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  • Das Phänomen DLC im Report: Die Gelddruckmaschine der Publisher

    Das Phänomen DLC: Die Gelddruckmaschine der Publisher Quelle: © Brian Jackson - Fotolia.com

    Zocken uns Spielehersteller mit ihren Download-Erweiterungen regelrecht ab oder bieten sie mehr Spielspaß zum gerechten Preis? Wir gehen dem umstrittenen Trend in unserem großen Report auf den Grund und reden mit Entwicklern und Spielern.

    Mit dem Geld ist das so eine Sache. Alle wollen es. Aber keiner redet gerne drüber. Schon gar nicht Spiele-Publisher.

    Download-Erweiterungen bestehender Spiele zum Festpreis, sogenannte DLCs, scheinen die neue Gelddruckmaschine der Spieleindustrie zu sein. Zumindest wenn man danach geht, wie enthusiastisch sich die Firmen seit der ersten DLC-Sichtung im Jahr 2002 in die Entwicklung und Vermarktung solcher Mini-Add-ons stürzen. Doch: Kaum ein anderes Thema ruft unter Spielern solch negative Reaktionen hervor. Die Online-Foren sind voll von Beschwerden über Schmalspur-Add-ons zu Halsabschneiderpreisen. Es wird gemeckert über als Lockmittel eingesetzte Vorbesteller-DLCs. Man klagt über Season-Pass-Angebote, für die allein teils der Vollpreis eines neuen Spiels aufgerufen wird.

    Wer aber beteiligt sich nicht an dieser Diskussion? Richtig, die Spiele-Publisher.

    Was bedeutet eigentlich … DLC?
    Ein Sammelbegriff für „downloadable content“, der alles von Mehrspieler-Karten bis Solomissionen umfasst – gratis oder kostenpflichtig.
    Electronic Arts, Ubisoft, Warner Bros. Interactive, Capcom, Square Enix, Activision, Bandai Namco, Microsoft, Sony und wie sie alle heißen waren natürlich noch nie die auskunftsfreudigsten Gesprächspartner. Wenn es um DLCs geht, dann zeigen sich die Großen im Business allerdings besonders zugeknöpft. Unsere Interview-Anfragen zum Thema wollten im Vorfeld jedenfalls nur die wenigsten Firmen beantworten – und zwar ausschließlich kleine, unabhängige Entwicklerstudios. Bei den Publishern hieß es dagegen: kein Kommentar.

    Die Aussage eines Entwicklers unter der Schirmherrschaft eines der "Big Player" lässt tief blicken: "DLC-Pläne sind im Allgemeinen mit dem Marketing verbunden und das wird nahezu exklusiv vom Publisher betreut." Das erleichtert die Suche nach einer Antwort auf die Frage, wer Schuld hat. Schuld an teuren DLCs, bei denen Preis und Umfang in keinem Verhältnis stehen. Schuld an separat verkauften Inhalten, die den Eindruck machen, man habe sie vor Release aus dem vermeintlich fertigen Spiel herausgeschnittenen, oder die gar direkt auf der im Handel angebotenen Disc schlummern. Schuld am Vorbesteller-Wahnsinn, bei dem jeder Laden von Gamestop bis Amazon mit einem anderen exklusiven Ingame-Item wirbt.

    Wer hat Schuld? Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen: die Publisher. Und natürlich wir, die Käufer.

    Der Blick zurück

    Electronic Arts' Premium-Angebot für die Battlefield-Serie lockt mit einem reduzierten Gesamtpreis für das Komplettpaket mit allen DLCs. Electronic Arts' Premium-Angebot für die Battlefield-Serie lockt mit einem reduzierten Gesamtpreis für das Komplettpaket mit allen DLCs. Quelle: PC Games "[Spiele] sollen [..] überraschen, sich als kohärentes Ganzes präsentieren, eben als kreatives Werk – und nicht als Steckbaukasten. In keinem anderen Medium käme man auf die Idee, Kunst häppchenweise zu verkaufen." So steht's geschrieben im großen DLC-Report der PC-Games-Ausgabe 02/12. Auf die Frage nach ihrer Meinung antworteten 2012 48 % unserer Leser mit "DLCs sind die reinste Abzocke!". Doch 45 % sagten auch "Finde ich okay, ich überlege mir aber ganz genau, ob ich einen DLC kaufe oder nicht." – das Thema polarisierte bereits damals.

    Heute hat sich daran wenig geändert. Bei einer Umfrage auf PCGames.de wollten wir unter anderem von euch wissen: "Werden Spiele eurer Meinung nach aufgrund von DLCs beschnitten?" Traurig, aber wahr: 80 Prozent der Befragten haben das Gefühl, dass Entwickler beziehungsweise Publisher absichtlich Inhalte aus einem Spiel zurückhalten, um sie nach dem Erscheinen als DLCs herauszubringen. Zudem sind 80 Prozent laut der Umfrage der Meinung, dass Spiele seit dem Auftauchen von DLC kürzer ausfallen als früher. Lediglich sieben Prozent der Befragten befürworten den DLC-Trend, die überwiegende Mehrheit (76 %) sieht die ganze Angelegenheit negativ.

    Weitere Fragen ergaben, dass sich 80 Prozent der Umfrageteilnehmer die Zeit der klassischen Add-ons zurückwünschen und mehr als die Hälfte beim Kauf von Spielen auf sogenannte Game-of-the-Year-Editions wartet, die zum günstigen Preis (fast) alle DLCs eines Titels beinhalten.

    Drei Jahre später

    Dabei hat die Spieleindustrie bei genauer Betrachtung in den drei Jahren seit 2012 einen subtilen Wandel im Umgang mit DLCs durchgemacht – größtenteils zum Guten. Klar, es gibt immer noch die absurde Aufteilung von Vorbesteller-Boni auf unterschiedliche Versandhändler. 2014 konnten Käufer von Ubisofts Watch Dogs aus sagenhaften zehn unterschiedlichen Versionen wählen, alle mit einzigartigen (und letztlich bedeutungslosen) Inhalten wie einem besondern Outfit, einer exklusiven Mission oder einem Fertigkeitsbonus. Und ja, noch immer erscheinen Spiele, bei denen man von Anfang an das Gefühl hat, irgendetwas würde fehlen – zurückgehalten für den unweigerlich folgenden DLC. Besonders schräg: Bei Mortal Kombat X werden momentan Gameplay-Erleichterungen wie einfachere Tastenkombinationen für sogenannte Fatalities zum Festpreis angeboten!

    Ich hätte lieber ein Spiel mit DLC als eins ohne.
    Armin Ibrisagic, Game Designer bei Coffee Stain Studios
    Derweil werden Season-Pässe für die Zeit nach der Veröffentlichung beworben, während sich das eigentliche Spiel noch in Entwicklung befindet. Von der teils wahnwitzigen Preisgestaltung der Hersteller mal ganz abgesehen. Beispiele gefällig? Ein Lamborghini in zwei unterschiedlichen Lackierungen kostet bei Need for Speed: Rivals ganze sechs Euro. Für neue Charakterskins im Raid-Modus von Resident Evil: Revelations 2 wird ein Obolus von drei Euro fällig – pro Figur! Ein neuer Monstertyp für Evolve schlägt gar mit satten 15 Euro zu Buche.

    Ohne Frage: Die Relation zwischen Preis und Gegenwert stimmt weiterhin oftmals nicht. Den frommen Wunsch von Leser Shadow_Man im Forum auf PCGames.de dürfte wohl so manch ein Spieler teilen: "Ich würde mir wünschen, dass die Industrie von diesen ganzen Mini-DLCs mit überhöhten Preisen wegkommt und stattdessen richtig schöne neue SP-Kampagnen mit ordentlichem Umfang [..] macht, die ihr Geld auch wert sind."

    Manch ein Hersteller scheint begriffen zu haben. Hochwertige Einzelspieler-Erweiterungen wie Burial at Sea für Bioshock Infinite oder Dishonored: Brigmore Witches erzählen eigene Geschichten, die den Ereignissen des Hauptspiels neue Aspekte abgewinnen. Zudem weisen sie auch spielerische Unterschiede zu jenen Titeln auf, für die sie erschienen sind. Statt einfach nur mehr vom Gleichen zu bieten, locken solch aufwendige DLCs durch neue Spielerlebnisse. Dafür greifen die Spieler dann auch gerne tiefer in die Tasche. MichaelG im PCGames.de-Forum: "Bietet [ein DLC] über zehn Stunden Spieldauer, zig neue Waffen, etc. bin ich bereit, mehr zu bezahlen als für einen DLC mit einer Waffe und einem Kostüm."

    03:40
    Das ist Abzocke: Die fiesesten DLCs im Special-Video
  • Es gibt 68 Kommentare zum Artikel
    Von MichaelG
    Ich sag ja nur mal überspitzt wie die Finanzcontroller sich die Sache schönrechnen. 
    Von Angry-Angel
    Diese Rechnung, (1 Gebrauchtkäufer = 1 Day-One Käufer weniger) ist aber nicht richtig.Ich kann nur von mir selbst…
    Von nuuub
    @BonkicJaja... Der 108b... ^^Versuche dich mal auf den zu berufen wenn dir ein Konzernanwalt die Klagen um die Ohren…
    • Es gibt 68 Kommentare zum Artikel

      • Von MichaelG Erfahrener Benutzer
        Ich sag ja nur mal überspitzt wie die Finanzcontroller sich die Sache schönrechnen. 
      • Von Angry-Angel
        Zitat von MichaelG
        Gebrauchtkauf von PC-Games (außer älteren Games) ist quasi unmöglich. Auf Konsolen hingegen immer noch ein großer Faktor und immer noch ein Dorn im Auge der Publisher. Weil die rechnen überspitzt formuliert so. 1 Gebrauchtkäufer = 1 Day-One Käufer weniger. Und die…
      • Von nuuub Erfahrener Benutzer
        @Bonkic

        Jaja... Der 108b... ^^

        Versuche dich mal auf den zu berufen wenn dir ein Konzernanwalt die Klagen um die Ohren schmeißt.

        MichaelG hat absolut recht, die Politik hat sich überrollen lassen. Die Kanzlerin hat keine Ahnung, ist ja schließlich alles Neuland für sie, die Gamer sind eh alle Böse, und die Lobbyisten leisten die ganze Arbeit. ^^
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Das Phänomen DLC im Report: Die Gelddruckmaschine der Publisher
Zocken uns Spielehersteller mit ihren Download-Erweiterungen regelrecht ab oder bieten sie mehr Spielspaß zum gerechten Preis? Wir gehen dem umstrittenen Trend in unserem großen Report auf den Grund und reden mit Entwicklern und Spielern.
http://www.pcgames.de/Spiele-Thema-239104/Specials/Phaenomen-DLC-Report-Gelddruckmaschine-1157065/
24.04.2015
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