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  • PC Games fragt, Politiker antworten - Teil 3: SPD

    Jörg Tauss ist Beauftrager für Neue Medien der SPD-Bundestagsfraktion. Jörg Tauss ist Beauftrager für Neue Medien der SPD-Bundestagsfraktion. Nachdem CDU/CSU und PDS hier in unserer Special-Sektion bereits deutliche Worte zum Thema "Spiele" gesprochen haben, ist nun die Antwort der SPD gefolgt. Unseren Fragen stellte sich Jörg Tauss, der Beauftrage für Neue Medien der SPD-Bundestagsfraktion:
    PC Games: Die BPjS hat Counter-Strike - auch und gerade nach Erfurt - nicht indiziert, es also nicht mit weitreichenden Abgabeverboten belegt. Teilen Sie diese Einschätzung?
    Tauss (SPD): "Die Bundesprüfstelle entscheidet selbstverständlich in eigener unabhängiger Verantwortung und ist daher - anders als es etwa die CSU und Bayern gefordert hatten - zurecht nicht an Weisungen oder Ähnliches gebunden. Die Entscheidung - und insbesondere die Entscheidungsbegründung - trägt allerdings durchaus den besonderen Entstehungsbedingungen und der jugendkulturellen Bedeutung des Spiels Rechnung. Dies ändert nichts an der Tatsache, dass viele sogenannte Ego-Shooter gerade aus den USA gewaltverherrlichende oder die Menschenwürde beeinträchtigende Elemente enthalten, von strafrechtlich relevanten Inhalten ganz zu schweigen. Leider ist das Netz-Spiel Counter Strike in der Debatte um die Ursachen des Erfurter Amoklaufes etwas vorschnell mit problematischen Ego-Shootern in einen Topf geworfen worden. Gerade bei diesem Spiel spricht daher eine Abwägung des relativ geringen Gefährdungspotenzials mit der enormen kulturellen Bedeutung dieses Online-Netzspiels für circa 6 Millionen überwiegend jugendlichen Gamern durchaus für die Entscheidung der BPjS."
    PC Games: Welche Haltung nimmt Ihre Partei im Hinblick auf Action-Spiele wie Counter-Strike ein?
    Tauss (SPD): "Dass Ego-Shooter ein manchmal schwieriges Genre sind, steht außer Frage. Dennoch sollte die einfache Tatsache akzeptiert werden, dass dieses Genre nicht nur eine wachsende Fangemeinde hat, sondern vor allem die Anlage dieser Spiele durchaus auch positive Aspekte der jugendlichen Kompetenzentwicklung fördert - eben unter anderem die senso-motorische Koordination, strategische Planung und Kooperation in Gruppen usw., wie die BPjS bei Counter-Strike ja ausdrücklich bestätigt hat. Es ist daher - unabhängig davon, ob man persönlich diesen Spielen positiv oder negativ gegenübersteht - eine Spielegattung wie andere auch und sollte nicht pauschal diskriminiert werden. Daher muss in jedem Einzelfall geprüft werden, ob und inwieweit ein Ego-Shooter gesetzliche Grenzen überschreitet oder vor allem für welche Altersklasse er freigegeben werden kann. Hier leistet übrigens die USK seit Jahren eine hervorragende Arbeit, die im neuen Jugendschutzgesetz eine explizite Berücksichtigung gefunden hat. Es war ja bisher in der Praxis sogar so, dass die USK als erstes auf eventuell problematische Spiele oder Inhalte aufmerksam gemacht hat."
    PC Games: Sind aus Ihrer Sicht weitere Verschärfungen des kürzlich verabschiedeten Jugendschutzgesetzes erforderlich?
    Tauss (SPD): "Das neue Jugendschutzgesetz (JuSchG) fasst die bisher getrennten Regelungen des Gesetzes zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit (JÖSchG) und des Gesetzes über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften und Medieninhalte (GjS) zusammen. Ferner wird es den gemeinsamen Eckpunkten zum Jugendmedienschutz von Bund und Ländern folgend um Regelungen für neu­ere Entwicklungen im Bereich elektronischer Medien und Online-Angebote erweitert. Es stellt den ersten Schritt dar, den gewandelten Anforderungen eines Kinder- und Jugendschutzes, besonders angesichts der Entwicklungen in den neuen Medien, Rechnung zu tragen. Denn auch der Jugendschutz leidet an den zersplitterten Zuständigkeiten und problematischen Begriffsbestimmungen der derzeitigen deutschen Medienordnung, so dass bisher weder von einer übereinstimmenden Beurteilung entsprechender Entscheidungsgegenstände noch von der einheitlichen Anwendung der Regelungen gesprochen werden konnte.
    Nach der Verabschiedung des JuSchG durch Bundestag und Bundesrat müssen nun die Länder die konkreten Strukturen der Selbstkontrolle und Medienaufsicht in einem zweiten Schritt im Rahmen eines Jugendmediendienste-Staatsvertrags (JMStV) untereinander vereinbaren und regeln. Beide Regelungen stellen dann eine einheitliche Rechtsgrundlage für den materiellen Jugendschutz in den Online-Medien bei einer vereinheitlichten Aufsichtsstruktur dar. Der genaue Zeitpunkt des Inkrafttretens ist noch nicht absehbar, zur Zeit gehen wir vom Frühjahr 2003 aus. Beide Schritte gemeinsam stellen für einen modernen Jugendmedienschutz einen großen Fortschritt dar.
    In der Tat können wir an einem Gesetz, dass erst noch gemeinsam mit dem JMStV in Kraft treten muss, derzeit natürlich keinen Korrekturbedarf erkennen - wie auch. Denn erst dann wird es darauf ankommen, mit den neuen Regelungen Erfahrungen in der praktischen Anwendung zu sammeln um zügig erste Aussagen über ihre Angemessenheit und Effektivität, von der wir überzeugt sind, treffen zu können. Daher ist eine Überprüfung des JuSchG nach drei Jahren nicht nur sinnvoll, sondern auch vorgesehen."
    PC Games: Computer- und Videospiele gelten - anders als Filme und Musik - nicht als "Kulturgüter", wenngleich beispielsweise hinsichtlich der Inszenierung keine Unterschiede erkennbar sind. Wie ist Ihre Haltung zu diesem Thema? Halten Sie eine Änderung im 21. Jahrhundert für sinnvoll?
    Tauss (SPD): "Da die Verbreitung, Nutzung und auch Bedeutung von Computer- und Videospielen nicht nur in der Jugendkultur, sondern auch in der Arbeits- wie Freizeitwelt Erwachsener im digitalen Zeitalter weiter zunehmen wird, wird es im 21. Jahrhundert sicherlich darauf hinauslaufen. Insbesondere Online-Spiele und ihre besonderen Spielkonzepte könnten u.E. bereits heute ohne Weiteres zu den Kulturgütern gezählt werden."
    PC Games: Millionen von Menschen in Deutschland widmen sich in ihrer Freizeit mit Begeisterung Computer- und Videospielen. Nennen Sie uns bitte einen Grund, warum diese Menschen am 22. September ihre Stimme Ihrer Partei geben sollten.
    Tauss (SPD): "Mit der SPD wird es kein generelles Verbot eines Spielegenres geben, wie es Teile der Union fordern. Wir werden uns weiterhin für eine unabhängige BPjS bzw. BPjM (Medien) einsetzen, damit jeder Einzelfall geprüft wird und es zu keiner generellen Diskriminierung von Spielen sowie den Spielerinnen und Spieler kommt."

    • Es gibt 9 Kommentare zum Artikel

      • Von gracjanski Erfahrener Benutzer
        Darum geht es doch gar nicht, natürlich darf er sich aufregen, jemanden hassen, jemanden lieben und so weiter. Und wenn so ein Penner meint, er müsse mit einem Flugzeug in eine Turm reinfliegen, dann darf man sich auch aufrgen, aber ob man dann gleich ganz Afghanisten als Rache bombardieren muss oder gleich…
      • Von cryer Erfahrener Benutzer
        Ob ein Kanzler nun Fehlerfreier als ein normaler Mensch sein darf oder muß ? Gesetze setzen Rahmen, diese können auch mal falsch sein, somit hat er, wie alle andern auch, das Recht auf Gefühle. Sind alles eben keine Maschinen.

        Der Vergleich mit dem Bund hinkt. Ab 18 darf man nämlich nicht nur zum Bund,…
      • Von gracjanski Erfahrener Benutzer
        Nö, ein Kanzler hat zu viel Macht und daher zu viel Verantwortung, als dass er sich slche einfache Fehler erlaubt. Selbst ich mit meinen 23 Jahren weiss, dass man in diesen Situationen vielleicht zu sehr nach Gefühlen handelt und daher sich zurücknehmen sollte. Das ist eine Lebenserfahrung,w enn er diese…
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20.09.2002
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2002/09/ACF1AB.jpg
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