Stein des Anstoßes
Am 27. November wurde der leidgeprüfte Anstoß-Fanblock von einer neuen Hiobsbotschaft aufgeschreckt: "Aufgrund eines Antrages auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Auslieferung von Anstoß 4 durch unseren Mitwettbewerber Electronic Arts haben wir die laufende Auslieferung von Anstoß 4 gestoppt", hieß es auf der Website von Ascaron. Was war passiert? In einer Pressemeldung begründete Electronic Arts, der Macher des Anstoß-Konkurrenten Fußballmanager 2003, das Verfahren: "Wir sind darauf aufmerksam gemacht worden, dass der Datenbank-Editor zu Ascarons neuestem Titel identische Daten aus unserer eigenen Datenbank enthält.
Interne Recherchen bestätigten den Verdacht." Hatten die Anstoß-Entwickler sich also die lizenzierten Spielerdaten des Rivalen einfach geklaut? Ascarons Sprecher Bernd Almstedt weist das zurück, geht sogar zum Gegenangriff über: "Die von EA beanstandeten Daten waren für uns und für Anstoß 4 völlig unbedeutend. Meiner Meinung nach lässt das unwürdige Verhalten von EA nur den Schluss zu, dass man sich der Schwächen seines eigenen, mit hohen Kosten beworbenen Produktes, sehr wohl bewusst ist und man deshalb mit allen verfügbaren, auch sehr fragwürdigen, Mitteln den Release unseres Top-Titels Anstoß 4 zu verhindern versucht." "Unwürdig" war Almstedts Meinung nach vor allem die Tatsache, dass Electronic Arts den Antrag auf einstweilige Verfügung bereits am 22.11. eingereicht hatte, Ascaron aber erst am 26.11., zwei Tage vor der gerichtlichen Anhörung, Gelegenheit zur Reaktion gegeben habe.
Nachdem die beiden Parteien einem außergerichtlichen Vergleich zugestimmt hatten und Ascaron die beanstandete Version zurückgezogen hatte und eine neue produzieren ließ, kochte die Volksseele in den Internetforen hoch. "Scheiß EA!" gehörte noch zu den gemäßigten Kommentaren. Der Verdacht: Electronic Arts habe die Vorwürfe absichtlich zurückgehalten, um den Mitbewerbern maximalen finanziellen Schaden zuzufügen (durch die Rückrufaktion entstanden Ascaron über 160.000 Euro Kosten.) EAs Entwicklungs-Chef Jörg Rohrer widerspricht: "Wenn wir Ascaron wirklich hätten schaden wollen, hätten wir gewartet, bis das Produkt veröffentlicht war und sie dann verklagt. Wir wollten nur sicher gehen, dass Anstoß 4 nicht mit unseren Daten erscheint."
Und was ist nun dran am Diebstahlsvorwurf? Fest steht, dass Electronic Arts dank der teuren FIFA-Lizenz sowohl im Fußballmanager 2003 als auch im wenige Wochen zuvor erschienenen britischen Gegenstück Total Club Manager 2003 die Originaldaten zu über 25.000 Spieler internationaler Ligen verwendet, darunter Positionen, Rückennummern, Namen, Nationalitäten. Fest steht auch, dass einige dieser Daten in der beanstandeten Version von Anstoß 4 auftauchen, die PC Games vorliegt. So sind alle Spieler der holländischen Nationalmannschaft im FM 2003 und TCM 2003 als "zurückgetreten" markiert - bei Anstoß 4 auch. Das Standard-Geburtsdatum, das EA zunächst für alle Kicker verwendet, der 5. März 1970 (Geburtstag von FM-Chefprogrammierer Rolf Langenberg, zuvor mit Gerald Köhler bei Ascaron), taucht auch in Anstoß 4 bei vielen Spielern auf, bei denen EA schlichtweg vergessen hatte, es anzupassen. Erfundene oder unabsichtlich falsch eingetragene Daten sind bei Anstoß 4 gleich - so war es den Programmierern von EA nicht möglich, einige Geburtstage von Mitgliedern der griechischen Zweitliga zu recherchieren. Die Liste der Übereinstimmungen umfasst laut EA 50 DIN-A4-Seiten - zu viel für einen Zufall?

Kindergarten !!! Sagt einiges über das Niveau und den Stil aus, der in der Wirtschaft so üblich ist.
Was ich nicht verstehe ist, warum Ascaron so heiß darauf war ein unfertiges Spiel rauszubringen. Sie hätten doch mit dem Prozeß Zeit gewinnen können, dass Spiel zu Ende programmieren - zeitgleich sind alle auf EA sauer und kaufen kein FM03 - und dann einen wirklichen Toptitel rausbringen.
Und so müssen sie jetzt halt die ganze Grafikabteilung entlassen. Wobei, um noch mal auf den Artikel einzugehen, ich es schon sehr witzig finde, wie der Hr. Almstedt (würde gerne wissen, was der für ne Ausbildung hat) seinen "Toptitel" preist. Ich nehme an, er hat ihn nicht gespielt ...
Wenn Ascaron wirklich Mist gebaut hat, dannwar die Klage auch voll OK! Ist doch klar, dass EA das für sich ausnutzt und dem Konkurrenten die Klage zu einem äußest ungünstigen Zeitpunkt serviert - Ascaron hätte doch umgekehrt ebenso gehandelt! Auf der anderen Seite ist doch aber nicht die Klage von EA, sondern das Klagen der vielen A4-Käufer (und PR,...) das größte Problem von Ascaron! Mit A4 (Bugs, aber auch dem Spiel an sich) hat sich Ascaron selbst eher geschadet, denn es ist, selbst wenn es mal bugfrei laufen sollte, eines A4 nicht wirklich würdig!
Ascaron befindet sich in einer Art Teufelskreis - man muss Hits produzieren mit kleinen Mitteln, bugfrei und möglichst schnell. Dabei legt man meist unsinnigerweise zu viel Wert auf 'schnell', denn ein liebevoll designtes A4 mit mehr Spieltiefe und gutem Betatest wäre auch dementsprechend gewürdigt worden...
So aber geht es mit Ascaron stetig abwärts...schade eigentlich!
Daher finde ich es von Ea unnötig zu klagen da vernünftige Käufer sowieso zu EA´s Fußballmanager greifen werden !!!