Sacred 2: Fallen Angel im Test: Hält Ascaron seine Versprechen?
Die aus abwechslungsreichen Klimazonen bestehende und von Dungeons, Dörfern und Städten durchsetzte Umgebung hat aber auch einen Nachteil, der fast so gewaltig ist wie sie selbst: Aufgrund ihrer Größe erfordert die Spielwelt viele lange Fußmärsche. Die schon früh käuflichen Reittiere machen dies zwar erträglicher, doch mehr Schnellreiseportale oder am besten gleich eine Art manueller Teleportationszauber hätten den Spielablauf flotter und unterhaltsamer gestaltet.
Bossgegner sind zwar groß und wundervoll gestaltet, boten während unserer Tests aber keine echte Herausforderung - Heiltränke einwerfen, draufhalten, Sieg.
Die sechs Klassen, vor allem Schattenkrieger und Inquisitor, sind für das Genre angenehm unverbraucht und sehr schön designt: Sie spielen sich unterschiedlich und erstrahlen schon kurz nach Spielbeginn in prächtigen Rüstungen, während ihre Zauber ein effektreiches Spektakel auf dem Bildschirm entfachen. Andere Action-Rollenspiele dürfen neidisch sein! Schon nach wenigen Spielminuten überrascht die fürs Genre untypische Art der Charakterentwicklung: Fähigkeiten erlernt man nicht über Talentbäume, sondern über zufällig erbeutete Runen. Sprich: Schon nach wenigen Levels beherrscht der Held theoretisch alle seine Zauber, Auren und Spezialattacken.
Bug-Alarm: Der erste Bossgegner ist für uns unsichtbar und wehrt sich nicht - so eine Enttäuschung.
Das ist einerseits toll, weil man sich so nie wie ein totaler Waschlappen fühlt, andererseits glaubt man dadurch schon früh, die attraktivsten Seiten seiner Spielfigur zu kennen. Doch auf Dauer beweist die Charakterentwicklung eben doch so einige Finesse: Spezialfähigkeiten werden über ein ausgefeiltes System im Laufe der Zeit bis zu drei Mal aufgewertet und dem eigenen Stil angepasst; zusammen mit zehn frei wählbaren Talent-Bereichen und sechs Charakterwerten bieten die Helden in Sacred 2 mehr Abwechslung und Tiefgang, als man ihnen auf den ersten Blick zutrauen würde. Hinzu kommt der für Action-Rollenspiele so wichtige Sammelspaß: Dank sockelbarer Gegenstände, seltener kostbarer Items und Rüstungssets entwickelt man schnell das Bedürfnis, mit seiner Beute anzugeben.


Wäre froh um eine Praxismeinung von jemandem, der auch ne 3870 hat. Ich misstraue der "Empfohlenen Hardware" nämlich etwas...
Vielen Dank für eure Einschätzung!