Prince of Persia: Sands of Time
Orientalische Slowmotion-Kämpfe
Wer beim Kampf kurz mit dem magischen Dolch zustößt, lähmt die Gegner für wenige Sekunden.
Die Kämpfe im Spiel sehen aus wie vorher von Zirkuskünstlern einstudiert. Sie stoßen sich von Mauern ab, hechten mit gezücktem Dolch nach vorn, laufen über verdutzte Widersacher und drehen sich im Flug. Sie kicken, boxen und stechen in alle Richtungen: Mit einem Fußtritt bringen Sie einen Zombie zum Stolpern, mit dem Säbel fechten Sie auf der linken Seite und der magische Dolch landet nach einem Salto im Gegner Nummer 3. Weil Sie ständig gegen eine Überzahl antreten, ähneln die meisten Gefechte den typischen Massenschlachten aus Kung-Fu-Filmen. Wenn's gar zu hektisch wird, leitet ein Tastendruck den Slowmotion-Modus ein. Dann ist der Prinz von der Coolness eines Max Payne nur eine Haaresbreite entfernt. Im Zeitlupengefecht erklingen alle Geräusche träge und in tiefer Frequenz, während ein Unschärfeeffekt den Bewegungen einen stilvollen Touch verpasst. Später im Spiel, wenn Ihre "Sand-Macht" auf ein Maximum angewachsen ist, halten Sie die Zeit per Knopfdruck sogar für einige Sekunden vollständig an; nur Sie bewegen sich - das erschöpft allerdings mit einem Schlag sämtliche Energiereserven. Beim Kämpfen gegen die Sand-Kreaturen hilft Farah, die schöne Prinzessin, mit ihrem Bogen. Ihre Pfeile lähmen getroffene Gegner und Sie haben währenddessen Zeit, sich um den Rest zu kümmern. In den Rätsel- und Turn-Abschnitten des Spiels nimmt Farah zumeist eine Abkürzung und schlüpft durch Nischen in der Wand, um weit entfernte Bodenplatten oder Hebel zu betätigen. Ab und an ergeben sich auch bissige, sehr humorvolle Gespräche zwischen den beiden - ein Paar zum Liebhaben!
Schön mit JADE
Die Säule reagiert auf die Annäherungsversuche des Prinzen erstaunlich gelassen. Mit den Richtungstasten drehen Sie sich jeweils um 90 Grad.
Der Optik von Prince of Persia haftet etwas Magisches an: Das Spiel sieht aus wie direkt aus dem Märchenbuch übernommen. Viele Kleinigkeiten verursachen in ihrem Zusammenspiel diesen Effekt. Da ist zum Beispiel der Unschärfefilter, der das Bild bei Bewegungen behutsam "weichspült". Der aus Tron 2.0 bekannte Lichtschimmer ist ebenfalls stets präsent: An Fenstern leuchtet es grell und Sonnenstrahlen, die hindurchkommen, erhellen gegenüberliegende Texturen. Vorhänge bewegen sich außerdem realistisch wie in Splinter Cell, wenn man an ihnen vorbeiläuft. Zu verdanken haben Sie die Grafikpracht einer angepassten Version der JADE-Engine, die ursprünglich für das Zeichentrick-Adventure Beyond Good & Evil entwickelt wurde. Am beeindruckendsten an den ganzen Optikspielereien aber ist, wie lebensecht der Prinz wirkt: Seine Haarpracht bewegt sich so geschmeidig wie bei den Models in der TV-Shampoo-Werbung und der Dolch an seiner Hüfte schwingt beim Turnen im richtigen Rhythmus mit. 700 Animationsstufen ergeben extrem realistische und geschmeidige Bewegungsabläufe. In keinem anderem Spiel - in Tomb Raider 6 nicht und auch nicht in Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft - hat man das Gefühl, einen lebensechter animierten Helden zu spielen.

