Hitman: Blood Money
Damit hat der Spieler es schwerer, unerkannt zu bleiben. Die Wachen in den folgenden Levels sind misstrauischer, wenn sie den Agenten sehen, und kommen ihm im schlimmsten Fall sogar bei den geringsten Vergehen auf die Schliche. Wer sich also an einer Stelle unvorsichtigerweise ablichten ließ, sollte besser schnell das belastende Material klauen - aus der Sicherheitszentrale.
Geld ist nicht alles ...
... aber durchaus hilfreich. Damit Ihre Tarnung nicht auffliegt, bestechen Sie Zeugen oder die Polizei. Oder Sie legen sich eine neue Identität zu, was aber verdammt teuer ist. Verhältnismäßig günstig sind dagegen die zusätzlichen Informationen für die laufende Mission, die Hinweise auf Lösungsmöglichkeiten geben.
Als nette Dreingabe kauft der Glatzkopf zusätzliche Ausrüstung oder verbesserte Teile für seine Waffen, wobei nur Dinge wie Schalldämpfer oder ein schnellerer Dietrich wirklich brauchbar sind. Die Kohle und eine perfekte Bewertung sind auch der Anreiz, vor der Flucht vom Tatort wieder in den abgelegten Maßanzug zu schlüpfen, denn die Wiederbeschaffung schlägt sonst mit schlappen 5.000 Dollar zu Buche.
Ähnlich sieht es mit Waffen aus: Die Spezialanfertigungen sollten Sie nicht achtlos liegen lassen, denn wenn ein Kurier das Ding für Sie vor den Ermittlern retten muss, ist der Griff zum Portemonnaie unumgänglich ... Damit das nicht passiert, gibt es vor Ort mehrere von Ihrer Auftragsagentur platzierte Kisten. Dort holen Sie sich sperrige Waffen ab, mit denen Sie sonst sofort auffallen würden.
Sie können darin aber auch gerade nicht benötigte oder gefundene Ballermänner unterbringen, die Ihnen anschließend als Bonus zur Verfügung stehen. Für so manches Schießeisen nimmt ein Sammler ziemlich jede Gefahr auf sich: Maximal 24 Feuerwaffen hat Agent 47 schließlich im Keller, wobei er unterwegs auch auf Haushaltsgegenstände und Werkzeuge zurückgreift.
Neue Tricks und alte Tugenden
Alte Hasen kennen die Prozedur: Wer nicht von Wachen erwischt werden will, schaut häufig auf die Übersichtskarte. Dort sehen Sie, wer sich wo befindet und mit welcher Blickrichtung und erkennen die Schwachstellen der zyklisch ablaufenden Tätigkeiten. Hört sich dröge an, ist aber erstaunlich spannend. Nervig ist es erst, wenn der Agent mal den richtigen Moment verpasst und dann recht lange auf die nächste Chance wartet:
Eine Zeitbeschleunigung fehlt nämlich nach wie vor. Auch wohin Treppen führen, sehen Sie auf der Karte weiterhin nicht, dabei würde eine einfache Markierung beim Durchblättern der Ebenen schon genügen. Aber der Hitman hat dazugelernt: er klettert nun an wesentlich mehr Stellen, lauert in Schränken Gegnern auf, schaut durch Schlüssellöcher, entwaffnet Kontahenten im Nahkampf und verbirgt Opfer in den herumstehenden Kisten.
Die künstliche Intelligenz bietet weiter Spielraum für Verbesserungen: Zwar handelt sie konsequent, aber nicht durchgehend logisch. Einen Würstchenverkäufer muss es nicht gleich alarmieren, wenn ein FBI-Agent den Sicherungskasten öffnet ... Den größten Sprung nach vorn macht die Glacier-Engine, die wundervolle Bilder auf den Schirm zaubert.
Gepaart mit den abgefahrenen Charakteren, der über jeden Zweifel erhabenen Musik und einer überraschenden Story kommt eine beeindruckende Atmosphäre auf. Das ist etwas ganz anderes als der laue Aufguss, den der dritte Teil Hitman: Contracts abgab.

