No Man's Sky Vorschau: Ultimative Sandbox oder Langeweile-Monster?
Aus No Man's Sky könnte ein neuer Spielspaß-Stern erwachsen oder aber eine öde Endlos-Schleife. PC Games-Redakteur Stefan Weiß findet die Idee von einem komplett erkundbaren Universum interessant, vermisst bislang jedoch inhaltliche Knaller. In der nachfolgenden Vorschau fasst er aktuelle Infos zusammen und schildert seine Bedenken.
No Man's Sky in der Vorschau: Keine Story, keine Charaktere und null Missionen, dafür eine Galaxie, für deren Entdeckung ein Spieler-Leben keinesfalls ausreicht, auch keine zehn, zwanzig oder gar tausend. Doch garantiert die unendliche Reise durchs prozedural generierte All lang anhaltenden Spielspaß oder ist die Entdeckertour schnell durchgenudelt und lässt euch im Schwarzen Loch der Langeweile herumdümpeln? Diese Fragen beschäftigen uns schon seit der E3-Ankündigung von No Man's Sky im letzten Jahr. Und trotz oder gerade wegen der Gameplay-Präsentation auf der diesjährigen Messe in Los Angeles gibt es immer noch keine zufriedenstellende Antwort.
Entdecker-Gen im Blut
Quelle: Hello Games
Euer Verhalten auf den Planeten wird von Überwachungssystemen, den Sentinels, registriert. Je mehr Schaden ihr verursacht, etwa durch Rohstoffabbau, desto aggressivere Reaktionen müsst ihr befürchten.
Der Drang, das Neue und Unbekannte aufzuspüren und das Leben zu erforschen, ist ein uraltes menschliches Verlangen. So verdanken wir Forschern wie etwa dem Briten Charles Darwin oder dem Schweden Carl von Linné die Taxonomie, also die systematische Erfassung und Katalogisierung, der Tier- und Pflanzenwelt auf unserem Planeten. Weg von der heimischen Erde und hin zu den Sternen, aber quasi dem gleichen Entdeckerdrang wie Darwin und Co. folgend, zieht es die Spieleentwickler Hello Games mit ihrem Projekt No Man's Sky.
Ein mathematisches Geflecht von Algorithmen lässt dabei die Spielwelten in Echtzeit entstehen – und zwar erst in dem Moment, in dem ihr mit eurer fliegenden Untertasse einen beliebigen Planeten der Galaxie anfliegt. Prozedurale Generierung heißt diese Zauberformel, die für zufällig erstellten Content steht. Ganz ohne jegliche Ladezeit entsteht vor den Augen des Spielers eine komplette Planetenwelt, entfaltet sich die Flora und Fauna, um eine höchst lebendig wirkende Welt zu formen. Keine Frage, die technische Seite des Science-Fiction-Spiels ist beeindruckend, doch was macht man nun genau in No Man's Sky, das als Online-Spiel konzipiert ist und das es dem Spieler völlig freistellt, wie und wo er seine Reise durch die Galaxie gestaltet?
Spielspaß-Zufallsgenerator mit programmiertem Chaos-Faktor
Wie man die Sandbox-Galaxie in No Man's Sky als Entdecker spielt, zeigten uns die Entwickler anhand einer Gameplaydemo auf der E3. Man startet zunächst irgendwo am Rand der Galaxie auf einem Planeten. Das Raumschiff parkt auf der bunt schillernden Oberfläche eines bislang unbekannten Planeten. Als Entdecker haben wir die Möglichkeit, der Welt einen eigenen Namen zu verpassen. "Ihr könnt Planeten benennen, wie ihr wollt", so der Kommentar der Entwickler. Na ja oder auch nicht – schließlich wird es eine Filterfunktion geben (müssen), um Missbrauch vorzubeugen. Und wie ist es um lizenzrechtlich bekannte Namen bestellt? Werden etwa Star Wars-Fans ihre Entdeckungen mit Yavin, Alderaan oder Tatooine betiteln? Füllt sich die Galaxis mit Caprica, Sagittaria, Virgon aus Battlestar Galactica? Und was ist mit Dopplungen oder Wiederholungen? Irren wir am Ende verwirrt an Planeten Gemini 8769-I oder Starport 0815 vorbei? Schließlich landen gewonnene Daten wie die Namen von Planeten in einer galaktischen Datenbank, sind für andere Spieler sichtbar.
Quelle: Hello Games
Auch die Raumschiffe, auf die ihr im Spiel trefft, sind zufällig generierte Objekte. Die bislang gezeigten Modelle sehen schon mal gut aus.
No Man's Sky will ein Online-Spiel sein, auch wenn man wahrscheinlich sehr viel Zeit alleine darin verbringt, wie wir es etwa in Elite: Dangerous erleben. Wie finden Spieler zusammen, ist das überhaupt vorgesehen? Kann man handeln, gegen Mitspieler antreten? Das ist alles bislang noch unklar! Doch zurück zu unserem Planetenausflug. Die gezeigte Tierund Pflanzenwelt ist üppig. Jedes Lebewesen, jede Ressource, im Prinzip alles, was wir im Spiel vorfinden, lässt sich scannen, wird analysiert, bekommt einen Namen und anschließend lassen sich die gewonnenen Daten in einer Art Enzyklopädie abpeichern. Doch kann das auf Dauer motivieren? In der gezeigten Demo sahen wir zwei verschiedene Planeten, zig Lichtjahre voneinander entfernt.
Quelle: Hello Games
Gelbes Gras, roter Himmel - die Planetenwelten in No Man's Sky sehen wahrlich außerirdisch aus, hoffentlich auf Dauer nicht zu ähnlich.
Doch sooo riesig waren die optischen Unterschiede jetzt nicht – rotes statt blaues Gras, Tiere mit Streifen statt mit Punkten, unterschiedliche Geländeformen und nur ein paar Details mehr, die wir in der kurzen Zeit der Demo zu Gesicht bekamen. Doch sind zwei Planeten auch nicht unbedingt repräsentativ, wenn wir von Tausenden von Solarsystemen reden, die sich bereisen lassen. Trotzdem sind wir skeptisch, wie Hello Games hier dauerhafte Spannung möglich machen will, wenn die zufällig arbeitenden Generatoren eben zufällig zu viel Ähnlichkeit erzeugen. Genügt der Anreiz, für seine Entdeckungen Units (die Währung im Spiel) zu erhalten? Immerhin lassen sich damit Schiffe, Ausrüstung und Güter auf Handelsstationen kaufen. Wir denken an Spiele wie Privateer oder Freelancer, die ihren Reiz daraus beziehen, sich als Weltraumpilot Stück für Stück ein immer besseres Schiff zu erwirtschaften.
Die GTA-Komponente
Quelle: Hello Games
Weg vom Planeten und rein ins Weltall, Ladezeiten gibt es keine im Spiel, die Übergänge sind nahtlos.
Alles, was man in No Man's Sky tut, wirkt sich unmittelbar aus, beispielsweise wie sich der Spieler auf einem Planet verhält. Tiere zu erlegen und Rohstoffe abzubauen ist einerseits nötig, um an Ressourcen und Waren zu kommen, wirkt sich andererseits aber auf unseren örtlichen Ruf aus. Wer es übertreibt, stellt schnell fest, dass sich oben rechts am Bildschirmrand auf einmal eine fünfteilige Anzeige bemerkbar macht, die ziemlich viel Ähnlichkeit mit den Sternchen eines GTA gemein hat. Und das hat auch seinen Grund, denn in No Man's Sky gibt es eine Mechanik, die sich mit dem "Gesucht- Level" von GTA vergleichen lässt. Auf jedem Planeten wachen sogenannte Sentinels über den Frieden. Sobald sich der Spieler Fahndungslevels einkassiert hat, suchen die Sentinels nach ihm, um ihn zu bekämpfen. Mit zunehmendem Gesucht-Level setzen die Sentinels euch immer stärkere Einheiten entgegen. Sobald es zu brenzlig wird, sollte man schleunigst in sein Schiff steigen, sich ins All verkrümeln und mit den gewonnenen Scan-Daten das Weite suchen. Denn wer im Kampf draufgeht, verliert alle bis dahin erhaltenen Scanner-Ergebnisse, die nicht abgespeichert wurden.
Keine Lust auf Entdecker?
Sich immer nur mit dem Erkunden und Datensammeln zu befassen, schmeckt sicher nicht jedem Spieler, darum könnt ihr in No Man's Sky auch anderweitig losziehen, um an Units zu gelangen, zum Beispiel als Kämpfer. Auf euren Reisen trefft ihr auch auf Handelsschiffe; wer diese zerstört, kann unbeschwert die Fracht einsammeln. Moment, sagten wir "unbeschwert"? Nun, das stimmt nicht so ganz, denn auch bei solcherlei Aktionen greift wieder das Fahndungssystem und ihr bekommt Ärger mit Schiffen, die euch jagen. Umgekehrt könnt ihr auch Handelsschiffe beschützen und erhaltet dafür eine Belohnung. Oder ihr beschließt, selber als Händler durch die Galaxie zu reisen, um immer bessere Profite zu machen – auch das soll in No Man's Sky möglich sein.
Die Minecraft-Komponente
Quelle: Hello Games
Scannen bis zum Umfallen: Wer in No Man's Sky an Daten herankommen will, ist primär damit'beschäftigt, die jeweilige Umwelt zu analysieren.
Was No Man's Sky auszeichnet, ist das Crafting-System, das im Prinzip wie in Minecraft funktioniert. Rohstoffe sind in verschiedene Elemente unterteilt. Im Inventar könnt ihr dann einzelne Elemente miteinander kombinieren und erhaltet ein verbessertes, wertvolleres Material. Dieses könnt ihr teuer verkaufen oder aber ihr zimmert Items zusammen. Um Gegenstände herzustellen, braucht ihr neben Rohstoffen auch Blaupausen, die ihr finden oder auch bei Händlern kaufen könnt. Der Minecraft-Ansatz klingt durchaus spannend, schließlich zeugen tausende der gestalteten Klötzchenwelten von grenzenlos kreativer Vielfalt. Aber auch genau das ist der entscheidende Unterschied zu No Man's Sky. In Minecraft werkelt man mit jedem Klötzchen an seiner komplett eigenen Welt. Klar ist es toll, wenn man sich in No Man's Sky einen besseren Raumanzug mit größerem Inventar, neue Tools und Waffenmodifikationen basteln kann. Aber wie ist es um größere Dinge bestellt? Was ist beispielsweise mit Terraforming, um einem Planeten den eigenen Stempel aufzudrücken? Oder können Spieler vielleicht eigene Stationen bauen? Fragen, die sich derzeit noch nicht beantworten lassen.
Das globale "Ziel" im Spiel
Auch wenn es keinerlei Missionen geben wird – ein globales Ziel gibt's doch. Jeder neue Spieler startet irgendwo ganz am Rand der Galaxie und arbeitet sich von da in Richtung Zentrum des riesigen Universums vor. Oberstes Gebot für die Spieler ist daher, an einen Sprungantrieb zu kommen. Hyperraumsprünge kosten Treibstoff, die Reise innerhalb eines Systems dagegen nicht. Für die Navigation sind jedoch keine besonderen Hilfen für den Spieler vorgesehen, nur schon von anderen Spielern entdeckte Planeten lassen sich auf der Sternenkarte erkennen. Wie lange die Reise zur Mitte des Universums dauert, lässt sich nicht abschätzen. Ob man dies als Spieler überhaupt erreichen kann, bleibt fraglich, ebenso, ob die grenzenlose Sternenreise im Zufalls-All genug Langzeitmotivation bietet. Auch wenn Grafikstil, Atmosphäre und Grundidee von No Man's Sky verlockend sind, bleibt eben alles im Spiel dem Zufall überlassen, was chaotisch enden kann.

"Nicht Verraten" klingt ja so garnicht nach "Es gibt nichts zusehen"
Ich will sehen was man mit den Rohstoffen machen kann außer verkaufen bzw. was man mit dem Geld machen kann
würde man bei Minecraft nur rumlaufen können, würde das sicher nicht für 2 Mrd. $ gekauft worden sondern die Leute hätten es wie Qubeworld links liegen lassen und das Spiel ist bisher genau so, abgesehen davon dass die Entwickler von dem nen Scam abgezogen haben und nichts mehr machen, konnte man da auch das gleiche mache, rum laufen und gucken und Zeug sammeln und verkaufen und ...Bisher ist das alleine nur ein Grafikblender
Am besten informierst du dich erst einmal (Links gibt es hier ja genug) und dann darfst du wieder hier mitdiskutieren.
Ich will sehen was man mit den Rohstoffen machen kann außer verkaufen bzw. was man mit dem Geld machen kann
würde man bei Minecraft nur rumlaufen können, würde das sicher nicht für 2 Mrd. $ gekauft worden sondern die Leute hätten es wie Qubeworld links liegen lassen und das Spiel ist bisher genau so, abgesehen davon dass die Entwickler von dem nen Scam abgezogen haben und nichts mehr machen, konnte man da auch das gleiche mache, rum laufen und gucken und Zeug sammeln und verkaufen und ...
Bisher ist das alleine nur ein Grafikblender
Ja scheiße, gibts nichts
- Du läufst auf Planeten rum und guckst, was es da halt so zu gucken gibt, wenn der Planet durch oder doof ist, fliegst du zum Nächsten
- Du sammelst Rohstoffe, die du verkaufen oder benutzen kannst, um dein Equip und dein Raumschiff zu verbessern
- Du fliegst durch den Weltraum und schaust, was es da so zu sehen gibt, kannst Rohstoffe kaufen/verkaufen, greifst andere Schiffe an oder hilfst denen.
Natürlich sind viele Planeten nahezu leblose Steinwüsten und keine grün blühenden Oasen mit Dschungel, Stränden und abgefahrenen Viechern. Welch Überraschung, das sind die meisten Planeten, die die NASA bisher gefunden hat auch.
Was man einfach bei dem Spiel bedenken muss ist, dass es kein wirkliches Ziel gibt, weil selbst die Entwickler nicht wissen, was es da wo zu finden gibt. Das gesamte Universum wird von einem Algorithmus erschaffen, da kannst du keine Story reinpacken. Es gibt ein ganz interessantes Interview mit dem Designer, der ein bisschen darüber spricht, was da im Hintergrund läuft, wi der Algorithmus funktioniert, das ist schon echt abgefahren.
Zudem waren das ursprünglich 4 Leute, die mit der Entwicklung begonnen haben, mittlerweile sind es 13, wenn ich mich nicht irre. Da darf man kein Witcher oder Fallout im Weltraum erwarten.
Wer sich noch ein bisschn mehr hypen will
41 Amazing Things About No Man’s Sky – PlayStation.Blog
Sind ein paar ganz interessante und auch neue Bilder dabei, die schon echt abgefahren aussehen.
Ja scheiße, gibts nichts