Das Mini-Spiele-Maxi-Spaß-Menü
7 Sins
Sie bringen Abwechslung ins Shooter-Dauergeballer, erquicken Helden in Kampfpausen, rauben Rollenspielheroen den letzten Nerv - und für sie installierten wir sogar Seifenopern wie Die Sims 2. Nein, wir sprechen nicht von der holden Weiblichkeit. Gemeint sind Minispiele in Computerspielen! Diese oft nur am Rande wahrgenommenen, mehr oder minder unterhaltsamen Einlagen, etwa wenn Meisterdieb Garrett in Thief: Deadly Shadows statt mit Wächtern in einer Geschicklichkeitseinlage mit dem Türschloss ringt oder Bioshock-Spieler strategisch Rohre verlegen, um das Sicherheitssystem eines Safes zu düpieren. Solche als Minispiele bezeichnete Sequenzen sind grob gesagt meist simpel gehaltene, teils sogar genrefremde Spiele, integriert in andere Computerspiele. Allerdings lassen sich die Grenzen zwischen einfachen Rätseln, Easter-Eggs und tatsächlichen Minispielen nur schwer ziehen. Vorher erwähntes Schlösserknacken würe, sähe man es isoliert für sich, wohl kaum jemand als Spiel bezeichnen. Eindeutig dagegen das Bioshock-Exempel: Rohre von Anfang- bis Endpunkt verlegen, bevor eine zäh voranfließende Flüssigkeit ausläuft, gab es bereits 1989 unter dem Namen Pipe Mania zu kaufen.
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Heute ist kaum noch nachzuvollziehen, welcher Video- beziehungsweise Computerspielprogrammierer als Erstes die Idee verwirklichte, Minispiele in sein Werk einzubauen. Als ältesten PC-Titel mit derlei Nebenbeschäftigungen, den wir noch selbst spielten, gab unser Erinnerungsvermögen das Klamauk-Adventure Space Quest III: The Pirates of Pestulon von 1989 preis. In einer "Astro Chicken" genannten Sequenz landet der Spieler ein herunterfallendes Hühnchen gefühlvoll auf einem Trampolin - definitiv eine Hommage an Lunar Lander von 1973. Im Original bugsiert man eine Raumfähre entgegen Schwerkraft und im Weg stehenden hohen Bergen per Schubdüsen zum sicheren Landeplatz. Spätere Generationen von Computerspielen greifen bis heute gerne auf alte Klassiker zurück: als Remake mit besserer Grafik, neuen Features und unter anderem Namen, oder eben eingeschleust im Rahmen eines eigenen Programms. Die Ehre wurde und wird nach wie vor dem ersten weltweit erfolgreichen Videospiel Pong von 1972 unzählige Male zuteil - dabei ist es doch selbst ein abgespecktes, aus der Realität geklautes Pingpong. Atari brachte 1976 die fortgeschrittene Variante Breakout in die Spielhallen. Einen Minispiel-Ableger wiederum finden wir im Jump&Run Commander Keen 4: Secret of the Oracle (1991).

