Will Wright: Ein abgebranntes Haus, Weltraumschrott und illegale Straßenrennen
Von Raid on the Bungeling Bay, einer Pizza-Party und Inspirationsquellen
Der symphatischste Nerd aller Zeiten.
Das Programmieren bringt er sich binnen kürzester Zeit selbst bei. 1984 veröffentlicht der US-amerikanische Publisher Broderbund (Prince of Persia-Serie) Will Wrights erstes Spiel, Raid on the Bungeling Bay (Infos auf der letzten Seite) für den Commodore 64. Kurz darauf stellt er fest, dass es ihm deutlich mehr Spaß macht, mit dem Leveleditor rumzubasteln, als das Spiel zu spielen. Wright beginnt kurze Zeit später mit einem anderen Projekt: Probots. Über das Spiel ist wenig bis nichts bekannt, kein Publisher erklärte sich bereit, das Konzept zu vermarkten. Laut mobygames.com würde Will Wright gerne ein Remake des Spiels veröffentlichen, allerdings habe er alle Kopien verloren.
Drei Jahre später, 1987, lernt er den Investor Jeff Braun auf einer Pizza-Party kennen. Will Wright suchte verzweifelt nach einem Publisher für SimCity, Jeff Braun verzweifelt nach einer interessanten Idee. Noch im selben Jahr gründeten beide das Entwicklerstudio Maxis in Orinda, Kalifornien. 1989 erschien SimCity... und machte sowohl Will Wright, als auch Maxis berühmt. Danach ging alles Schlag auf Schlag, ein Sim-Spiel folgte auf das nächste: SimEarth (1990), SimAnt (1991), SimLife (1992), SimCity 2000 (1993), SimCopter (1996), SimCity 3000 (1999). In der Zwischenzeit brannte sein Haus ab. Und jetzt halten wir unser Versprechen und sagen Ihnen, was das mit Die Sims zu tun hat.
Eine Figur aus dem "digitalen Puppenhaus."
Es diente Will Wright als Quelle der Inspiration. "[...]Wir hatten nichts mehr, mussten unser Leben komplett neu einrichten. Ein Haus kaufen, Kleidung, Zahnbürste, Auto, einfach alles. Ich fand es spannend zu beobachten, wie und in welcher Reihenfolge wir unser Leben wieder aufbauten. Und genau darum geht es auch bei den Sims", so Will Wright im Interview mit spiegel.de über die positive Seite des privaten Unglücks. Als erstes kaufte er sich übrigens neue Unterwäsche und eine Zahnbürste.
Darüber hinaus kommt in Die Sims eine Philosophie zum Tragen, die Will Wright schon sein ganzen Leben über begleitet: die Kreation von Dingen. Sei es ein maßstabsgetreues Modell der USS Enterprise, ein kleiner Roboter oder der zweite Level von Raid on Bungeling Bay - Kreativität zeichnet den Entwickler aus, wie kaum einen anderen. In seinen Spielen geht er noch einen Schritt weiter: Er schafft eine Plattform, gibt Werkzeug und Anleitung, um den Spieler danach seiner eigenen Fantasie zu überlassen. So auch in der Sims-Serie, die bis zum heutigen Tage mehr als 100 Millionen Einheiten verkaufte. Seine Frau hat übrigens keines davon gespielt. Sie hasst Computer. Vermutlich ist sie auch zu sehr damit beschäftigt, den ganzen russischen Schrott platzsparend im Haus zu verteilen. Das steht nämlich auch wieder.
Ein bisschen Spaß muss sein: Will Wright zu Gast in einer US-amerikanischen Comedy-Show:


Dafür ist er einfach zu intelligent!
Zum Glück gibt es keine Regel die die Wiederholung von Informationen verbietet.
Immerhin soll es ja auch leute geben, die vor ein oder zwei jahren nicht jeden Spiegel Online Artikel gelesen haben.