XCOM 2: Großer Test mit Video - ein gnadenlos gutes Taktik-Spiel mit Top-Design und hohem Wiederspielwert

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Test Peter Bathge Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 17,99 €
XCOM 2 im Test bei PC Games (20)
Quelle: PC Games

Im großen PC Games-Test mit Video-Review stellt sich heraus: XCOM 2 ist genau das Spiel geworden, das wir uns erhofft haben. Firaxis neue Alien-Hatz ist schlichtweg das beste Taktikspiel, das es momentan für Geld zu kaufen gibt. Der verdiente Lohn dafür: eine außerordentliche hohe Wertung und ein besonders umfangreicher Test-Artikel.

Aus Redakteurssicht haben Firaxis-Spiele wie XCOM 2 (jetzt kaufen 39,95 € / 17,99 € ) einen unschätzbaren Vorteil gegenüber vielen anderen Titeln. Ihre Testversionen stehen uns mehrere Wochen, wenn nicht gar einen ganzen Monat vor dem eigentlichen Release zur Verfügung. So hat man genug Zeit, um die ausnehmend komplexen Spiele (Sid Meier's Starships ausgenommen) entsprechend zu würdigen. Das hat im Fall von XCOM 2 gut 40 Stunden gedauert.

Es waren 40 Stunden, in denen ich exzellent unterhalten wurde. 40 Stunden, die mir ständig knifflige Entscheidungen bei Basisbau. Soldatenpositionierung und Missionswahl abverlangten. 40 Stunden, während der ich reihenweise Alien-Hintern versohlt habe und meine Soldaten im Gegenzug auch ständig was auf den Dez bekommen haben. Denn XCOM 2 ist so brutal, wie es sich für einen Guerrilla-Krieg gegen technologisch überlegende Außerirdische gehört.

Test: Design allererster Güte

XCOM 2 im Test bei PC Games (10) Quelle: PC Games XCOM 2 im Test bei PC Games (10) Der vielleicht größte Erfolg von Firaxis' 2012-Reboot XCOM: Enemy Unknown war es, Rundentaktik sexy zu machen. Die X-COM-Serie (bzw. UFO in Deutschland) hatte schon immer ihre Hardcore-Fans. Doch mit Enemy Unknown erreichte sie erstmals ein größeres Publikum. Mit verantwortlich dafür: eine exzellente Präsentation, wie man sie den lange Zeit mit Tabellenkalkulationen und Brettspielen verglichenen rundenbasierten Spielen nicht zugetraut hätte. XCOM 2 setzt in diesen Belangen noch einen auf den Vorgänger drauf. Das fängt bei der Grafik an, die für ein Taktikspiel mit einem verschwenderschen Detail-Level glänzt. Neue (und abschaltbare) Unschärfe-Effekte, schickere Flammen, um ein Vielfaches ausdrucksstärkere Gesichtsanimationen und ein massiv verbessertes Zerstörungssystem sorgen für einen deutlich hübscheren Look als im Vorgänger. Die Grafik hat zudem ein wenig von ihrem Comic-Charakter verloren und rückt wieder mehr in Richtung Realismus.

XCOM 2 im Test bei PC Games (18) Quelle: PC Games XCOM 2 im Test bei PC Games (18) Die Bilder auf dem Monitor werden perfekt vom Soundtrack ergänzt. Der stammt diesmal zwar nicht von Deus Ex: Human Revolution-Komponist Michael McCann. Doch Ersatzmann Tim Wynn macht einen famosen Job. Wenn ich vor einem Einsatz mein Team auswähle und dazu die treibende Hauptmusik mit ihren pompösen, orchestralen Klängen die Verteidigung der menschlichen Freiheit akustisch zur höchsten Bürgerpflicht erklärt, kommt die Gänsehaut von ganz allein. Das (Sound-)Design von XCOM 2 trägt entscheidend zur Atmosphäre bei. Alles, von den aus Einzelteilen zusammengeklöppelten Anfangsrüstungen meiner Soldaten über das Brutzeln der Plasmageschosse und die Todesschreie erschossener Zivilisten bis hin zu den massiven, nachtschwarzen Rüstungen des feindlichen Advent-Regimes, stellt sich in den Dienst des Spielgefühls.

XCOM 2 im Test bei PC Games (12) Quelle: PC Games XCOM 2 im Test bei PC Games (12) Die aufwändig inszenierten, oft in Zeitlupe ablaufenden Kamerafahrten aus Enemy Unknown feiern ein Comeback. So werden einem Schussversuche, Treffer und Fehlschläge fast wie in einem Kinofilm dargebracht. Auf Wunsch lässt sich das Ganze natürlich abschalten, was besonders bei folgenden Spieldurchläufen zu empfehlen ist. Doch im ersten Durchgang fühlt man sich durch den Fokus auf erbitterte Nahkämpfen und abgefeuerte Granaten ganz eng mit den eigenen Soldaten verbunden. Gut so! So schmerzt es umso mehr, wenn einer von ihnen den Löffel abgibt.

Die Story von XCOM 2

XCOM 2 spielt auf einer von Aliens überrannten Erde. 20 Jahre nach dem Sieg der Invasoren sorgt die Marionetten-Regierung Advent für (Un-)Recht und Ordnung, die stummen Massen werden durch technologische Fortschritte wie die Krankheiten eliminierende Gentherapie bei Laune gehalten. Doch im Hintergrund ziehen die Alien-Overlords die Strippen und hecken einen fiesen Plan aus. Die XCOM-Spezialtruppe ist nach 20 Jahren zur kleinen Widerstandszelle geschrumpft, die in einem requirierten Alien-Flugzeug durch die Weltgeschichte reist. Der Spieler steht vor der Mammut-Aufgabe, langsam den Einfluss von XCOM auszuweiten, die Pläne von Advent zu durchkreuzen und nebenbei nicht vom Himmel geschossen zu werden.

XCOM 2 im Test bei PC Games (8) Quelle: PC Games XCOM 2 im Test bei PC Games (8) Zu diesem Zweck setzt die XCOM 2-Kampagne wieder auf eine Reihe von fest vorgegebenen, immer gleichen Story-Missionen. Wann die losgehen, darüber entscheidet ihr wie im Vorgänger selbst, indem ihr bestimmte Hauptziele erreicht und Schlüsselforschungen vorantreibt. Zwischensequenzen mit (auf Deutsch gut vertonten) Dialogen zwischen teils bekannten Charakteren erzählen eine spannende Geschichte um das Endziel der Invasoren. Dabei kommt es zu einigen überraschenden Wendungen und ungeahnten Situationen, die ich im Test aus Spoiler-Gründen natürlich nicht vorweg nehmen will. Nur so viel sei gesagt: XCOM 2 besitzt jede Menge Coolness-Faktor und punktet damit, die bekannte XCOM-Formel nicht einfach neu aufzuwärmen, sondern sein einzigartiges Szenario auf clevere Weise für neue Ideen zu nutzen.
XCOM 2 im Test bei PC Games (30) Quelle: PC Games XCOM 2 im Test bei PC Games (30)

Test: Hoher Wiederspielwert in XCOM 2

XCOM 2 im Test bei PC Games (21) Quelle: PC Games XCOM 2 im Test bei PC Games (21) Was derweil typisch XCOM ist: Zwischen den Story-Einsätzen verläuft jede Partie anders. Ihr besitzt eine Menge spielerische Freiheit und ein großes Zufallselement sorgt dafür, dass die Reihenfolge von Missionen stets unterschiedlich ist. Firaxis hat bei XCOM 2 im Vergleich zum Vorgänger mehr Abwechslung eingebaut. Missionsziele sind öfter unterschiedlich. Einmal sollen wir eine Konsole hacken, dann einen VIP beschützen, Sprengsätze in einer Fabrik anbringen oder alle Gegner ausschalten, ohne wertvolle Kisten mit Vorräten zu beschädigen. Dazu kommt ein Unterschied bei den Maps: Das sind nicht mehr fest vorgegebene Einmal-Karten, stattdessen baut das Programm aus unterschiedlichen Bausteinen verschiedene Umgebungen zusammen. Diese folgen zwar immer einem Hauptmotiv, das Ergebnis sind allerdings weitaus abwechslungsreichere Schlachtfelder als zuvor, bei denen ich im Test nur wenige offensichtliche Wiederholungen festgestellt habe.

XCOM 2 im Test bei PC Games (24) Quelle: PC Games XCOM 2 im Test bei PC Games (24) Noch eine Besonderheit: XCOM 2 nutzt häufiger als Enemy Unknown Zuglimits, die ihr aber per Mod deaktivieren könnt. Das sorgte im Vorfeld für einige Verwirrung bei Spielern, die vermeintlichen Stress in einem rundenbasierten Spiel als absolutes No-Go ansehen. Hier kann ich Entwarnung geben: Die Zuglimits in XCOM 2 sind immer mit sekundären Zielen verknüpft. Wer sich zu viel Zeit lässt, kriegt keinen Game-over-Bildschirm zu sehen. Er erhält aber vielleicht eine nicht ganz so große Belohnung, wenn er den Auftrag abschließt. Erinnert ihr euch noch an die Bomben-entschärfen-Mission aus XCOM: Enemy Unknown, bei der ihr schnell genug Sprengsätze deaktivieren musstet, damit das Ziel nicht als verfehlt galt? Genau so etwas gibt es in XCOM 2 NICHT.

Noch dazu sind die Zuglimits meiner Erfahrung nach immer fair gesetzt und rangieren auf dem zweiten von vier Schwierigkeitsgraden oft zwischen acht und zwölf Runden. Sie kommen dazu nur in gut einem Viertel aller Missionen überhaupt vor. Insofern unterschden sie sich nicht großartig von den Meld-Kanistern aus dem XCOM-Add-on Enemy Within. Eine knappe Angelegenheit stellen lediglich die Item-Timer dar. Manche Feinde hinterlassen bei ihrem Tod jetzt nämlich nützliche Gegenstände, mit denen ihr eure Soldaten ausrüsten könnt. Allerdings müsst ihr sie innerhalb kurzer Zeit aufsammeln. Das erhöht den Druck. Und genau darum ging es Firaxis bei XCOM 2.

Wer Enemy Unknown oder gar die Long War-Mod gespielt hat, der kennt bestimmt die vielleicht effektivste Taktik des Spiels: Scharfschützen auf "Overwatch" stellen (wenn sich ein Gegner im Sichtfeld bewegt, wird auf ihn geschossen), vorsichtig vorrücken und Widersacher aufscheuchen. Indem Entwickler Firaxis bei XCOM 2 den Spieler beständig nach vorne treibt und das Abwarten hinter Deckung nicht mehr so stark belohnt, ändert das Studio den Spielfluss auf subtile Weise. Das Ergebnis ist ein voller Erfolg, denn dadurch fühlt sich XCOM 2 frisch und spannend an, selbst für Serien-Veteranen. Mit dafür verantwortlich: die neuen Hinterhalte.

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  1. Seite 1 XCOM 2-Test: Top-Design, Story & Abwechslung
  2. Seite 2 XCOM 2-Test: Verdecktes Vorgehen, tolle Klassen, viel Taktik
  3. Seite 3 XCOM 2-Test: Weltkarte, Basisbau, RPG-Elemente
  4. Seite 4 XCOM 2-Test: Bugs, Multiplayer, Fazit & Wertung
    • Kommentare (75)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von NovaSentinel Anfänger/in
        Hab es am Wochenende mal durchgespielt und ich muss eines sagen:

        So viele Bugs wie in dem Spiel, habe ich selten erlebt.
        Animations-, Skill- und Timingprobleme ohne Ende. Ebenso Sound-Abmisch-Probleme ab und an.

        Das Spiel stürzt zudem beim Beenden immer ab (was die Steam-Spielzeit alles andere als aussagekräftig macht) und braucht aus meiner Sicht viel zu viele Ressourcen und leidet unter Memoryleaks. Merkt man gut wenns nach nem Neustart butterweich läuft und vorher aber nach 3 Stunden spielen nur noch dahinruckelt.

        Immerhin kein einziger GTD und keine Bugs die sich nicht mit Save und Load hätten beheben lassen (außer einem, als keine Musik da war, alles sich sehr weit weg anhörte und die hälfte der Sounds fehlte, da brauchte es einen Neustart).

        Für die Story haben sie sich aber mit grade mal 4 Missionen echt viel Mühe gegeben. Werde einen 2ten Run machen und gezielt diese spielen.
        Mal sehen wie schnell man dann das Spiel durch hat.
      • Von NovaSentinel Anfänger/in
        Hab es am Wochenende mal durchgespielt und ich muss eines sagen:

        So viele Bugs wie in dem Spiel, habe ich selten erlebt.
        Animations-, Skill- und Timingprobleme ohne Ende. Ebenso Sound-Abmisch-Probleme ab und an.

        Das Spiel stürzt zudem beim Beenden immer ab (was die Steam-Spielzeit alles andere als aussagekräftig macht) und braucht aus meiner Sicht viel zu viele Ressourcen und leidet unter Memoryleaks. Merkt man gut wenns nach nem Neustart butterweich läuft und vorher aber nach 3 Stunden spielen nur noch dahinruckelt.

        Immerhin kein einziger GTD und keine Bugs die sich nicht mit Save und Load hätten beheben lassen (außer einem, als keine Musik da war, alles sich sehr weit weg anhörte und die hälfte der Sounds fehlte, da brauchte es einen Neustart).

        Für die Story haben sie sich aber mit grade mal 4 Missionen echt viel Mühe gegeben. Werde einen 2ten Run machen und gezielt diese spielen.
        Mal sehen wie schnell man dann das Spiel durch hat.
      • Von shaboo Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von MichaelG
        So verliert die Retailversion immer mehr an Reiz.
        Die Retailversion verliert so nicht nur ihren Reiz, sondern vor allen Dingen auch einen Teil ihres offensichtlichen Mehrwerts gegenüber einer Raubkopie.

        Wenn man den Leuten das Gefühl geben möchte, ein hochwertiges Produkt zu kaufen, dass es wert ist, dafür Geld auszugeben - und eben nicht nur irgendeine Masse von Nullen und Einsen, die man sich ebenso gut auch sonstwo her ziehen könnte - dann sollte man dieses Produkt auch entsprechend gestalten! Dass dies bei der Downloadvariante von Steam nicht so einfach ist, leuchtet ein, aber was da als Retail verkauft wird, ist einfach der letzte Rotz.

        Und dabei rede ich jetzt nur von Handbüchern, Goodies und Ähnlichem, durch das ein physisches Produkt aufgewertet werden könnte. Von Datenträgern, auf denen sich nicht mehr als die Installationsdatei für den Steam-Client befindet, will ich gar nicht erst anfangen ...
      • Von MichaelG Mitglied
        Ich vermisse die Zeiten der gedruckten, ausführlichen Handbücher (Stichwort Gunship!), Karten, Goodies etc. auch in Standardversionen. Heute gibt es selbst bei Retails trotzdem große Downloads zum Release bis hin zu nur einem Steaminstaller auf Disc (Metal Gear Solid). So verliert die Retailversion immer mehr an Reiz).

        Ein Grund daß ich mir kaum noch Retails kaufe (bis auf CE-Versionen).
      • Von ikarus275 Anfänger/in
        Ähhm... Es gibt kein Handbuch ?! Nix , Nada.. Noch nichtmal als pdf .. Wo leben wir denn mittlerweile.. *nerv*
      • Von Sansaido Mitglied
        Großartiges Spiel und ein toll geschriebener Test!
        Bin noch mit Rise of the Tomb Raider beschäftigt und habe mir zur Vorbereitung auf XCOM 2 eben die Complete Edition des Vorgängers bestellt, da ich diesen noch nicht gespielt habe.
        Freue mich aber jetzt schon auf das offenbar grandiose Sequel! Heute im Saturn habe ich schon das tolle Hologramm-Cover gesehen. Ein Hingucker!
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