Warhammer 40k: Dawn of War 2 - Chaos Rising im Test: Eine gelungene Erweiterung
Zoomen Sie während der Kämpfe ruhig mal an das Geschehen heran, es lohnt sich!
Zu den bekannten Level-Landschaften aus dem Vorgänger kommen einige schicke neue dazu. Im Vordergrund steht der Planet Aurelia, der mit sturmumtosten, eisverkrusteten und vermeintlich verlassenen Städten lockt. Hier absolvieren Sie viele Einsätze. Außerdem erforschen Sie die düsteren Gänge eines gigantischen Space-Hulk-Raumschiffs. Trotz der neuen Schauplätze führen Sie die Entwickler immer wieder in alte, bekannte Schlachtfelder zurück oder sorgen mit geschickt gesetzten Anspielungen dafür, dass Warhammer-Kenner anerkennend und wissend mit der Zunge schnalzen.
Als neuer Gegner stellt sich Ihnen die Chaos-Fraktion in den Weg. Während die Bösewichter im Vorgänger, die Tyraniden, einfach nur in blinder Wut die gesamte Galaxis zerstören wollten, wenden sich die dem Chaos verfallenen Space Marines voller menschlicher List und Tücke gegen ihre einstigen Brüder. Zwar bleibt die Story dabei über weite Teile vorhersehbar und kaum spannend, doch zumindest gegen Ende haben die Entwickler eine Wendung eingebaut, die Fans der Reihe überraschen dürfte … Übrigens verrieten uns die Entwickler bei einem Besuch vor Ort, dass sie lange überlegt hatten, den coolen Chaos Marines eine Einzelspielerkampagne zu spendieren. Zwar haben sie sich letztendlich dagegen entschieden, stattdessen aber ein System eingebaut, das dem bösen Wesen der verderbten Krieger sehr nahe kommt.
In nahezu jeder Mission müssen Sie Entscheidungen über Ihr Vorgehen fällen. Helfen Sie befreundeten Truppen, indem Sie den Dauerbeschuss von Artillerie beenden, oder kümmern Sie sich lieber um Ihr Hauptziel? Zerstören Sie ein lebenswichtiges Tor, um schneller zu sein, oder benutzen Sie den Schlüssel? Wenn Sie sich für die bösartige, egoistische Variante entscheiden, erhalten Sie dafür Korruptionspunkte. Diese wecken dunkle, mächtige Fähigkeiten in Ihnen, verwehren aber auch den Zugriff auf andere, „gute“ Kräfte.
Das Chaos hetzt Ihnen nicht nur Marines auf den Hals, auch Höllenkreaturen gehen auf Sie los.
So darf Jonah als korrumpierter Magier etwa fiese schwarze Löcher zaubern, verliert dafür aber seinen immens wichtigen Heilspruch. Im Gegenzug bietet jede Mission Aufträge an, die Ihre angeschlagene Seele wieder auf den Pfad der Tugend zurückführen. Außerdem finden Sie Waffen und Rüstungen, die Sie nur mit bestimmtem Reinheits- oder Korruptionsgrad tragen dürfen. Andere wiederum helfen dem Träger, negativen oder positiven Einfluss zu entfernen. Sie müssen also ständig abwägen, welche Richtung Sie einschlagen wollen. Ihr Dreadnought Davian Thule ist übrigens immun gegenüber dem negativen Einfluss. Dafür redet er Ihnen immer wieder ins Gewissen, wenn Sie den Pfad der Korruption beschreiten. Je nach Auslegung Ihres Charakters erwartet Sie nach etwa zehn Stunden Spielzeit ein anderes Ende, in netten, aber unspektakulären Zwischensequenzen erzählt. Schade: Meist beeinflusst Korruption Ihren gesamten Trupp. Es ist nahezu unmöglich, Teammitglieder individuell der guten oder bösen Seite zuzuwenden. Auch ist es oft viel leichter, die Verderbtheit Ihrer Leute in Kauf zu nehmen. Wer ein guter Space Marine sein will, muss sich mehr anstrengen, um etwa unter Zeitdruck den Verlust von zu vielen Verbündeten zu verhindern.
Einen wichtigen Teil des Spiels müssen wir Ihnen, zumindest bewertend, schuldig bleiben. Mehrspielerpartien mit menschlichen Teilnehmern waren mit unserer Testversion leider nicht möglich. Zwar konnten wir bei einem Besuch bei den Entwicklern schon einige Runden „Letzter Widerstand“ (mit neuen Helden) und „Free For All“ (mit neuer Fraktion) anspielen, für ein wertendes Urteil über Spielbarkeit und Fraktions-Balancing reicht das jedoch nicht aus. Zumal Entwickler Relic schon im Vorfeld mitteilte, dass pünktlich zur Veröffentlichung von Chaos Rising erste Patches folgen werden, die kleinere Fehler und entdeckte Balancing-Probleme ausbessern sollen. Besonders löblich: Relic spendiert allen Besitzern des Hauptspiels ein dickes, kostenfreies Update mit neuen Einheiten und Helden für den Last-Stand-Modus. Das ist zwar auch keine Revolution, aber eine herzliche, sympathische Geste der Kanadier.
Kopierschutz-Info:
Um Chaos Rising spielen zu können, benötigen Sie einen Online-Account bei Games for Windows Live sowie Steam.
Den Test inklusive Extrakästen lesen Sie in der PC Games 03/10.


Über 1000 Stunden nur im Multiplayer verbracht und kann es jedem nur empfehlen den mal länger als nur 2-3 spiele zu Spielen. Suchtgarantie!