FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014 im Test
Mit FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014 liefert EA Sports erwartungsgemäß das passende Spiel zur 2014er Fußball-WM. Doch statt Next-Gen-Power zu nutzen, kommt der Titel nur für PS3 und Xbox 360. Auch der PC geht leer aus. Was das Brasilien-FIFA kann, verrät euch unser Test.
Schlusspfiff in Rio de Janeiro! Die spanische Mannschaft sinkt auf den Rasen, der amtierende Weltmeister ist besiegt, ja, gar deklassiert. 0:4 in einem Finale, in das man als großer Favorit gestartet war und das man jetzt als glasklarer Verlierer verlässt. Auf der anderen Seite liegen sich die Spieler des neuen Weltmeisters in den Armen, vergießen Tränen der Freude, der Erleichterung und wissen: Dies ist der Augenblick, in dem sie zu Legenden wurden. Jamaika ist Weltmeister. Bitte was?
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Wir reden hier natürlich nicht vom realen Fußball, denn schließlich glänzt Jamaika nicht nur bei der Weltmeisterschaft im Juni in Brasilien mit Abwesenheit, sondern hat auch zumindest in den nächsten 40 Jahren nix mit irgendwelchen Titeln am Hut. Nein, der Titel für die Reggae Boyz sprang natürlich im neuesten Teil der offiziellen WM-Spiele aus dem Hause EA heraus. Zumindest für uns.
In diesem Artikel
Beim Konzept orientierten sich die Entwickler dabei am sehr guten WM-Spiel von 2010, der unrunde und verbuggte DLC zur letzten EM wird geflissentlich ignoriert. Das hat zum einen Vorteile, etwa dass der Umfang wirklich ordentlich ausfällt und WM-Fans nicht unbedingt das Hauptspiel besitzen müssen, zum anderen aber auch Nachteile. Die Preispolitik ist beispielsweise äußerst fragwürdig. Bei allen Mini-Verbesserungen beziehungsweise -Änderungen rechtfertigt FIFA WM 2014 eigentlich keinen Vollpreis, 30-40 Euro wären wohl angebrachter gewesen.
Denn im Großen und Ganzen spielt sich der WM-Ableger fast genau so wie das letzten Herbst erschienene FIFA 14 - jenes für die letzte Konsolengeneration wohlgemerkt. Gerade FIFA-Zocker, die bereits auf die PS4-Version umgestiegen sind, kann EA mit ihrer Weltmeisterschaft wohl kaum noch hinter dem Ofen hervorlocken. Das Geschehen wirkt unrunder, undynamischer und sieht auch - vor allem in den Fan-Zwischensequenzen - nicht mehr allzu taufrisch aus. Dass es dennoch Laune macht, liegt natürlich daran, dass auch das PS3-FIFA ein wirklich tolles Spiel war und auch nach wie vor ist. Nur: Mittlerweile hat man halt gesehen, was alles möglich ist in einem virtuellen Fußballspiel. Und da kann die FIFA-WM eben nicht mehr mithalten.
Die Gameplay-Änderungen - hui, aber auch pfui
Hinzu kommt, dass es dann doch einige kleine Gameplay-Änderungen gab, und diese fallen nicht alle positiv ins Gewicht. Schickste Änderung vorneweg: Bei Eckbällen lässt sich nun eine von vier voreingestellten Eckball-Varianten nutzen. Dann bedrängen eure Kicker den Torhüter oder laufen auf den kurzen Pfosten für einen Kopfball - klasse, weil's den Standardsituationen so noch mehr Realismus verleiht. Ebenfalls nett: Pässe an den Mann zu bringen, erfordert nun etwas mehr Genauigkeit und Timing als zuvor, da das Pass-System einmal mehr überarbeitet wurde. Zudem sehen die Zuspiele nun etwas hübscher und flüssiger aus.
Etwas weniger schön ist dann schon die Tatsache, dass sich das Spiel auf Dauer etwas arcadiger beziehungsweise schneller darstellt. Dem Aufbauspiel wird nicht mehr eine so hohe Bedeutung zugemessen wie noch im Vorgänger, obwohl gerade das unserer Meinung nach eine der Stärken von FIFA 14 war. Für eine schnelle Partie zwischendurch ist das sicherlich nett, da mehr Action (sprich: Tore) geboten wird, wer sich aber durch einen der umfangreicheren Modi kickt, könnte das Dauer-Gestürme als störend empfinden.
Hinzu kommt, dass uns mit fortwährender Spieldauer dann doch einige kleinere Ungereimtheiten unterkamen. Die Notenvergabe im Kapitäns-Modus etwa ist ... eigenwillig. Oft ist nicht ganz nachvollziehbar, warum ihr nun eine Auf- oder Abwertung verpasst bekommen habt. Das macht es unnötig kompliziert, sich auf das jeweilige Spiel einzustellen. Und wo wir bei unnötig kompliziert sind: Manche Ballstafette und einige Dribblings der KI sind auch nicht sonderlich sinnvoll, sondern fast schon dämlich. Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn man als einzelner Spieler auf das Mitwirken der KI-Kumpanen angewiesen ist.
Nichtsdestotrotz ist das Geschehen auf dem Platz unterhaltsam und taugt wirklich gut als Einstimmung auf die bald startende WM, was durch Einblendungen von Fans auf den Fanmeilen oder Tribünenrängen noch einmal verstärkt wird -atmosphärisch, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau von vor vier Jahren. Im 2010er-Ableger kam die Fußballbegeisterung der afrikanischen Gastgeber irgendwie besser rüber. Seltsam eigentlich, da das Südamerika-Setting ja eigentlich Samba-Stimmung pur versprühen müsste. Atmosphärischer als Länderspiele in FIFA 14 ist das Gebotene aber allemal.

Das Spiel erscheint nicht für den PC!!!!!!
Als PCGAMES müsste das die Hauptkritik sein und daher auch mit deutlich Abstrichen belastet werden.