hoffnung auf ein Battlefield 1, das den Krieg einmal von einer anderen Seite als aus dem ewig gleichen "Ballern macht Spaß"-Winkel betrachtet. Es stellt Genre-Konventionen clever auf den Kopf und macht das Leiden der Kriegsteilnehmer zumindest ansatzweise greifbar. Als ich in einer Mondkraterlandschaft aus Schlamm, Ruinen und abgefackelten Bäumen verzweifelte Abwehrgefechte führte und nach dem unweigerlichen Exitus des Protagonisten dessen Namen und (depremierend junges) Todesalter angezeigt bekam, glaubte ich tatsächlich eine Weile daran, dass Dice etwas ähnliche Beeindruckendes abliefern könnte wie Ubisoft Montpellier mit Valiant Hearts: The Great War.

Doch dafür hätte Battlefield 1-Entwickler Dice das Szenario ernst nehmen müssen. Hätte - und das ist einer der Kardinalfehler der Solo-Kampagne - den Krieg von beiden Seiten zeigen müssen. "Erlebe in Battlefield 1 das ganze Ausmaß des Ersten Krieges", so lautet ein Spruch aus der offiziellen Werbekampagne von Publisher Electronic Arts. Mal ganz unabhängig von der Pietätslosigkeit einer solch "verlockenden" Aussicht: Das Versprechen wird schlicht nicht erfüllt. In Battlefield 1 fehlt die Hälfte, nein drei Viertel des Krieges. Denn nicht nur werden Deutsche, Österreich-Ungarn und Ottomanen auf anonyme Feindbilder reduziert. Nein, mit Russland und Frankreich fehlen auch zwei Kräfte der Entente, was gerade im Fall von Frankreich ironisch ist - schließlich spielen gleich mehrere Missionen der Solo-Kampagne auf französischem Boden. Doch Dice verdreht die historischen Fakten und lässt ausnahmslos Briten und US-Amerikaner aufmarschieren. Vereinzelt dürfen auch australische Streitkräfte und ein paar arabaische Nomaden den Kampf gegen die vermeintlichen Unterdrücker aufnehmen, das war's aber auch schon.
Wundervoll in seiner virtuellen Grausamkeit: Der Battlefield 1-Prolog weckt Hoffnungen. Quelle: PC Games Wundervoll in seiner virtuellen Grausamkeit: Der Battlefield 1-Prolog weckt Hoffnungen. Dabei böte das Kriegsszenario doch so viele tolle Möglichkeiten, das "Schieß-Bumm-Tod"-Genre zu revolutionieren. Wieso beim Prolog nicht gleich zwischen Soldaten auf beiden Seiten des Konflikts springen, um die Natur des großen Gleichmachers (=Tod) zu ergründen? Warum den Spieler nicht mit dem Dilemma eines Gegners konfrontieren, der sich ergibt? Doch Dice vergeudet seine famose Frostbite-Engine, den grandiosen Sound, das exzellente Schussgefühl - alles wird auf dem Altar des Bombast-Gottes für große "AAA"-Produktionen geopfert. Was dafür verloren geht, ist der zentrale Bestandteil des Krieges, das verweifelte Ringen ums Überleben. Warum sich nicht mit der Sinnlosigkeit des modernen Waffengangs auseinandersetzen, bei dem zumeist junge Menschen zu Hunderttausenden aufgrund machtpolitischer oder ideologischer Überlegungen in den Fleischwolf geworfen wurden? Die erschreckend hohen Opferzahlen des Ersten Weltkriegs führten dazu, dass Millionen junger Männer als "Verlorene Generation" in die Geschichte eingingen. Er machte Feinde aus Menschen, die unter anderen Umständen Freunde hätten sein können.

Aber Dice schreckt mit der Battlefield 1-Kampagne vor all diesen spannenden Themen zurück. Stattdessen wird die x-te interaktive Machtfantasie erzählt. Der Spieler ist der Held, der Krieg ein großer Abenteuerspielplatz, die Feinde sind diesmal zwar keine Nazis, aber wieder nur gesichtslose Massenware. Und die Soldaten der englischsprachigen Welt dürfen sich als Sieger fühlen. Historische Genauigkeit? Wen juckt's?

Ungewohnte Shooter-Freiheiten

Während Dice bei der Authenzität geschlampt und die Story-Autoren für den Großteil der Battlefield 1-Produktion wohl Urlaub gemacht haben, kann mich die Solo-Kampagne doch zumindest in einem Punkt fernab der tadellosen Präsentation ansatzweise überzeugen: beim Gameplay. Militär-Shooter wie Battlefield 4 oder das erste Homefront kranken ja gern mal an etwas, das ich "Kühlschrank-Syndrom" nenne: Der Spielavatar, angeblich ein bärenstarker, ultrageschickter und äußerst erfahrener Kriegssoldat, ist nicht in der Lage, ein den Pfad versperrenden Objekt umzuschubsen - dafür braucht er einen NPC-Kameraden, der skriptgesteuert dieses Hindernis aus dem Weg räumt. In Homefront war es (unter anderem) der namensgebende Kühlschrank, bei vielen anderen Shootern sind es Türen, die trotz aller Anstrengungen des Helden auf magische Weise verschlossen bleiben, die aber sofort aufspringen, wenn der KI-Begleiter die Klinke in die Hand nimmt.

Spielerisch gewährt Dice dem Spieler im Battlefield 1-Feldzug eine Menge Freiheiten. Quelle: PC Games Spielerisch gewährt Dice dem Spieler im Battlefield 1-Feldzug eine Menge Freiheiten. Bei Battlefield 1 gibt's weder Kühlschränke noch Türen, die solch unüberwindbare Hindernisse für den Protagonisten darstellen, und somit gibt es auch keine unglaubwürdigen Barrieren, an denen der Spieler verzweifeln könnte. Mal abgesehen vom wie immer eng eingegrenzten "Kriegsgebiet", bei dem eine Grenzüberschreitung zur "Kehren Sie sofort zurück!"-Aufforderung und einem drohend blinkenden Countdown mit anschließendem Exitus der virtuellen Spielfigur führt. Abgesehen von dieser künstlichen Einschränkung muss ich Battlefield 1 loben: Die Levels sind teilweise nicht nur riesig (siehe die mittlere Mission in der Kampagne mit Lawrence von Arabien), sondern geben dem Spieler auch vergleichsweise viel Freiheit, wie er seine Aufgaben angeht. Zugegeben, viel dieser Freiheit - etwa die Entscheidung "Schleichen ja/nein" - rührt von der behämmerten Gegner-KI her. Aber gut, der Gedanke zählt.

Und dann gibt es zwischendurch ja auch immer wieder atmosphärisch starke Szenen, bei denen man in Zusammenhang mit dem vermissten Anti-Kriegs-Kommentar denkt: "Ja, ja, gleich geht's los, noch ein bisschen, fast Dice, fast ..." Ein atemloser Sprint durch das sogenannte No Man's Land zwischen deutschen und britischen Schützengräben gehört dazu. Auch das Miteinander der (klischeehaften) Charaktere im Panzer der ersten Kampagne zeigt gute Ansätze. Damit hat Battlefield 1 schon weitaus mehr zu bieten als der Battlefield 4-Clusterfuck oder der müde Polizei-Ableger Hardline. Aber ein richtig starker Einzelspieler-Titel ist auch der neueste Teil der Multiplayer-Shooter-Serie nicht geworden. Vielleicht sollte Dice einfach mal ein paar begabte Story-Autoren anheuern? Aber was rede ich da, mir würde ja schon der ein oder andere Fachkundige mit Expertenwissen genügen ...

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    • Kommentare (63)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von LambertHos NPC
        Stimme dem Beitrag voll zu. Gerade bei der italienischen Kampagne hatte ich genau die gleichen Gedanken .
      • Von LambertHos NPC
        Stimme dem Beitrag voll zu. Gerade bei der italienischen Kampagne hatte ich genau die gleichen Gedanken .
      • Von Alreech Hobby-Spieler/in
        Zitat von Bevier
        Der Kommentar trifft ziemlich genau meine zynische Meinung zu solchen "Kriegsspielchen". Es wäre so viel Potential da gewesen, den Krieg als das darzustellen, was er ist/war: menschenverachtendes Schlachten. Was wurde daraus gemacht? Ein Aufmarsch heldenhafter US-Amerikaner (Briten sind ja in den Augen Amerikas auch nur bedeutungsloses Beiwerk, bzw. letztlich das Gleiche, sprechen schließlich die selbe Sprache), die mal wieder die bösen Deutschen und Moslems niedermachen. Wie es sich für gute Amis gehört! -.-
        Ich kann mich nicht erinnern das im ersten Weltkrieg Amis die bösen Moslems niedergemacht haben.
        Beim arabischen Aufstand haben gute arabische Muslime die sich streng am Vorbild des Propheten orientiert haben gegen schlechte, rakitrinkende und tabakrauchende türkische Muslime gekämpft.

        Zitat von Bevier
        Natürlich bleibt es ein Spiel und ich gönne jedem seinen Spaß daran aber wenn Menschen Spaß am Krieg empfinden, muss man sich nicht fragen, was sie noch von einem Weiteren abhält oder warum die Bereitschaft in den USA für immer neue kriegerische Einsätze stetig steigt? Das selbst Friedensnobelpreisträger (Obama) Soldaten in den sicheren Tod schicken, stellt doch das gestörte Verhältnis der Amis zu dem Thema dar...
        Wenn man eines Obama nicht vorwerfen kann, dann das er US-Soldaten in den sicheren Tod geschickt hat.
        Immerhin hat er die Bodenkriege durch einen Drohnenkrieg ersetzt, was die eigenen Truppen schont und verhindert das man sich mit Gefangenen rumschlagen muß.
        Und durch den Abzug der meisten US Truppen aus dem Irak hat er dafür gesorgt das dort wieder Friede & Freude herrschen...
      • Von NOT-Meludan Spiele-Enthusiast/in
        Ja, der Singleplayer fing gut an. Man hielt seine Stellung, starb und kam in die nächste Stellung. Gut, das Ende vom Prolog war zu erwarten, aber okay.
        Danach ging es steil bergab. Was mir auch etwas "aufstößt" das die Geschichten größtenteils nur 1918 spielen, wo der Krieg faktisch schon fast gelaufen war.

        Ich vermisse da Ereignisse, wie die Schlacht der der Somme (~1Mio Tote), Brussilow-Offensive (~1,5Mio Tote), Schlacht um Verdun (0,5Mio Tote) und und und

        Und im Multiplayer findet man da auch keine Schlachten in den vorherigen Jahren, auch nicht Gallipoli(!) sondern nur 1918er Schlachten.
        Da hat DICE extrem viel Potential verschwendet und die "Deutschen" sind alle gleich stumpf dargestellt. Nicht einmal eine Legende wie Manfred von Richthofen kommt in dem Spiel vor. :-B

        Ich erwarte ja keinen genauen Geschichtsunterricht, aber etwas mehr Differenzierung wäre doch nicht schlecht gewesen. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

        Und das ganze zieht sich auch durch die Operations im Multiplayer. Gerade da wären frühere Schlachten interessant gewesen. Und die "was wäre wenn"-Szenarien am Ende der Operations hätten da noch mehr Möglichkeiten geboten.
        War DICE zu geizig sich ein paar Fachexperten zu Rate zu ziehen? ;-)

        So gut, das Spiel auch ist, es ist nicht so überragend, wie viele meinen. Momentan verleiden mir jede Menge Bugs das Spiel, so dass ich es erstmal weg lege, bis der nächste Patch Verbesserung bringt. :-B
      • Von Honigpumpe Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von xNomAnorx
        Es sind gerade die Spiele, die mehr bieten als das, die in Erinnerung bleiben. Spec Ops: The Line u.a. Spiele, die mich wirklich zum Denken anregen und Emotionen in mir auslösen. Leider sind solche Spiele dünn gesäht.
        "Spec Ops: The Line" fällt mir in dem Zusammenhang auch ein. Da habe ich damals die Demo gespielt. Wie gesagt, ich spiele nicht gerne Uniform-Spiele, aber die vielen positiven Kritiken hatten mich doch neugierig gemacht, wenigstens mal die Demo durchzuspielen. Wie hier das Thema Krieg behandelt wird, damit kann ich leben. Hier wurde eine gute Balance zwischen Spielspaß und der nötigen Ernsthaftigkeit gefunden. Hau-drauf-Pathos und fanfarenhaften Patriotismus gibt es hier nicht. Wenn ich von großen Kriegern höre, muß ich immer an Yoda denken: "Groß machen Kriege niemanden." Er läßt nur seelische Krüppel zurück.
      • Von Malfoy74 NPC
        Unheimlich treffender Kommentar. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, da er genau das widerspiegelt, was ich beim Spielen der Kampagne empfunden habe.

        Um so mehr Spaß macht es mir mittlerweile, mir im Rahmen der Multiplayer-Partien eigene Geschichten auszudenken. Zum Beispiel mit ein paar Gefährten den Außenposten "G" in der Sinai-Wüste zu erobern und zu halten. Ein paar Patrouillen-Ritte durch die morgendliche Wüste. Klar, das ist auch romantische Verklärung eines schlimmen Krieges. Aber zehnmal besser als diese vor Hollywood-Pathos triefende, einseitige DICE-Kampagne. Vielleicht hätten die Schweden mal jemanden einstellen sollen, der von dem Sujet ein wenig Ahnung hat. Oder zumindest ein paar gute Filme zu dem Thema kennt, die die Stimmung der Zeit weitaus besser einfangen als der Mist, den DICE da zusammengestückelt hat. Wie "Blue Max", "Im Westen nichts Neues", "Lawrence von Arabien" oder "Gallipoli", um nur eine bescheidene Auswahl zu nennen.

        Morgendliche Patrouillenflüge über die Schlachtfelder, der berittene Sturm auf Aqaba, die weihnachtliche Verbrüderung in den Schützengräben - das wären Szenen, die hätten ins Spiel gemusst. Schade, Chance vertan. Der von Peter genannte Ubisoft-Titel "Valiant Hearts" fängt die Stimmung dieses Krieges wirklich zehnmal besser ein.
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