Fröhlich kommentiert: Wir haben doch keine Zeit - brauchen wir immer größere Spiele?
Manche Spiele sind echte Killer - Zeitkiller. Mit GTA 5, Assassin's Creed 4, Rome 2 und Witcher 3 stehen uns Spiele ins Haus, die in Sachen Spielweltgröße und Beschäftigungsdauer ihre Vorgänger deutlich übertreffen sollen. Aber ist das auch gut so? PC-Games-Chefredakteurin Petra Fröhlich kommentiert.
Die famose Resonanz auf das Ü30-Special meines Kollegen Marc Brehme hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie sehr auch meine privat gespielten Spiele immer häufiger durch ein ganz bestimmtes Kriterium beeinflusst werden: Zeit. Nicht selten erkundige ich mich ganz gezielt beim Redakteur, wie viel Zeit mich dieses oder jenes Spiel "kostet". Denn die (Frei-)Zeit für dieses Hobby muss ich mir buchstäblich "nehmen" – und das bedeutet, dass ich sie an anderer Stelle "wegnehmen" muss. Bei Filmen und DVD-Serien weiß ich auf die Minute genau, wie viel Zeit ich einplanen muss – 90 Minuten für die handelsübliche Komödie, das Doppelte für Peter-Jackson-Filme. Bei Spielen ist das bekanntlich anders.
Deshalb wird sorgsam abgewogen: Es lohnt sich zum Beispiel schlicht nicht, für eine halbe Stunde den Rechner oder die Konsole anzuwerfen. Die ersten zehn Minuten sind schon rum, bis der PC hochgefahren ist und sämtliche Treiber und Clients am rechten Fleck sind. Gleiches gilt für PS3 oder Xbox, für die zunächst ein halbes Dutzend Receiver in Reihe geschaltet werden wollen. Kein Wunder, dass der Griff zum Tablet häufig so nahe liegt: Anschalten, läuft.
Möglicherweise ist der Faktor Zeit auch ein Grund, warum sich meine Lieblingsgenres im Lauf der Jahre deutlich verschoben haben – weg von Runden-, Aufbau-, Echtzeit-Strategiespielen. Hin zu Action-Spielen vom Schlage eines Max Payne 3 oder ganz aktuell The Last of Us. Im Zweifel kommt mir ein Acht-, Zehn-, Zwölf-Stunden-Spiel wie Call of Duty gerade recht: Ich weiß von vornherein, was mich erwartet. Denn: Wenn ich ein Spiel anfange, dann will ich es auch zu Ende bringen – wer braucht schon eine Festplatte mit lauter halb angefangenen Spielen, die man eigentlich extrem dringend weiterspielen müsste?
Die nächsten Zeitkiller stehen schon vor der Tür. Sie nennen sich Assassin's Creed 4, GTA 5, Witcher 3 oder Rome 2. Wer einen vernünftigen Gegenwert fürs Geld erwartet, wird vor Freude juchzen. Doppelt, ach was: Dreimal so große Spielwelt wie der Vorgänger? NOCH größer als Skyrim? Genial! Jene Semester hingegen, die einem Beruf nachgehen, Familien um sich haben, in Abi-Prüfungen oder Klausuren versinken, all die schlagen die Hände über dem Kopf zusammen: Wann um Himmelswillen soll ich das bloß spielen?
Statt stumpfem "Größer, breiter, höher" sollten Studios und Entwickler stärker als bisher dafür sorgen, dass ihre Spiele vernünftig portioniert und auch dann ein Genuss sind, wenn man nur ein Stündchen Zeit mitbringt. Dass man an sinnvollen Stellen abspeichern kann. Und dass die Quests, Missionen, Einsätze so aufgebaut sind, dass man auch nach längerer Zwangspause schnell wieder einsteigen kann. Getreu dem Motto: Wir haben doch keine Zeit!
Schönen Montag
Petra
Eure Meinung: Wie sehr achtet ihr beim Spielekauf auf die voraussichtliche Spieldauer?

Dazu kommt das der Markt ja nicht gerade wenig Bietet, wenn ich weiß das meine Zeit knapp ist und es mich nervt wenn ich mich dauernd einarbeiten muss oder so was,dann lass ich es und Spiel was anderes. Was wäre ein AC ohne die riesige Spielwelt und ihre Möglichkeiten, ich verstehe da auch die Leute nicht die durch ein Game rennen als wenn es keinen Morgen gäbe. Nur damit man "Mitreden" kann??
Wenn eure zeit knapp ist dann Spielt MP Games, wo man sich eben 20 min austobt und gut ist. Aber hier zu schreiben,das die Spiele "kleiner" werden sollen finde ich den falschen weg.
Wie gesagt verstehen tu ich das schon, Zeit ist knapp, die Trailer sehen Spitze aus und zwischen/ Kind/Partner/Haustier/Haushalt/Beruf/Wrestling Training/Yoga/Fitness Studio/Disco Abend/Ballet Unterricht und Bibelkreis dann noch ein FC3 zu pressen ist verdammt schwer. Die frage ist dann nur ob ich mir nicht zuviel zumute oder eben das falsche Hobby hab.
Weniger ist oft mehr , ich hab auch Bekannte die ständig jammern wie wenig Zeit sie denn haben, aber das sie komischerweise dann 3 oder 4 Hobbys haben das zählt nicht, wenn ich wenig Zeit hab muss oder sollte ich mich für eine Sache entscheiden und nicht anfangen zu überlegen ob es besser wäre wenn gewisse Sachen nicht so lange dauern würden. Spielen kostet eben Zeit und wenn die Knapp ist muss ich entweder auf ein anders Hobby zurückgreifen oder eben auf kleiner Spiele. Ich hab noch keinen gehört der sagte, Fußball ist geil aber das Spiel sollte nicht länger dauern als ne Stunde sonst komm ich Zeitlich nicht hin.
Klar was ich geschrieben hab ist ein wenig überspitzt und ich versteh auch den ein oder anderen Punkt,gar keine Frage.
richtig.
der absolute hc-ansatz, der bewußt -entgegen aller wirtschaftlicher vernunft vielleicht sogar- anfänger von vornherein ausschließt, war schon immer teil der 'reihe', ist also auch in den (quasi-) vorgängern genauso zu finden.
Ich verstehe Deinen Punkt. Was dagegen sprechen würde? Die Meinung der Entwickler. Wenn Leute ein Spiel erstellen haben sie ja eine bestimmte Vorstellung was sie schaffen wollen. Wenn beim Spieldesign feste Speicherpunkte vorgesehen sind und sie es so veröffentlichen, können wir Kunden ja entscheiden ob wir damit leben können oder nicht. Ich finde es toll daß nicht alle Spiel auf jeden zugeschnitten sind, das wäre so was von langweilig...