Starcraft 2: Novas Geheimmissionen - Blizzards aufwendige Episoden-Kampagne im Test (Update mit Kapitel 2)
Kehrtwende bei Blizzard: Mit Starcraft 2: Novas Geheimmissionen legen die Kalifornier erstmals eine reine Einzelspieler-Erweiterung hin - noch dazu im Episodenformat. Ob sich der Einsatz lohnt, klärt unser Test des ersten und zweiten Missionspaketes.
Vor ein paar Jahren wär's noch undenkbar gewesen: Blizzard traut sich an das Episodenformat! Damit wagt die Firma einen weiteren Schritt weg vom alten Image, das fast zwei Jahrzehnte von großen Releases und ewigen Terminverschiebungen geprägt war. Das moderne Blizzard ist anders, produziert nun im Akkord Mehrspielershooter, Free2Play-Kartenspiele, Mobas, sogar Kinofilme - warum also nicht mit anderen Tabus brechen und mal einen reinen Einzelspieler-DLC entwickeln? Im Test von Starcraft 2: Novas Geheimmissionen überprüfen wir, ob das Add-on sein Geld wert ist.
In diesem Artikel
Starcraft 2: Novas Geheimmissionen im Test - Was kostet es?
Quelle: PC Games
Schon das erste Missionspaket bietet vier gut gemachte Zwischensequenzen, die den Plot vorantreiben.
Die Einzelspielerkampagne Novas Geheimmissionen besteht aus drei Episoden, die jeweils drei Missionen umfassen. Das erste Paket ist seit 30. März erhältlich, die zweite Episode erschien am 2. August 2016. Ihr habt die Wahl: Entweder kauft ihr gleich alle drei Episoden zusammen, das kostet euch derzeit noch 14,99 Euro, später soll der Preis auf 22,47 Euro erhöht werden. Alternativ könnt ihr die drei Pakete auch einzeln zum Preis von jeweils 7,49 Euro kaufen. Einzige Einschränkung: Die Missionspakete müssen der Reihe nach erworben werden. Hier findet ihr die Shop-Seite mit allen Details.
Novas Geheimmissionen ist eigenständig lauffähig, zum Spielen benötigt ihr neben einem Battle.net-Account lediglich die kostenlose Starter Edition von Starcraft 2. Ihr müsst also keine der drei Hauptkampagnen (Wings of Liberty, Heart of the Swarm, Legacy of the Void) besitzen.
Starcraft 2: Novas Geheimmissionen im Test - Episoden in Blizzard-Qualität
Quelle: PC Games
Die Terraner-Vereinigung Defenders of Man bringt sich als neue Bedrohung in Stellung.
Wer denkt, Blizzard habe nach drei vollgepackten Starcraft 2-Titeln sein Pulver verschossen, der irrt: Die ersten drei Einsätze in Novas Geheimmissionen bieten frische, eigenständige Ideen und sind obendrein noch gewohnt aufwändig inszeniert. Wo Blizzard draufsteht, steckt eben auch Qualität drin! So bekommen wir bereits im ersten Missionspaket vier gut umgesetzte Videos zu sehen, in denen auch bekannte Charaktere wie etwa Matt Horner ihre Rückkehr feiern.
Die Geschichte setzt nach Legacy of the Void ein und rückt die Ghost-Agentin Nova in den Mittelpunkt - gut so! Immerhin sollte Nova bereits im Stealth-Action-Spiel Starcraft: Ghost, das vor 11 Jahren eingestellt wurde, die Hauptrolle spielen. So erhält sie nun doch noch ihren großen Auftritt. Nova erwacht zu Beginn in einer fremden Anlage, ihre Erinnerungen wurden ausgelöscht. Dank ihres Tarnanzugs gelingt ihr die Flucht - ab hier übernehmen wir das Steuer. Gleich in der ersten Mission gibt's auch eine spielerische Neuerung: Während wir mit Nova durch die Basis schleichen, werden uns die Sichtkegel feindlicher Wachen eingeblendet. Die gilt es tunlichst zu vermeiden, während wir uns von hinten an die Gegner anschleichen und sie im Nahkampf überwältigen. Das Ende unserer Flucht krönt Blizzard dann mit einem Bosskampf, der so ungewöhnlich und unerwartet für die Serie daherkommt, dass man den Entwicklern gratulieren muss: Starcraft kann immer noch überraschen!
Starcraft 2: Novas Geheimmissionen im Test - Neue Tricks und Ideen
Quelle: PC Games
Im Ausrüstungsbildschirm verpassen wir Nova neue Waffen und nützliche Extras, beispielsweise Granaten.
Obwohl das bewährte Starcraft-Gameplay weitestgehend unangetastet bleibt, führt Blizzard zumindest ein paar kleine, spielerische Neuerungen ein. Beispielsweise dürfen wir Novas Ausrüstung vor jedem Einsatz auswechseln, tauschen etwa unser Sniper-Gewehr gegen eine Schrotflinte ein oder greifen zu einer anderen Sorte Handgranaten. In der Theorie ein nettes System, das sich in den ersten drei Levels aber nicht entfalten kann - es gibt kaum Auswahlmöglichkeiten, hier ruhen die Hoffnungen also auf den kommenden Missionspaketen. Das Gleiche gilt auch für die Truppenverwaltung, die bislang kaum zur Geltung kommt, aber zumindest einen guten Eindruck vermittelt: Wir dürfen für jede Einheit in unserem Arsenal ein Upgrade definieren, beispielsweise verpassen wir unseren Marines so eine nützliche Selbstheilung oder schrauben praktische Jump-Jets an unsere Belagerungspanzer, mit denen sie ähnlich wie Rächer-Soldaten auf höhere Ebenen springen können. Neue Einheitentypen dürfen wir allerdings nicht befehligen, allein die Gegner haben ein paar Neuzugänge im Sortiment.
Quelle: PC Games
Unsere Truppen statten wir mit mächtigen Upgrades aus. Die Entscheidung will überlegt sein, denn jedes Upgrade lässt sich immer nur einer Einheit zuordnen.
Auch für die zweite und dritte Mission haben sich die Leveldesigner eigene Mechaniken und Ideen überlegt, es ist also nicht damit getan, nur eine Basis zu bauen und den Gegner zu plätten. So müssen wir etwa anstürmende Gegnerhorden abwehren, die uns wie in Tower Defense auf festen Bahnen attackieren. Oder wir besetzen zivile Gebäude mit Truppen, die dann die angreifenden Zerg dezimieren, während wir uns zur zweiten Missionshälfte durchschlagen, die uns erneut in eine unterirdische Basis mit Schleicheinlagen führt. Wirklich aufregend werden die Levels zwar nie, aber sie machen Spaß und überzeugen mit Liebe zum Detail. Zum Beispiel erhält Nova im dritten Einsatz ein Energieschwert, mit dem sie gegnerische Soldaten buchstäblich zu Kleinholz verarbeitet - brandneue, besonders deftige Sterbeanimationen inklusive.
Starcraft 2: Novas Geheimmissionen im Test - Viel Spaß, wenig Umfang
Einziger Knackpunkt: Der Spaß ist schnell vorbei. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ist man in 60 bis 90 Minuten durch, wer eine höhere Stufe wählt, ist vielleicht etwas länger beschäftigt. Der dritte Einsatz fällt allerdings deutlich länger aus als die beiden davor - sollte sich Blizzard diesen Level als Maßstab nehmen, könnten die nächsten beiden Missionspakete durchaus 2 Stunden oder mehr in Anspruch nehmen. Bei optimistischer Schätzung käme Novas Geheimissionen damit auf eine Gesamtspieldauer von 5 bis 6 Stunden - und das wäre zum Preis von 15 Euro noch völlig in Ordnung. Update: Auf der nächsten Seite überprüfen wir, wieviel Umfang die zweite der drei Episoden bietet.

Aber wenn du das nur einmal spielst dann ist es in der Tat evtl zu teuer. Aber sieh es mal so, fürs Kino bezahlst du für 2 Stunden mehr. ;)
Für mich muss ich sagen hat es sich gelohnt! Ich hoffe da kommen noch mehr solche Packs. Ich hoffe auf Protoss. :D
Für mich muss ich sagen hat es sich gelohnt! Ich hoffe da kommen noch mehr solche Packs. Ich hoffe auf Protoss. :D