Trine 3 im Test: Schöner Mist! - Video-Update
Nach der Early-Access-Phase ist endlich Teil 3 der Jump&Run-Reihe mit Puzzle-Einschlag erschienen. Im Test stellt sich heraus: Trine 3 ist noch schöner als die Vorgänger, doch der Sprung in die dritte Dimension und nachlässige Qualitätskontrolle torpedieren den Spielspaß in Einzelspieler- und Koop-Modus.
Trine 3: The Artifacts of Power im Test! Als 2009 Trine erschien, freuten wir uns über die wunderschöne Grafik und die physikbasierten Puzzles. Zwei Jahre später setzte der Nachfolger in allen Belangen einen drauf und wir rieben uns verwundert die Augen ob der dargebotenen Grafikpracht. "Trine 2 ist das schönste Spiel überhaupt", sagten wir uns damals. Wir haben uns geirrt. Mit dem Nachfolger Trine 3: Artifacts of Power beweist das finnische Studio Frozenbyte einmal mehr, dass ihnen in Sachen kunstvoll gestalteter Hintergründe sowie schicker Wasser- und Feuereffekte keiner was vormacht.
Leider ist die tolle Optik (und der für Serien-Fans angenehm vertraute Soundtrack) auch so ziemlich das einzige, in dem Trine 3 Normalform erreicht. In allen anderen Belangen hinkt der neueste Spross der Jump&Run-Reihe seinen Vorgängern hinterher. Obwohl er das Trine-Gameplay doch eigentlich auf eine ganz neue Stufe befördern sollte - mit dem Schritt in die dritte Dimension.
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Trine 3: 3D-Abgründe
Klar, die Technik hinter Trine war schon immer dreidimensional, spielerisch präsentierten sich Frozenbytes Indie-Hits aber wie ein Sidescroller. Ihr steuert drei Charaktere (Krieger, Magier und Diebin) von links nach rechts und oben nach unten. In Trine 3 geht's aber erstmals auch nach vorne und hinten, Umgebungen besitzen räumliche Tiefe. Problematisch: Die Kameraperspektive ist weiterhin fest vorgegeben und schaut von der Seite aufs Geschehen.
Quelle: PC Games
Stark: Ein Ausflug in die Seiten eines Märchenbuches.
Die Folge: Sprünge über Abgründe enden gerne mal im Nichts, weil Entfernungen schwer abzuschätzen sind, und die Helden stürzen unzeremoniell in die Tiefe, wenn der Spieler sie mal wieder aus Versehen im Vordergrund über eine Kante laufen lässt. Im Einzelspielermodus sind solche Tode zum Glück meist kein großes Problem, denn ihr dürft jederzeit zwischen allen drei Charakteren wechseln und abgenippelte Kollegen wiederbeleben.
Trine 3 gibt's nur für den PC, am Rechner unterstützt es sowohl Gamepads als auch die Kombination aus Maus und Tastatur. Obwohl die Tasten frei belegbar sind, ist keine der beiden Steuerungsmethoden perfekt. Mit den analogen Sticks des Gamepads fällt die Bewegung im dreidimensionalen Raum etwas leichter als mit den WASD-Tasten. Dafür ist das Zielen beim Verwenden von Pfeil und Bogen oder das pixelgenaue Ausrichten von per Zauberspruch in der Luft schwebender Objekte ohne Maus ungemein schwer.
Quelle: PC Games
Bosskämpfe sind genial inszeniert, hier trumpft Trine 3 optisch ganz groß auf.
Entwickler Frozenbyte versucht den Spielern die Sache zu erleichtern, indem man bei Trine 3 einige Freiheiten der Vorgänger streicht. So lässt sich der Greifhaken der Diebin nicht mehr an beliebigen hölzernen Oberflächen anbringen, das funktioniert nur noch an vorgegebenen, leicht zu erkennenden Stellen. Rausgeflogen ist auch die Möglichkeit, als Zauberer Formen mit Maus oder Gamepad zu zeichnen und so Kisten oder Rampen von verschiedener Größe und Länge zu beschwören.
Der Magier hantiert nur noch mit vorgefertigten Kisten, die er auf Knopfdruck aus dem Äther ruft und anschließend nach Belieben levitiert. Der Krieger derweil kann seinen Schild mittlerweile zum Durch-die-Luft-Gleiten einsetzen, allerdings dürfen andere Charaktere nicht mehr wie bei einer Räuberleiter draufsteigen, um höhere Absätze zu erreichen. Spezialangriffe wie der Hammerschlag oder die Brandpfeile der Diebin fehlen in Trine 3 genauso. Zudem hat Frozenbyte das Skillsystem ersatzlos gestrichen: Anders als in den Vorgängern sammeln die drei Helden keine Erfahrung und steigen auch nicht im Level auf; sie besitzen das ganze Abenteuer über die selben Fähigkeiten und lernen nichts dazu.
Trine 3 im Video-Review
Trine 3: 900 Punkte für den Bosskampf
Quelle: PC Games
Bevor ihr den nächsten Level starten könnt, müsst ihr eine festgelegte Anzahl von Punkten verdienen.
Trotzdem gibt es natürlich wieder jede Menge Sammelobjekte. Die kleinen Leuchtfutzel tragen diesmal aber auf andere Weise zum Spielfortschritt bei: Ihr müsst eine bestimmte Menge sammeln, um das nächste Level freizuschalten. Diese Hürde sorgt ähnlich wie zuletzt bei Tembo the Badass Elephant für so manchen Frustmoment. Denn wer nicht fleißig genug sammelt, muss in der (klischeehaften) Fantasy-Story eine Zwangspause einlegen und sich schlimmstenfalls an einer Reihe von Herausforderungen versuchen.
Quelle: PC Games
Mit drei Spielern im Koop-Modus würdeTrine 3 eine Menge Spaß machen - wären da nicht die Bugs.
Diese Mini-Umgebungen stellen jeweils einen der drei Helden in den Mittelpunkt, während des Levels dürft ihr nicht zu den anderen zwei Kumpanen wechseln. Zudem gibt es hier anders als sonstwo in der Kampagne keine Speicherpunkte. Das heißt im Solo-Modus: Wenn ihr sterbt, müsst ihr die Herausforderung ganz von vorne beginnen. In Verbindung mit der unpräzisen Sprungsteuerung ergibt das so einige frustige Stellen! Richtig knifflig sind die Herausforderungen aber nicht, im Koop-Modus mit drei gleichen Charakteren sind besonders die Kampf-Aufgaben blitzschnell absolviert.
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Die Punktebegrenzungen zwischen den Levels haben uns im Test sehr gestört, sie nehmen Tempo raus und machen unter Umständen Backtracking erforderlich.

Aber kaufen werde ich es dennoch, allerdings werde ich auch erstmal ein paar Patches warten.
Selbst ein schlechtes Trine ist immer noch ein gutes Spiel :)