Die Siedler: Königreiche von Anteria: Verschwunden, aber nicht vermisst: Wo bleibt Blue Bytes neues Aufbauspiel?
Was ist nur mit den Siedlern los? Haben Blue Byte und Ubisoft das von Fans der Reihe scharf attackierte Königreiche von Anteria heimlich, still und leise begraben? Redakteur Peter Bathge versucht, Licht ins Dunkel zu bringen - und erklärt, warum der ausbleibende Release für ihn kein Beinbruch ist.
Es ist ruhig geworden um Die Siedler: Königreiche von Anteria. Das letztes Lebenszeichen gab es Ende Januar diesen Jahres: Entwickler Blue Byte verkündete das Ende der Closed Beta. Im Statement heißt es: "Nach [dem 30. Januar 2015] wird es für einen gewissen Zeitraum nicht mehr möglich sein, Die Siedler: Königreiche von Anteria zu spielen. Dieser Schritt ist ungewöhnlich aber notwendig, damit wir uns vollständig auf Modifikationen, neue Inhalte und Lösungen zu bekannten Problemen konzentrieren können. Viele kommende Veränderungen basieren auf der gewaltigen Menge an wertvollem Feedback, welches bis heute gesammelt werden konnte."
Ein halbes Jahr später warten wir immer noch darauf, diese neue, verbesserte Version des jüngsten Siedler-Sprosses zu sehen. Auf der Gamescom glänzte Königreiche von Anteria nämlich wieder einmal mit Abwesenheit. Ein schlechtes Zeichen für den Release 2015?
Ein neues Konzept
Quelle: Ubisoft
Die häufigen Kämpfe drehen sich um einzelne Champions mit Spezialfähigkeiten. Genau wie in Die Siedler... ne, Moment, das gab es noch in keinem Teil der Serie.
Im Juli 2014 angekündigt, hatte der neue Ableger der in Deutschland beliebten Aufbaureihe von Beginn an einen schweren Stand. Statt das Brettspiel-artige Konzept von Die Siedler 7 weiter zu verfolgen, nahm sich Blue Byte für Königreiche von Anteria das kommerziell erfolgreiche Browserspiel Die Siedler Online zum Vorbild. Damit einher ging eine Always-online-Pflicht: Solospieler ohne aktive Internetverbindung dürfen in Königreiche von Anteria nicht siedeln. Außerdem gibt's keine unterschiedlichen Karten mehr, ihr errichtet eure einzige Stadt über viele Spielstunden lang und schickt lediglich Kampfexpeditionen ins Umland. Denn Gefechte finden nur noch auf separaten Karten statt, ganz ähnlich wie in Anno 2205 (entwickelt von Blue Byte Mainz, einem separaten Ubisoft-Studio).
Damit nicht genug, in einem sehr umstrittenen Schritt setzte Blue Byte auf eine Annäherung ans Moba-Genre: Alleine oder im Koop-Modus schickt ihr per direkter Kampfsteuerung einzelne Champions ins Gefecht, die über Fähigkeiten mit Cooldowns verfügen. Fans der Reihe reagierten verstört: Was soll das noch mit Die Siedler zu tun haben?
Quelle: Ubisoft
Effizienter wirtschaften ist das Ziel, dazu optimiert ihr Laufwege und Transportzeiten.
Die Grundbausteine des Genres und der Serie wollte Blue Byte anderweitig umsetzen: mit dem neuen Fokus auf perfekte Produktionsketten. Die mittels Linien dargestellte Abfolge von Waren und weiterverarbeitenden Betrieben kann in Die Siedler: Königreiche von Anteria sehr komplexe Formen annehmen und aus mehreren Dutzend Schritten bestehen. Von größter Wichtigkeit ist daher das Verkürzen von Produktionszeiten. Bleibt ihr unterhalb einer bestimmten Minutenvorgabe, habt ihr eine "Perfekte Kette" erschaffen und bekommt dafür eine Belohnungin Form von Ruhm. Ruhm benötigt ihr, um Browserspiel-typisch nach und nach neue Technologien und Gebäude freizuschalten.
Weil Blue Byte und Ubisoft zudem einen Item-Shop für Die Siedler: Königreiche von Anteria geplant hatten, kamen zu diesen massiven Gameplay-Änderungen auch noch Mutmaßungen seitens der Community, das Spiel könnte auf ein Free2Play-Model setzen. So sollen sich Bauzeiten mit einem Kaffee-Item verkürzen lassen. Die Furcht der Fans war nachvollziehbar: Wer keine harte Währung in solche Gegenstände investiert, für den könnte sich das schon immer gemütliche Siedeln sogar noch zäher spielen als üblich.
In diesem Artikel
Pikantes Detail: Bis heute gibt es keine klare Ansage seitens des Herstellers, ob Königreiche von Anteria ein Vollpreisspiel oder ein Free2Play-Titel werden soll. Angesichts der Sichtung eines Shop-Buttons im Spielmenü zogen die Spieler aber schnell ihre eigenen Schlüsse.

Genauso wie all die 3D-Shooter basierend auf der Unreal (1)-Engine, die Adventure von Lucasarts, nicht zu vergessen die Command & Conquer-Serie usw.
Sollen Blue Byte/Ubisoft endlich mal einen Schlussstrich ziehen wenn ihnen nichts gescheites einfällt und nicht die Cashcow melken bis die Zitzen bluten (oha, böses Kopfkino).
Hoffentlich passiert das nicht auch der Anno-Serie, verdient hätte sie es nicht...
Im Prinzip sehe ich da nur zwei Lösungsmöglichkeiten: Die Entwicklung beenden, oder sie haben wirklich eine 180 Grad Wende vollzogen.
Da aber der Produzent und der Chef-Gamedesigner nicht mehr da sind, kann es hoffentlich nur noch besser werden.
Wenn es aber so bleibt, schreibt man am besten die Siedler ab und sucht sich ein neues Aufbauspiel.
Mehr gibt es da nicht zu sagen!
Wenn man heute Platformen wie Steam etc. nutzt dann ist man meist eh schon (zwangsweise) "always online" und damit habe ich auch nicht wirklich ein Problem. Was mich aber stöhrt ist, wie oben geschrieben, wenn immer mehr Spiele uns dazu "zwingen" alles online zu machen bzw. zu haben - Speicherstände etc. - und man das Spiel in vollem Umfang eigentlich nur noch im Koop-Modus "genießen" kann. Sterben die Solo-Spieler wirklich aus!?
Zu Zeiten des Tests konnte ich mit dem aktuellen Client meine CPU wiederholbar so erwärmen das der Rechner sich von selbst abschaltete. :-B