Nexoc G521 im Test: Der Mittelweg unter den Spiele-Notebooks

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Nexoc G521 im Test: Der Mittelweg unter den Spiele-Notebooks
Quelle: PC Games Hardware

Bei den meisten Gaming-Notebooks handelt es sich um 17-Zöller. Denn hier spielt Mobilität weniger eine Rolle - sie fungieren meist als sogenanntes Desktop Replacement. Die 15-Zoll-Klasse ist daher meist ein Kompromiss aus Spieleleistung und Mobilität, wobei Letzteres durch Gewicht und Akkulaufzeit bestimmt wird. Der Nexoc G521 ist mit einer i7-CPU und einer GTX 1060 das beste Beispiel für so einen Mittelweg unter den Notebooks.

Auf den ersten Blick sieht das Nexoc G521 aus wie ein schnödes mattschwarzes Office-Notebook, das im Büro kaum auffällt. Erst im Betrieb leuchten das Logo an der Display-Rückseite und auch die Tastatur in RGB-Farben, was typische Elemente eines Gaming-Notebooks sind. Schon äußerlich wirkt es wie ein Mittelweg aus extravaganter Gaming-Optik und schlichtem Büro-Look. Und auch die Innenausstattung, sprich: die Rechenleistung, entspricht dem Kompromiss.

Der Prozessor, ein Intel i7-7700HQ, ist zwar ein aktueller Quadcore der Oberklasse - die Grafikeinheit, eine Geforce GTX 1060 mit 6 GB VRAM, ist aber eher in der Mittelklasse bei den GPUs zu verorten. Sie stemmt bestenfalls Spiele in Full-HD-Auflösung. Diese bietet auch das verbaute IPS-Panel, das fest mit der Bildwiederholrate über 60 Hz läuft. Eine höhere Bildfrequenz oder gar eine dynamische per G-Sync ist in der Preisklasse weit unter 2.000 Euro noch nicht drin.

Wohl aber eine schnelle PCI-Express-SSD, nämlich eine Samsung SSD 960 Evo mit 250 GiByte an Kapazität, die nicht besonders üppig ausfällt, aber recht schnell ist. Als Datengrab fungiert außerdem eine 1-TiByte-HDD im Notebook.

Bildergalerie

Nexoc G521: Ausstattung

Beim Gehäuse handelt es sich um das Modell N857HP des Barebone-Herstellers Clevo, dessen OEM-Modelle auch andere Distributoren, wie etwa Schenker, Tuxedo oder Wortmann, vertreiben. Mit knapp 2,6 kg ist das Notebook eher ein Mittelgewicht in der 15-Zoll-Klasse. Hier gibt es einige Geräte schon ab 1,8 kg, die schwersten Jungs können aber auch über 3 kg wiegen. Zusammengeklappt ist das Gerät ziemlich genau 3 cm dick - ebenso ein mittelmäßiges Maß.

In der Anschlussausstattung fallen die zahlreichen Videoausgänge auf: Zwei Mini-Displayport-Ausgänge (1.2 und 1.3) sind ungewöhnlich am Notebook. Zusammen mit dem HDMI-Ausgang lassen sich bis zu drei externe Displays anschließen. Bei der USB-C-Buchse handelt es sich um eine reine Datenschnittstelle mit lediglich USB-3.0-Geschwindigkeit. Daneben ist zwar das USB-Symbol mit "3.1" abgedruckt, damit ist aber lediglich die Gen. 1 des 3.1-Protokolls gemeint. Auch die beiden anderen USB-Buchsen in Typ-A-Form bieten 3.0-Geschwindigkeit.

Ansonsten fehlt dem Nexoc G521 nichts in der Ausstattung: Eine Ethernet-Buchse, ein Kartenleser, aktuelles ac-WLAN sowie Bluetooth 4.1 lassen in puncto Konnektivität nichts vermissen.

Nexoc G521: Tastatur und Touchpad

Die Tastatur ist im G521 nicht mechanisch, wie in so manchen Gaming-Notebook der High-End-Klasse. Dennoch ist der Druckpunkt recht knackig, was ein flüssiges Tippen erlaubt. Über das Flexikey-Tool lassen sich drei Bereiche der Tastatur in Farbe und vier Helligkeitsstufen individuell einstellen. Eine Fn-Tastenkombination gibt es dafür nicht.

Das Touchpad funktioniert so wie erwartet, etwa mit präziser Cursorführung und bekannten Multitouch-Gesten. Die zwei dedizierten Maustasten unterhalb der Eingabefläche sind außerdem nicht mehr bei vielen Notebooks vorhanden. Viele Touchpads sind mittlerweile in den Ecken klickbar, was aber hier nicht der Fall ist.

Nexoc G521: Display

Nexoc G521 im Test: Mittelklasse auf ganzer Linie (12) Quelle: PC Games Hardware Nexoc G521 im Test: Mittelklasse auf ganzer Linie (12) Der Bildschirm mit einer Diagonale über 15,6 Zoll löst mit 1.920 × 1.080 Pixeln auf. Die Full-HD-Auflösung resultiert hier in der recht guten Pixeldichte über ca. 141 ppi. Außerdem würde die Geforce GTX 1060 bei einer höheren Pixelmenge schnell in die Knie gehen - native Auflösung und die GPU harmonieren also.

Mit über 300 cd/m² ist die Maximalhelligkeit ausreichend für einen Außeneinsatz, wenn auch nicht unbedingt im direkten Sonnenschein. Der Kontrast beläuft sich auf das relativ mittelmäßige, aber passable Verhältnis von ca. 700:1. Ein besserer Wert über 1.000:1 ist meist nur in deutlich teureren Displays zu finden. Die IPS-Technik ist zudem sehr blickwinkelstabil und farbecht. Die Abweichungen in der Farbtreue messen wir im Durchschnitt mit einem Delta-E-Wert von 4,8 - für den unkalibrierten Zustand, der für Gamer ausreicht, nicht schlecht.

Die Reaktionszeiten sind nicht gerade eine Stärke von IPS-Panels - TN ist hier stets schneller. Wir messen zwei Stichproben: den Schwarz-Weiss-Wechsel und einen Wechsel zwischen 50-prozentigem und 75-prozentigem Grau. In allen Messungen dauerte der Wechsel ungefähr zwischen 15 und 20 Millisekunden - ein noch akzeptables Niveau für Gamer. Hier wird abermals deutlich, dass es sich um ein Kompromissmodell handelt, der hier zwischen Bildqualität und Reaktionsschnelligkeit besteht.

Nexoc G521: Spieleleistung

Die Stichproben für die Pascal-Architektur in Notebooks sind The Witcher 3 und Ethan Carter Redux. Wie schon erwähnt, laufen die Benchmarks hier in Full-HD-Auflösung und - wie von einer GTX 1060 auch erwartet - mit mittleren zweistelligen Frameraten. Durchschnittlich ca. 60 Fps bietet die GPU in The Witcher 3 bei höchsten Grafikdetails. Im GPU-lastigeren Ethan Carter kratzt die GTX 1060 hin und wieder an der 50-Fps-Grenze, hier messen wir aber standardmäßig mit einer 150-prozentigen Auflösungsskalierung. Wer die etwas bessere Bildqualität gegen einige Fps mehr eintauschen möchte, reduziere sie einfach auf 100 Prozent.

Nexoc G521: Geräuschentwicklung und Temperaturen

High-End-GPUs in Notebooks verpassen dem Gerät unter Spielelast immer eine Geräuschkulisse eines Düsenjets beim Abheben. Wo viel gehobelt wird, muss auch viel gekühlt werden. Nicht so bei einem 15-Zoll-Notebook mit einer Geforce GTX 1060. Während bei potenteren GPUs oft wegen des Lüfterlärms schon ein Headset Pflicht ist, schaffen es die Boxen hier, die Lüfter gut zu übertönen. Unter voller Last messen wir eine Lautheit in standardmäßigen 50 cm Abstand von 2,9 Sone. Damit ist der Luftzug deutlich zu hören, erreicht aber kein derart krasses und oftmals gerne doppelt so hohes Niveau wie High-End-Gaming-Notebooks.


Im genügsamen Betrieb auf dem Desktop-Windows sollten die Lüfter eigentlich nahezu unhörbar sein. Der linke (CPU-)-Lüfter dreht aber dennoch sporadisch auf und macht sich mit 0,6 Sone immer wieder bemerkbar. Das softwareseitige Lüfterprofil mit dem Namen "lautlos" wird seiner Bezeichnung nicht gerecht.

Nach einer halben Stunde Dauerlast, die wir mit The Witcher 3 stets praxisnah durchführen, meldet die GPU eine Temperatur von maximal 89 Grad und die CPU maximal 67 Grad. Alle Temperaturen befinden sich zwar auf hohem Niveau, aber noch nicht im kritischen Bereich. Außerdem wird die Oberfläche des Notebooks nicht unangenehm aufgeheizt.

Nexoc G521: Akkulaufzeiten

Wir lesen eine maximal nutzbare Akkukapazität von 55,1 Wattstunden aus, wie das gesamte Gerät ist also auch der Akku mittelmäßg dimensioniert. Der Akkulaufzeit kommt die Nvidia-Optimus-Technik zugute. Wenn die leistungsfähige Geforce-Grafik nicht benötigt wird, kommt die genügsamere Intel-Grafikeinheit der CPU zum Einsatz, was Strom spart und die Laufzeit verlängert. Die messen wir stets mit dem Productivity Benchmark des Tools Powermark, welches einfache Office-Arbeiten und Surfen simuliert.

Spielen ohne Stromanschluss würde keinen Sinn ergeben, da die GPU-Leistung auf Akku limitiert ist und dieser nach höchstens einer Stunde trotzdem leer wäre. Das Nexoc G521 läuft in unserem Durchlauf knapp fünfeinhalb Stunden auf Akku. Bei vielen High-End-Notebooks ist die Laufzeit trotz größerem Akku deutlich kürzer, da auf Optimus zugunsten G-Sync verzichtet wird. Beides zusammen ist nämlich nicht möglich.

Fazit: Gutes Mittelmaß ohne schlechten Kompromiss

Sei es Leistung, Display oder Ausstattung - alles am Nexoc G521 scheint mittelmäßig zu sein. Das klingt nun schlechter als es ist, tatsächlich mausert sich der 15-Zöller zu einem guten Kompromiss aus (Spiele-)Leistung und Mobilität. Denn es ist einerseits potent genug, um viele aktuelle Spiele in Full HD und hohen Grafikdetails zu stemmen. Andererseits ist es gerade noch leicht genug und mit einer annehmbaren Akkulaufzeit ausgestattet, dass ein mobiler Betrieb noch denkbar ist. Denn das ist bei leistungsfähigeren und meist größeren Notebooks nicht unbedingt gegeben.

Auch das Preis-Leistungsverhältnis wirkt eher durchschnittlich. Mit aktuell 1.400 Euro im Nexoc Store ist es nicht unbedingt ein Preiskracher. Andere 15-Zöller mit einer GTX 1060 sind durchaus günstiger zu haben, erfordern aber Einbußen etwa an der Display-Qualität oder der SSD-Ausstattung.

Produkt G521
Hersteller Nexoc
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis 1.400 €/befriedigend
PCGH-Preisvergleich Nicht gelistet
Ausstattung (20 %) 2,17
Prozessor Intel Core i7-7700HQ, 4× 2,80 GHz
Grafikkarte Nvidia Geforce GTX 1060, 6 GB
Hauptspeicher 16 GiByte DDR4-2400 (2× 8 GiByte)
Interner Speicher (HDD/SSD) 1 TB HDD/250 GB PCI-E-SSD (Samsung 960 Evo)
Display 15,6 Zoll, 1.920 × 1.080, IPS, 60 Hz, (LP156WF6)
Anschlüsse 1× HDMI, 1× Kopfhörer, 1× Mikrofon, 1× miniDP 1.2, 1× miniDP 1.3, 1× RJ-45, 1× USB 2.0, 1× USB 3.0 Typ C, 2× USB 3.0 Typ A, SD-Kartenleser, HD
Besondere Ausstattung GPU-Übertaktungssoftware, Keyboard-Tool
Eigenschaften (20 %) 1,62
Akkukapazität/Laufzeit 55,1 Wh/5 Std. 36 Min.
Haptik und Ergonomie Gut
Verarbeitung Sehr Gut
Gewicht/Garantie 2,59 kg (Netzteil: 0,75 kg)/Zwei Jahre
Leistung (60 %) 1,99
Max. Displayhelligkeit/Abweichungen/Kontrast 382 cd/m²/7 %/1073:1
Lautheit (2D/3D) 0,6 Sone/2,9 Sone
Cinebench R15 (Single/Multi) 163/749 Punkte
The Witcher 3, „Boat Trip“ (min./avg.) 58/61,6 Fps
Ethan Carter Redux, „Tracks“ (min./avg.) 44/48,7 Fps
Endnote 1,95
+ Gute Akkulaufzeit
+ Gut verarbeitet
- Lüfter im Leerlauf zu laut
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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von mathias-h Mitglied
        Die Leistung von 1060-Notebooks ist unglaublich für den Preis. Jahrelang ist die Leistung von Notebooks nur vor sich hingedümpelt. Wenn es doch nur so effiziente Hardware schon gegeben hätte, als ich angefangen hatte zu studieren. Da leisten Intel und Nvidia übrigens einen größeren Dienst als AMD.
      • Von mathias-h Mitglied
        Die Leistung von 1060-Notebooks ist unglaublich für den Preis. Jahrelang ist die Leistung von Notebooks nur vor sich hingedümpelt. Wenn es doch nur so effiziente Hardware schon gegeben hätte, als ich angefangen hatte zu studieren. Da leisten Intel und Nvidia übrigens einen größeren Dienst als AMD.
      • Von McDrake Mitglied
        Zitat von Austrogamer
        Eine Geforce GTX 1060 mit 6 GB VRAM ist "eher in der Mittelklasse"?! Was sind denn das für Maßstäbe?
        Reale?
        Ich hab so eine Karte, weil ich mir eine High-End nicht leisten möchte.
        Ich bin zufrieden mit dem Teil. Aber da gibts nach Oben doch noch einiges.
      • Von Austrogamer Mitglied
        Eine Geforce GTX 1060 mit 6 GB VRAM ist "eher in der Mittelklasse"?! Was sind denn das für Maßstäbe?
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von Wut-Gamer
        Mehr macht auf einem 15-Zoll-Notebook ja auch nicht wirklich Sinn, oder?
        Ist halt dem aktuellen Auflösungswahn geschuldet. Selbst mein alter 22 Zöller hatte damals keine Full HD sondern nur die 1680x1050 und das ist da noch ausreichend. Bei 15 oder 17 Zoll wäre diese Auflösung heute auch noch mehr als genug.
        Notebook-Displays haben da ganz andere Probleme.
      • Von Wut-Gamer Spiele-Kenner/in
        Zitat
        Sie stemmt bestenfalls Spiele in Full-HD-Auflösung
        Mehr macht auf einem 15-Zoll-Notebook ja auch nicht wirklich Sinn, oder?
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