Nachfolger zum hevorragenden Shooter No One Lives Forever.
No One Lives Forever 2
Viele Gegner suchen hinter Ecken Deckung und beugen sich zum Schießen nur mit dem Oberkörper vor.
spielt in der Zeit, in der Miniröcke schockten und quietschbunte Tapeten mit geometrischen Mustern als schick galten: den 60er-Jahren. Dementsprechend ist auch der Kleidungsstil von Top-Spionin Cate Archer ausgefallen. Geheimaufträge löst die hübsche Brünette gern "unauffällig" in hautengen, neonfarbenen Leggins. Zu ihrem Waffenarsenal gehören explodierende Katzen, Bananen und Lachgas. Ihre Gegner sind unter anderen übergewichtige Pantomimen mit weiß geschminkten Gesicht und Streifen-T-Shirt. Zu ihren größten Abenteuern zählt eine Verfolgungsjagd auf einem Dreirad durch einen indischen Bazar. No One Lives Forever 2 ist fröhliches Action-Kontrastprogramm zu bitter ernsten Genre-Vertretern wie Medal of Honor: Allied Assault (dt.).
Im Kampf gegen die Verbrecherorganisation H.A.R.M. kommt Cate ganz schön rum: Die USA, die Sowjetunion und Indien sind nur einige der Länder, die Sie in den 16 Kapiteln des Spiels bereisen werden. Den Anfang macht Japan: Zwischen Häusern aus Bambus und Papier, plätschernden Bächen und dem obligatorisch gewordenen Gras, das sich im Wind bewegt, kämpfen Sie gegen Ninjas. Die springen von Dach zu Dach, als wären sie federleicht, suchen Deckung hinter Bäumen und führen Frontalattacken mit Katana-Schwert und jaulendem Kampfschrei aus. Ganz anders die Russen, die sich gelegentlich auf den Boden werfen, die Stellung halten und auf Verstärkung warten, bevor sie in die Offensive gehen. Abgesehen von der Tatsache, dass die Figuren vereinzelt an Ecken hängen bleiben, ist das Gegnerverhalten in No One Lives Forever 2 durchgehend glaubwürdig.
Weil die Gegner stets in der Überzahl sind, bei direktem Blickkontakt sofort um Hilfe plärren und Cate nicht viele Treffer verträgt, empfiehlt sich ein Vorgehen auf leisen Sohlen. Bevor Sie jetzt ängstlich schlucken: Der Schleichaspekt wurde im Vergleich zum Vorgänger auf ganzer Linie verbessert und bestraft Unvorsichtige nicht sofort mit einem "Game Over". In einem indischen Kino stehen Sie beispielsweise vor der Wahl, einen schnarchenden Aufseher per Elektroschocker zu betäuben oder lautlos vorbeizugehen. Stoßen Sie aber nicht die Flaschen um, die am Boden stehen! Das laute Klirren würde die Aufmerksamkeit der Rivalen wecken. Die gehen, sofern Sie sich rasch aus dem Sichtkegel entfernen, erst einmal mit gezückter Kanone auf die Suche, ehe sie wild das Feuer eröffnen. Kommentare wie "Du kannst dich nicht verstecken, du Kapitalistenschwein!" (eine russische Wache) geben Aufschluss darüber, ob gerade nach Ihnen gefahndet wird. Verstecken können Sie sich natürlich doch. Zum Beispiel in einem dunklen Raum. Wer vorher die Glühlampe abschraubt, hat beste Chancen, unentdeckt zu bleiben. Die Verfolger treten die Tür ein, legen vergeblich den Lichtschalter um und ziehen grummelnd von dannen, während Sie unbemerkt im Schatten kauern.
Freundlicherweise lässt einem das Programm die Wahl, auch ganz anders vorzugehen: mit gezogener Waffe. Nicht umsonst ist Cate geschult im Umgang mit Ak-47- und Scharfschützengewehren, schallgedämpften Pistolen, Granaten, Schwertern, Raketenwerfern und Giftkapseln. Der Nachteil: Ein lärmender Schuss aus einer Schnellfeuerwaffe löst in Sekundenschnelle Alarm aus. Sobald die Sirene heult, kommen Gegner wie ein biblischer Heuschreckenschwarm aus allen Richtungen angelaufen. Ist die Welle besiegt, verstummt der Lärm allmählich - bis Sie erneut Krach machen. Das Spielchen lässt sich ewig wiederholen, denn niedergestreckte Feinde hinterlassen genug Munition. Tatsächlich ist lautloses Vorgehen nicht immer spannend, sondern ein gewaltiger Berg Arbeit: Surrende Überwachungskameras schießen Sie mit einer speziellen Munition betriebsunfähig, erledigte Opponenten (die in der deutschen, blutfreien Version zu Rucksäcken mutieren) schaffen Sie per Knopfdruck aus dem Sichtbereich etwaiger Nachzügler.


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