Master of Orion: Comeback eines Strategie-Klassikers mit viel Herzblut
Wargaming bringt uns mit Master of Orion einen geliebten Strategieklassiker zurück - ganz ohne Mikrotransaktionen, versprochen! In der nachfolgenden Vorschau fassen wir bekannte Infos zum Spiele-Comeback für euch zusammen.
Wenn Hersteller Hand an altehrwürdige PC-Spieleklassiker legen, um sie neu zu beleben – zu rebooten, wie es so schön heißt – dann sorgt das bei Fans solcher Genremeilensteine schnell für Sorgenfalten. Skeptiker beobachten solche Auferstehungsversuche zudem meist mit kritischen Blicken. Kein Wunder, da es in der Vergangenheit genügend Beispiele gab, die nicht oder nur unzureichend befriedigten. Wir denken da etwa an Meisterdieb Garretts durchwachsenes Comeback in Thief. Auch Elite-Schöpfer und Altmeister David Braben erntet seit dem Start von Elite: Dangerous nicht nur Lobeshymnen.
X:Rebirth von Egosoft war und ist eine spielerische Katastrophe und von EAs Dungeon Keeper-Krüppel wollen wir gar nicht erst anfangen. Einen Klassiker im neuen Glanz erstrahlen zu lassen? Keine leichte Aufgabe, wie es scheint. Ausgerechnet Wargaming Net hat nun vor, mit Master of Orion die quasi heilige Kuh im Genre der galaktischen 4X-Strategiespiele neu abheben zu lassen? Ein Hersteller, der in den letzten Jahren mit seinen Konzepten in World of Tanks, Warplanes und aktuell Warships einen gänzlich anderen Sektor sehr erfolgreich bedient, das Reich des Free- 2Play-Prinzips und der Cashcow mit Mikrotransaktionen.
Passion ist das Zauberwort
Quelle: Wargaming
Die Zusammenstellung von Schiffskomponenten für die Flotte soll auch in der Neuauflage eine wichtige Rolle spielen.
Doch genau der monetäre Erfolg seiner Free2Play-Spiele ist eine der Wurzeln für das Vorhaben von Wargaming. So ist genügend Kapital vorhanden, um sich mal ganz entspannt einem Projekt zu widmen, das dem Team, allen voran dem Chef Victor Kislyi, sehr am Herzen liegt. Master of Orion zählt zu Kislyis Lieblingsspielen, darum schnappte sich Wargaming 2013 im Zuge der Insolvenzabwicklung bei Atari auch sofort die Lizenz. Ein glücklicher Zufall sorgte dafür, das sich mit dem argentinischen Entwicklerteam NGD ein Studio meldete, dessen Mitglieder ebenfalls glühende Fans von Master of Orion sind. Sie hatten einen spielbaren Prototyp im Gepäck, der Wargaming sofort davon überzeugte, die richtigen Leute für das Projekt an Bord zu haben. Das klingt nach guten Voraussetzungen. Wie sich das spielerisch anfühlt, konnten wir auf der diesjährigen E3 schon beim Anspielen am PC erleben.
Alte Seele, neue Features
Quelle: Wargaming
Wenn ihr einen Planeten kolonisiert, bekommt ihr ein in Echtzeit gerendertes Filmchen präsentiert.
Eine Spielpartie beginnt zunächst mit der Einstellung etlicher Parameter, beispielsweise Galaxiegröße, Schwierigkeitsgrad, Ressourcenverteilung und Anzahl der KI-Gegner. Danach erstellt das Spiel eine zufällig generierte Galaxie mit Dutzenden Sternensystemen. Bei der Wahl der am Spiel beteiligten Völker besinnt sich das neue Master of Orion aufs Vorbild und bietet die zehn Rassen, die man aus dem ersten Teil der Reihe kennt. Ein Zugeständnis an eine moderne Präsentation besteht darin, dass sämtliche Vertreter der Völker (Diplomaten) animiert und voll vertont sind.
In der englischen Fassung kommen dabei Sprecher aus bekannten TV-Serien zum Einsatz. Das sorgte bei der Anspielsession für viel Spaß, denn die Dialoge waren superb vertont und mit viel Wissen zum Universum gespickt. So brachten uns die teils bissigen Kommentare unseres Alkari-Beraters öfters zum Schmunzeln. Richtig gelesen, das Spiel enthält optional verfügbare Verwalter. Wer sich mit der Materie nicht auskennt und gerne Hilfen in Anspruch nehmen mag, kann auf diese NPCs zurückgreifen, die Standard-Aktionen, zum Beispiel in Sachen Planetenverwaltung, übernehmen. Kenner der Serie können auch darauf verzichten und die Berater deaktivieren.
Quelle: Wargaming
In der Neuauflage von Master of Orion sind die Sakkra mit von der Partie. Geht es nur uns so oder erinnert euch deren Aussehen auch etwas an die Kroganer aus der Mass Effect-Reihe?
Generell soll das neue Master of Orion viele optionale Features bieten, um Veteranen möglichst das Spielgefühl zu vermitteln, das sie von den alten Spielen her kennen. Mit einem Scout-Schiff ziehen wir los, um einen geeigneten Planeten zu finden, den wir besiedeln können. Sobald wir uns für einen Zielort entscheiden und unser Kolonieschiff dort ankommt, zeigt ein in Echtzeit gerendertes Video unsere Ankunft und liefert uns obendrein noch Informationen zum Planeten. Das wirkt atmosphärisch super. In der neuen Heimat angekommen, beginnen wir mit Produktionszyklen. Unsere zur Verfügung stehende Population können wir dabei manuell den Arbeitsbereichen Nahrung, Produktion und Forschung zuordnen. Was uns bei den ersten Zügen schon auffällt, sind die aufgeräumte Benutzeroberfläche und nützliche Tooltipps, die das Spiel einblendet.
Gelenkte Navigation
Quelle: Wargaming
Wenn ihr eine Partie startet, generiert Master of Orion eine Galaxie mit zufällig erstellten Sternensystemen.
Sternensysteme sind durch verschiedenfarbige Linien miteinander verbunden. Diese erfordern jeweils bestimmte Schiffstypen und Ausrüstung, um sie benutzen zu können. So lassen sich Blockaden mit Satelliten-Installationen einrichten oder auch Kriegsschiffe postieren, um Gegner abzufangen. In Sachen Kampfsystem zeigten uns die Entwickler zunächst die Simulation, bei der die Werte der jeweiligen Flotten berechnet werden und es zu einem nicht sonderlich spektakulär dargestellten, sondern eher nüchtern mathematischen Schlagabtausch kommt. Im Menü entdeckten wir jedoch die Schaltfläche "Tactical Combat", die allerdings noch deaktiviert war.
Starlanes - so ziemlich das Gegenteil von Master of Orion, dass immer freie Bewegung hatte (MoO3 gab es nie!). Das verändert das gesamte Spiel und ist einfach nur traurig. So wie es bisher aussieht, macht es auch nicht mehr den Brettspieleindruck, alles auf einem Bild, sondern eher herumgezoome und gescrolle, wie in einem Strategiespiel.
Elerianer, Gnolam und Trilirianer fehlen. Man schafft es nicht mal nach 20 Jahren alle Rassen einzubauen, wie schwach ist das?
Nur die Hälfte der Technologien, die alle erforscht werden können. Das hat mit Spielgewohnheiten doch ncihts zutun, sondern vercasualisiert das einfach nur, damit sich bloß niemand Gedanken machen muss. Die Entscheidung, was man erforscht, war ein wichtiger Bestandteil, der nun gestrichen wird. Und da sollen wirklich die Veteranen mitarbeiten?
Bisher noch 0 Informationen zu taktischen Kämpfen.
Weniger Gebäude.
Grafisch bisher gerade bei den Spezies ziemlich low, Design auch eher pfui als hui, Sakkra mit Minibeinen, Alkari sind Typen in schlechten Vögelkostümen, Bulrathi sehen fern von Kriegern aus und ihr Fell ist ein Witz, die Menschen sind total 0815 (man bedenke, bei MoO2 hatte man noch Picard in einem campigen SciFi Outfit), einzig die Mrrshan sind bisher nicht schlecht.
Alle berichten von einem modernen Interface, was eigentlich nichts gutes bedeuten kann, da das Interface von Master of Orion 2 so ziemlich zu dem besten gehörte, was man sich nur vorstellen kann. Modernes Interface heisst zumeist sowas wie Endless Space also mit Glück genauso aufgeräumt, wie es damals auch schon war aber Details, Atmosphäre und damit allen voran Design missend. Mich lässt die Meldung einfach nur gruseln, wird vermutlich kalt und abweisend werden, wie bei den meisten Spielen heutzutage und den 4X Spielen im besonderen. Würde mich noch nicht mal wundern, wenn es am Ende sogar weniger übersichtlich wird, wäre heutzutage ja nichts besonderes.
Bisher keine Custom Race.
Bisher keine Antaraner.
Und sicher noch ein paar Sachen, die ich vergessen habe.
Fazit:
Bisschen mehr Vorsicht wäre angebracht. Es gibt etliche 4X die sich Master of Orion zum Vorbild nehmen und dann machen sie alles modern und neu. Das Ende vom Lied ist, man spielt doch wieder Master of Orion II. Hier sieht es wieder genauso aus, es heisst zwar Master of Orion, benutzt dieselben Namen, ändert aber einen ganzen Haufen und reduziert auch noch das wenige was da ist. Allein schon die Aussicht, dass man die Master of Orion 2 Rassen auf DLCs auslagert spricht nicht dafür, dass man es hier mit Herzblut zutun hat, sondern eher damit mit dem größten Namen des Genres den Profit zu maximieren, ohne ihm dabei aber gerecht zu werden und mindestens erst Mal das Niveau des 20 Jahre alten Vorgängers zu erreichen. Das wäre die aller erste Aufgabe und die hat man schon mal nicht erfüllt. Das heisst nicht, dass es ein schlechtes Spiel wird. Ich denke sogar es wird Spaß machen, mehr als der nicht-existierende dritte Teil aber ein würdiger Master of Orion 2 Nachfolger? Danach sieht es einfach nicht aus.
Das war ja grade einer der Punkte die MoO ausgemacht haben, zumindest meiner Meinung nach. Das man eben von einem seiner eigenen Planeten alle anderen direkt ansteuern konnte.