Strike Suit Zero im Test - Das hat uns nicht gefallen + Wertung

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In der Mech-Ausführung des "Strike Suit"-Jägers weicht ihr durch doppeltes Antippen der Bewegungstasten flink zur Seite aus.
Quelle: PC Games

Ein Indie-Entwicklerstudio verspricht einen geistigen Nachfolger glorreicher Weltraum-Shooter wie Freelancer und Wing Commander, zu Teilen finanziert über Kickstarter. Ist Strike Suit Zero der wahr gewordene feuchte Traum aller Hobby-Weltraumpiloten? Oder hat die Space Opera abseits wohliger Reminiszenzen an alte Genre-Perlen nicht viel zu bieten?

Das hat uns nicht gefallen

Was diese Kugel in der Bildmitte ist, fragt ihr? Wird nicht verraten wegen Spoilergefahr. Was diese blaue Schleife am linken Rand ist? Wird verraten: der aufdringliche Lens-Flare-Effekt in Strike Suit Zero. Was diese Kugel in der Bildmitte ist, fragt ihr? Wird nicht verraten wegen Spoilergefahr. Was diese blaue Schleife am linken Rand ist? Wird verraten: der aufdringliche Lens-Flare-Effekt in Strike Suit Zero. Ideenlose Story, holprige Präsentation
Wir wollen gar nicht allzu viele Worte über die Geschichte von Strike Suit Zero verlieren. Erstens, weil uns der Entwickler darum gebeten hat. Und zweitens, weil wir wetten, dass sie sich die groben Zusammenhänge aus einem halben Dutzend Stichpunkte selbst zusammenreimen können, so vorhersehbar ist die Story: Erdenflotte, Rebellen, Unabhängigkeitskrieg, Alien-Artefakt, Künstliche Intelligenz, stummer Held. Wer in der Vergangenheit schon Kilrathi, Shivaner, Nomaden, Russen oder eins der anderen Feindbilder bekannter Weltraum-Shooter aus dem All geblasen hat, hat für den vorhersehbaren Plot nur ein müdes Lächeln übrig.

Die Handlung führt einen Abziehbild-Charakter nach dem anderen ein, alle furchtbar langweilig gesprochen, alle nur durch starre Portraits in den Zwischensequenzen vertreten, die lediglich vor der Kamera schwebende Raumschiffen zeigen. Dazu gibt es nur noch zwei spärlich animierte gezeichnete Sequenzen, die am Anfang und Ende der Kampagne laufen. Dazwischen herrscht gähnende Leere: Die nächste Mission wählt ihr in einem äußerst schlichten Menü aus statt wie etwa in Freespace 2 als Teil der Crew auf einem Trägerschiff Befehle entgegenzunehmen. Eure Kameraden (Wingmen) verfügen zudem über keinerlei denkwürdige Charakterzüge. Ihre einzige besondere Fähigkeit ist es, alle paar Minuten die immer gleichen Kommentare mit neuem Elan abzugeben. Nervig!

Kein Radar, rudimentäre Zielerfassung
Strike Suit Zero hält sich bei der Handhabung der Weltraumgefechte größtenteils an etablierte Genre-Größen. Umso mehr verwundert es, dass eine Radarkarte fehlt. Außerdem ist der Spieler nicht in der Lage, Gegner als Ziel zu markieren, die gerade auf ihn feuern – eigentlich ebenfalls ein Standard für diese Sparte Spiel. Die automatische Zielerfassung des nächsten Widersachers sorgt derweil oft für Probleme, da sie missionskritische Ziele bevorzugt behandelt. So kommt es schon mal vor, dass ihr nach einem Druck auf die entsprechende Taste statt des Abfangjägers neben euch die Geschütztürme des ewig weit entfernten Kreuzers markiert. Wenn das zu einem vermeidbaren Abschuss der eigenen Maschine führt, wie es im Test des Öfteren geschah, nervt das tierisch.

Unlogische Missionsbegrenzungen
In zwei Aufträgen riss uns eine Nachricht aus der glaubhaft in Szene gesetzten Universum, die wir eigentlich nur aus linearen Militär-Shootern kennen: Wir hätten das Missionsgebiet verlassen und deshalb sei die Aufgabe gescheitert. Und das nur, weil wir einen KI-gesteuerten Feind ein paar Kilometer abseits der Hauptschlacht verfolgt haben! Ganz klar: Solche künstlichen Begrenzungen haben im endlosen Weltall nichts zu suchen!

Schwankender Schwierigkeitsgrad
Strike Suit Zero besitzt nur einen Schwierigkeitsgrad und der stieg im Test etwa nach der Hälfte der Kampagne sprunghaft an. Mehrere große Schlachtschiffe und schier endlose Wellen feindlicher Jagdmaschinen brachten uns ins Schwitzen – obwohl der Tester jahrelange Erfahrung im Genre vorweisen kann!
Immerhin: Anders als in den offensichtlichen Vorbildern des Spiels gibt es eine automatische Speicherfunktion mit mehreren Checkpoints pro Mission. So braucht ihr nach einem Bildschirmtod nicht die komplette 30-minütige Passage von Anfang an neu zu spielen. Einige der Speicherpunkte sind aber immer noch zu weit auseinander.
Wer sich Arbeit ersparen will, nutzt den Umstand aus, dass bei einem Neustart vom Checkpoint aus das Raumschiff komplett repariert und wieder vollständig mit Raketen bestückt ist.

Info: Zum Testzeitpunkt arbeitete Entwickler Born Ready Games noch an der finalen Balance. Da die von uns gespielte Version aber zum Test freigegeben war, werten wir das Spiel für diese (beim Release eventuell ausgebügelten) Ausrutscher dennoch ab.

Keine Cockpit-Perspektive
Strike Suit Zero traut sich tatsächlich, ohne detaillierte Cockpit-Kanzel daherzukommen. Das ist für einen Weltraum-Shooter eine fast schon skandalöse Aussparung! Neben der Außenperspektive gibt es nur eine spartanische Ego-Sicht mit Fadenkreuz.

Oberflächliches Upgrade-System
Durch das Erfüllen von Bonuszielen schaltet ihr im Spielverlauf Verbesserungen in fünf Kategorien frei. Das sind aber nur langweilige Prozent-Upgrades mit geringfügigen Auswirkungen auf Flugverhalten und Widerstandskraft eurer Raumer. Neue Waffen erhaltet ihr automatisch im Laufe der Kampagne und wählt sie vor Missionsbeginn in einem schmucklosen Menü aus. Die Auswirkungen eurer Loadout-Wahl halten sich in Grenzen.

Bildergalerie

Wertung zu Strike Suit Zero (PC)

Wertung:

7.0 /10
4
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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von usopia Mitglied
        ...hmm, das Game könnte was für mich sein, muß ich mir mal genauer anschauen. Ein Weltraum-Ballerspiel ohne großartigen Handel- und Aufbau-Kram suche ich schon länger.
      • Von usopia Mitglied
        ...hmm, das Game könnte was für mich sein, muß ich mir mal genauer anschauen. Ein Weltraum-Ballerspiel ohne großartigen Handel- und Aufbau-Kram suche ich schon länger.
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von Enisra
        war das nicht ein Ipad-Spiel? Oder erinner ich mich da an was vollkommen anderes?
        Du meinst bestimmt Galaxy on Fire 2 HD.
      • Von Enisra Mitglied
        war das nicht ein Ipad-Spiel? Oder erinner ich mich da an was vollkommen anderes?

        Und naja, 10h Spaß am Weltraumkampf für nen Zwanni, bzw. weniger beim Steamdeal wo sich wohl bestimmt die meisten davon wieder verkaufen werden, ist jetzt auch wieder nicht der schlechteste Deal, mal schaun
      • Von bl4cKst4R Stille/r Leser/in
        Schade klingt eigentlich nicht so schlecht, aber ohne Endlosgame Map und Handel ist das sicher nichts für mich auf Dauer, vielleicht auch gerade weil es eben nur Singleplayer erlaubt.
        Da wird es dann eben nach 7-10 Stunden langweilig.
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