Strider im Test: Rasante 2D-Action mit Capcoms Kult-Ninja - Update mit PC-Testvideo

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Die meisten Bosskämpfe sind schon beim ersten Versuch gut zu schaffen. Erst gegen Ende wird's kniffliger. (PS4-Version)
Quelle: PC Games

25 Jahre nach seinem ersten Pixelauftritt kehrt Strider Hiryu mit einem neuen 2D-Actionspiel zurück. Capcoms Cyber-Ninja präsentiert sich dabei in Bestform: Der Serien-Reboot überzeugt mit rasanten Kämpfen, prächtigen Levels, guter Steuerung und ordentlichen Metroidvania-Elementen.

Er ist eine der Kultfiguren aus Capcoms üppigem Spielekatalog: Strider Hiryu, von Beruf freiheitsliebender Sci-Fi-Ninja, der bereits 1989 sein Videospieldebüt gab. In den Jahren darauf brachte er es zwar noch auf ein paar Fortsetzungen, doch zuletzt bekam er höchstens noch Gastauftritte in anderen Capcom-Titeln spendiert. Für einen Neustart der Marke war es also höchste Zeit! Diesen Job haben Double Helix und Capcom gemeinsam übernommen und einen Mix aus Remake und Reboot geschaffen, der die Idee des Urspiels aufgreift: Erneut muss unser Held die futuristische Stadt Kazakh City erkunden, die sich fest im Griff des bösen Großmeisters Meio befindet. Das Ziel: Den Schurken stürzen und auf dem Weg dorthin seine Armee von Blechsoldaten zerstören. Spannende Charaktere sollte man hier ebensowenig erwarten wie tiefschürfende Dialoge – die Story ist belanglos und klischeehaft, stört aber auch nicht weiter – denn Strider glänzt dafür mit inneren Werten.

Hinweis: Wir spielten Strider auf PC, PS4 und Xbox 360 durch. Strider erscheint außerdem auch für PS3 und Xbox One.

Action-Ballett mit dem Plasmaschwert

Strider bewegt sich sehr agil durch die Levels. (PS4-Version) Quelle: PC Games Strider bewegt sich sehr agil durch die Levels. (PS4-Version) Anstelle irgendwelcher 3D-Experimente ist Strider ein hübsch- klassisches 2D-Actionspiel geworden, es wird also aus der Seitenansicht gesteuert. Die meiste Zeit über schnitzt sich der Held dabei mit seinem bewährten Plasma-Katana durch massenhaft Roboter-Soldaten, die in verschiedenen Ausführungen die Level bevölkern. Das Schwertgefuchtel spielt sich erstaunlich simpel, denn im Grunde hämmert man immerzu nur zwei Angriffstasten. Trotzdem fühlen sich die Gefechte großartig an, wenn man bei wildem Tempo über Feinde hinweghüpft, elegant Geschossen ausweicht und sich in Rekordzeit durch die Blechgegner säbelt. Auch die Präsentation ist gelungen: Geschmeidige Kampfanimationen, satte Effekte und eine hohe Framerate sorgen für ein herrlich flottes Spielgefühl. PC-Spieler sollten aber unbedingt ein Gamepad (idealerweise das Xbox-360-Pad) nutzen, denn die Tastatursteuerung ist einfach zu umständlich für ein derart flottes Actionspiel.

In Bosskämpfen muss man zunächst die feindlichen Angriffsmuster lernen - danach hat man ein leichtes Spiel. (PS4-Version) Quelle: PC Games In Bosskämpfen muss man zunächst die feindlichen Angriffsmuster lernen - danach hat man ein leichtes Spiel. (PS4-Version) Von Zeit zu Zeit gibt's natürlich die obligatorischen Bosskämpfe gegen irgendwelche Handlanger des Oberschurken. Abgesehen von einem kurzen Kampf, der auf dem Rücken eines fliegenden Drachen stattfindet, sind die meisten Bossgefechte aber etwas unspektakulär geraten: In der Regel genügt es, die Bewegungsmuster der feindlichen Kämpfer und Riesenroboter zu studieren, im richtigen Moment auszuweichen und aufgeladene Attacken rauszuhämmern – damit knackt man die meisten Bosse schon im ersten Anlauf. Abgesehen von den Bossen fehlt es außerdem an Highlights und Abwechslung im Spielverlauf: Meistens rennt, kämpft, hüpft und klettert man von einem Boss zum nächsten, ohne dass auf dem Weg dorthin etwas Überraschendes passieren würde. Geskriptete Ereignisse, ein paar Rätsel oder wenigstens eine Fahrzeug- oder Shooter-Einlage hätte zumindest für ein bisschen Abwechslung gesorgt. Doch auch wenn es an solchen Dingen leider fehlt: Strider hat noch noch mehr zu bieten als nur Dauerkämpfe!

Metroidvania-Einflüsse: Erkundung und Upgrades

Das Schwert, Striders Hauptwaffe, erhält im Spielverlauf mehrere Upgrades. (PS4-Version) Quelle: PC Games Das Schwert, Striders Hauptwaffe, erhält im Spielverlauf mehrere Upgrades. (PS4-Version) In Strider marschieren wir nicht durch lineare Levels, sondern erkunden eine offene Umgebung, die aus mehreren, weitläufigen Abschnitten besteht. Weil man jederzeit an alte Orte zurückkehren kann (und teilweise auch muss), erinnert die Strider-Neuauflage deutlich an "Metroidvania"-Titel wie Guacamelee! oder Shadow Complex. Der Held genießt dabei ungewöhnlich viel Bewegungsfreiheit: Gleich nach Spielbeginn flitzt unser Schwertschwinger nicht nur mit einem Affenzahn durch die prächtigen Stadtpanoramen und Fabrikhallen, er kraxelt sogar lässig an Wänden und Decken entlang. Auf diese Weise kann man die Umgebungen gezielt nach Upgrades absuchen, die – so wie es sich für Metroidvania-Spiele gehört – überall versteckt sind. Mit diesen Verbesserungen kommt Strider flotter vorwärts, teilt im Kampf härter aus und erschließt so neue Levelbereiche: Per Doppelsprung erhöht er beispielsweise seine Reichweite, während er per Rutschtechnik über den Boden schlittern kann, wodurch er nicht nur Feindfeuer entgehen, sondern auch durch Lüftungsgitter flutschen kann. Auch seine Hauptwaffe, ein Plasma-Katana, erhält mehrere Upgrades: Ein Feuereffekt sorgt etwa für mehr Klingenschaden, während ein anderes Upgrade es ermöglicht, per Schwerthieb feindliche Geschosse zu reflektieren. Auch bestimmte Türen lassen sich nur mit dem richtigen Waffentyp öffnen: Mit der Eisklinge werden etwa rotierende Barrieren eingefroren und mit Wurfdolchen aktiviert man entfernte Schalter.

Die Karte verzeichnet Durchgänge und Secrets, zeigt leider nicht an, welcher Ausgang in welchen Levelbereich führt. (PS4-Version) Quelle: PC Games Die Karte verzeichnet Durchgänge und Secrets, zeigt leider nicht an, welcher Ausgang in welchen Levelbereich führt. (PS4-Version) Die Suche nach neuen Upgrades ist zwar nicht so motivierend wie etwa in Shadow Complex, macht aber Spaß und motiviert dazu, auch alte Levelbereiche nochmal abzusuchen. Leider wird das Vorhaben manchmal durch die Kartenfunktion erschwert: Grundsätzlich ist die Karte zwar gut gelöst und übersichtlich, allerdings zeigt sie nicht an, welcher Levelausgang in welchen Abschnitt führt, das Gleiche gilt auch für das Schnellreisesystem – dadurch gerät das Backtracking (die Rückkehr in alte Levels) manchmal etwas umständlicher als nötig. Immerhin sorgt das aber für ein wenig mehr Spielzeit: Wir haben 7 Stunden und 30 Minuten gebraucht, bis wir sämtliche Kampftechniken gelernt und alle Upgrades für Lebenskraft und Waffenenergie gefunden hatten. Zusätzlich kann man noch verschiedene Kostümfarben für das Strider-Outfit freischalten, was aber leider überhaupt keinen spielerischen Nutzen bringt. Auch ein Erfahrungspunktesystem wie in Dust: An Elysian Tail oder Shadow Complex sucht man leider vergebens, darum hat man es irgendwann kaum noch nötig, sich mit Gegnern rumzuschlagen – oft ist es schneller, einfach an dem Feind vorbeizuflitzen.

Gute, flüssige Grafik

Trotz des 2D-Gameplays vermitteln die 3D-Umgebungen einen schönen, räumlichen Eindruck. (PS4-Version) Quelle: PC Games Trotz des 2D-Gameplays vermitteln die 3D-Umgebungen einen schönen, räumlichen Eindruck. (PS4-Version) Auch technisch macht Strider eine gute Figur: Trotz des 2D-Gameplays bestehen viele Levels aus riesigen 3D-Umgebungen, die einen tollen, räumlichen Eindruck vermitteln. Schöne Partikeleffekte und flüssige Animationen sorgen für sehenswerte Kämpfe, außerdem sind viele Innenlevels mit reflektierenden Texturen beklebt, in denen sich die Action spiegelt. Auch die hohe Framerate, die wir auf Xbox 360 erlebten, verdient großes Lob: Selbst in großen Levels oder während der Bosskämpfe blieb das Geschehen immer flüssig und gut spielbar. Dass die PS4-Version ebenso geschmeidig läuft, ist zwar schön, darf angesichts der verbauten Hardware aber auch erwartet werden. Abgesehen von der höheren Auflösung sieht die Nextgen-Fassung übrigens nicht besser aus als die 360-Version.

Die PC-Fassung sieht genauso gut aus wie die PS4-Version und lief im Test wunderbar flott. Allerdings klagen im Steam-Forum einige Spieler über lästige Slowdowns, die Strider fast ungenießbar machen. Wir konnten diesen Fehler nicht reproduzieren, daher kommt es auch zu keinem Wertungsabzug. Trotzdem sollte Capcom möglichst bald einen Patch nachliefern, der das Slowdown-Problem - sofern es denn häufiger auftritt - behebt.

Wo bekomme ich das Spiel?

Strider ist ab 19. Februar als Download für PC (Steam), PS3 und PS4 (PSN) sowie Xbox 360 und Xbox One (XBLA) erhältlich. Der Preis liegt bei fairen 15 Euro.

Meinung

Wertung zu Strider (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Strider (X360)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Strider (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Rasante KämpfePräzise Steuerung (mit Gamepad)Schicke UmgebungenHohe BewegungsfreiheitSehr flottes SpieltempoSolide Metroidvania-ElementeMotivierende Suche nach UpgradesCooler Stil mit Retro-BezügenEin paar nett gemachte BosskämpfeSaubere Technik, gute Performance (Xbox 360, PS4 getestet)
Wenig Highlights oder ÜberraschungenKeine neuen IdeenAction auf Dauer etwas eintönigKarte mit DetailmängelnÖde StoryEtwas kurz geraten (7-8 Stunden mit allen Upgrades)Unbrauchbare Tastatursteuerung, ein Gamepad ist dringend empfohlen
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    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Das klingt nach einem richtig guten Spiel und die Umsetzung scheint auch prima gelungen :-)
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Das klingt nach einem richtig guten Spiel und die Umsetzung scheint auch prima gelungen :-)
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