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  • Stromverbrauch eines Gaming-PCs: Was es euch wirklich kostet - inklusive Marktübersicht mit 15 effizienten Netzteilen

    Ein starker Gaming-PC benötigt beim Spielen natürlich mehr Strom als eine Spielekonsole oder gar nur ein Smartphone. Doch welche Kosten entstehen wirklich? Wie berechnet man die Kosten? Welche effizienten Netzteile gibt es aktuell auf dem Markt?

    Unterhaltungselektronik jeglicher Art benötigt Strom. Vor allem ein starker Gaming-PC kann dabei die Stromrechnung durchaus stark beeinflussen. Wir erläutern in unserem Special genauer, welche Komponenten relevant für den Strombedarf sind und wie ihr die Stromkosten eures PCs berechnen könnt. Auch das Thema Netzteile behandeln wir am Ende mit einer kleinen Marktübersicht, denn mit einem guten Netzteil lässt sich auch Strom sparen.

    Verbraucher

          

    Die erste Frage, die sich stellt: Welche Bestandteile des Gaming-PCs sind überhaupt für den Strombedarf wichtig? Hier darf man neben dem PC und den darin eingebauten Komponenten keinesfalls die Peripherie vergessen. Einen Monitor (oder LCD-TV) benutzt selbstverständlich jeder, hinzu kommen bei den meisten Nutzern noch Lautsprecher oder gar eine ausgewachsene Hifi-Anlage. Wer es genau wissen will, muss auch seinen eventuell vorhandenen Drucker mit einrechnen. Und selbst die Schreibtischlampe, die manch einer nur einschaltet, weil er am PC sitzt, könnte für die Kostenrechnung relevant sein. Innerhalb des PCs sind folgende Komponenten für die Stromrechnung mitverantwortlich:

    • Mainboard inklusive Arbeitsspeicher
    • Prozessor
    • Grafikkarte
    • Netzteil (beim Bereitstellen des Stroms für die Bauteile verbraucht es auch selber immer etwas Strom)
    • Lüfter (Gehäuse, CPU-Kühler, Grafikkarte)
    • Laufwerke (SSD, Festplatte, optisches Laufwerk)
    • gegebenenfalls Steckkarten Soundkarte, WLAN-Karte/Stick und so weiter
    • eventuell zusätzliche Beleuchtung oder auch - bei Wasserkühlung - eine Pumpe


    Dank sehr stromeffizienter LED-Technik spielt das Thema Beleuchtung so gut wie keine Rolle. Allerdings muss bei einem PC auch der Standby-Verbrauch beachtet werden. Selbst wenn der PC komplett heruntergefahren und abgeschaltet ist, verbraucht das Netzteil ein wenig Strom. Komplett ohne Strom könnte ansonsten auch nicht der Einschaltbefehl, den man über den Power-Button des PCs an das Mainboard sendet, weitergegeben werden.

    Gehäuselüfter brauchen Strom, aber selbst bei voller Drehzahl sind es nur selten mehr als fünf WattGehäuselüfter brauchen Strom, aber selbst bei voller Drehzahl sind es nur selten mehr als fünf WattQuelle: LepaAuch der Monitor und die Lautsprecher können je nach Modell ein wenig Strom verbrauchen, obwohl sie ausgeschaltet sind. Allerdings sind die Kosten des Standby-Betriebs sehr gering - trotzdem ist eine abschaltbare Steckdosenleiste keine schlechte Idee, denn die geringen Verbrauchszahlen summieren sich über das Jahr auf.

    Stromkosten berechnen

          

    Euer Stromanbieter berechnet eure jährlichen Stromkosten anhand des Stromverbrauchs gemessen in kWh (Kilowattstunden) multipliziert mit dem Preis pro kWh. Hinzu kommt noch eine Grundgebühr, die wir hier aber ignorieren. Denn uns geht es ja speziell um die Frage, wie viel Kosten ein PC verursachen kann und welchen Anteil dabei das Hobby Gaming einnimmt - die Grundgebühr bezahlt ihr aber ohnehin, egal ob ihr einen PC benutzt oder nicht. Übliche Strompreise liegen derzeit zwischen 26 und 29 Cent pro KWh. Die generelle Formel, um den Stromverbrauch in kWh zu berechnen, lautet: Betriebsdauer in Stunden (h) mal angeforderte Stromleistung in Watt (W) geteilt durch 1000 - letzteres sorgt dafür, dass aus dem Wattwert ein Kilowattwert wird. Beispiel: Ein PC verbraucht im Durchschnitt 90 Watt und ist 10 Stunden eingeschaltet. Also verbraucht er 10h mal 90 W geteilt durch 1000. Es ergeben sich 0,9 kWh, denn 10 mal 90 sind 900, geteilt durch 1000 ergibt 0,9. Um nun die Stromkosten eines Gaming-PCs zu berechnen, ist es natürlich hilfreich, den Jahresbedarf zu ermitteln.

    Die GTX 970 benötigt im Vergleich zur Konkurrenz AMD R9 390m wenig Strom, hat aber nur halb so viel Grafik-RAMDie GTX 970 benötigt im Vergleich zur Konkurrenz AMD R9 390m wenig Strom, hat aber nur halb so viel Grafik-RAMQuelle: ArchivDazu müsst ihr euch überlegen, wie lange ihr im Durchschnitt täglich den PC benutzt und wie viel dieser Zeit ihr mit Gaming verbringt. Achtet darauf, die Nutzung nicht zu überschätzen, aber auch nicht zu unterschätzen. Am Wochenende wird meist mehr gespielt als "unter der Woche". Hat man ein neues Spiel, dann spielt man häufig auch mal viel mehr als es sonst der Fall ist. Selbst die Jahreszeit beeinflusst bei vielen Nutzern das Spieleverhalten: Im Winter sind viele Menschen häufiger zu Hause, und da es früher dunkel wird, neigen viele dazu, den Abend und somit die Zeit für Gaming früher einzuläuten als im Sommer. Macht euch also nicht nur Gedanken darüber, wie lange ihr aktuell und in den letzten drei, vier Wochen pro Tag gespielt habt, sondern wie euer Spieleverhalten allgemein über das Jahr verteilt aussieht. Wenn ihr schließlich auf Zahlen gekommen seid, die euch passend erscheinen, kann es mit der Stromkostenberechnung losgehen.

    Hierzu folgt unten auch eine passende Berechnungsformel: ihr multipliziert die Stunden, die ihr spielt, mit dem Leistungsbedarf eures PCs bei Last. Dies sind eure täglich verbrauchten Wh (Wattstunden) für Gaming. Dann multipliziert ihr die Stunden, in denen ihr nur Multimedia- oder Office-Anwendungen nutzt oder den PC einfach nur laufen lasst, mit dem Office-Leistungsbedarf des PCs. Dies sind eure täglich verbrauchten Wh für Office und Multimedia. Ihr addiert die Werte und rechnet sie auf 365 Tage hoch, das Ergebnis wiederum multipliziert ihr mit dem Strompreis pro KWh, zum Schluss wird alles noch mal 0,001 genommen (also quasi durch 1000 geteilt), da wir zuvor mit Wh anstatt KWh gerechnet haben. Das Endergebnis sind eure Stromkosten pro Jahr.

    Zu kompliziert? Auf der folgenden Grafik haben wir eine Formel für euch übersichtlich Schritt für Schritt hergeleitet, so dass ihr direkt die letzte Zeile vor den Erläuterungen als Formel für die Jahreskostenberechnung verwenden könnt und lediglich die bekannten Werte für den Strombedarf des PCs, eure Nutzungsdauern und den Strompreis einsetzen müsst.
    Stromkostenformel für die Jahreskosten eines PCsStromkostenformel für die Jahreskosten eines PCsQuelle: Antonio Funes
    Beim Strompreis könnt ihr natürlich selber entscheiden, ob ihr in Cent rechnen und am Ende auf Euro umsteigen wollt oder direkt Euro-Werte verwendet, also bei einem Strompreis von zum Beispiel 30 Cent pro KWh mit 0,3 Euro/KWh rechnet. Den Strombedarf eures PCs könnt ihr am zuverlässigsten mit einem Strommessgerät ermitteln, welches ihr bei einigen Stromanbietern auch kostenlos ausleihen könnt. Ihr solltet dabei aber viele Stunden lang messen, um zufällige Ausreißer zu vermeiden. Ihr könnt aber auch unsere gleich folgende Beispielrechnung als Maßstab nehmen, denn die dort verwendeten Verbrauchswerte sind für einen stärkeren modernen Gaming-PC durchaus pauschal nutzbar. Sie sind sogar eher etwa zu hoch gegriffen, denn es ist aus unserer Sicht besser, vom Worst-Case auszugehen als den Bedarf "schönzurechnen" und am Ende von einer deutlich höheren Stromkostenabrechnung überrascht zu werden.

    Beispielrechnungen

          

    Die größte Frage, die sich bei der Berechnung der Stromkosten mit Hilfe unserer Formel stellt: wie viel Strom benötigt der PC überhaupt im Office/Multimedia-Betrieb und beim Spielen? Dies hängt natürlich sehr davon ab, welche Bauteile ihr im PC verwendet. Wir werden auf der nächsten Seite einige typische Verbrauchswerte von PCs mit unterschiedlichen Grafikkarten auflisten, so dass ihr für euren PC passende Richtwerte verfügbar habt. An dieser Stelle möchten wir aber zunächst einige Beispielrechnungen für verschiedene Nutzungsszenarien aufstellen.

    Ein ausgewachsener Gaming-PC braucht viel Strom - allerdings auch nur bei hoher LastEin ausgewachsener Gaming-PC braucht viel Strom - allerdings auch nur bei hoher LastQuelle: http://store.nzxt.comDie meisten Spielebegeisterten setzen seit einiger Zeit auf eine Intel-CPU der Core i5- oder Core i7-Serie. Im typischen Alltagsbetrieb kann man hierbei inklusive Laufwerken und Mainboard von etwa 100 Watt Strombedarf ausgehen. Meist sind es weniger, mit voller Prozessorlast etwas mehr - im Durchschnitt bieten sich die 100 Watt als Grundlage aber auch aus rechnerischen Gründen an. Bei voller Auslastung der CPU und auch der Grafikkarte benötigt ein PC, der eine Nvidia GTX 970 nutzt, etwa 300 Watt. Bei einer sehr stromhungrigen AMD R9 390 sind es um bis zu 100 Watt mehr. Jedoch wird euer PC beim Spielen nur in sehr seltenen Fällen unter Volllast stehen - wir nehmen daher für unsere Rechenbeispiele einen Wert von 350 Watt für einen starken Spiele-PC an und übertreiben damit strenggenommen sogar. Allerdings möchten wir vermeiden, den Strombedarf eines Gaming-PCs zu niedrig anzusetzen, so dass wir diesen eher hohen Wert als Grundlage nehmen.

    Mit Hilfe unserer weiter oben in der Grafik hergeleiteten Formel haben wir nun einige Szenarien für eine PC-Nutzung durchgerechnet, wobei wir einen Strompreis von 28 Cent pro Kilowattstunde annehmen. In der Spalte ganz links in der Tabelle findet ihr verschiedene Werte für die Anzahl an Stunden pro Tag, in denen ihr den PC nutzt, ohne zu spielen. Oben in der Tabelle wiederum finden sich in der ersten Zeile die Stundenzahlen für die Zeit, die ihr pro Tag im Durchschnitt spielt. Somit könnt ihr wiederum innerhalb der Tabelle ablesen, wie viel Euro pro Jahr euch die jeweilige Art der Nutzung kostet.

    Beispiel: der PC ist täglich im Durchschnitt 8 Stunden eingeschaltet, und 2 Stunden davon wird gespielt. Also nehmt ihr die Zeile, in der sechs Stunden Office-Nutzung eingetragen sind (acht Stunden pro Tag eingeschalteter PC minus zwei Stunden Gaming ergeben sechs Stunden), und die Spalte, die für zwei Stunden Gaming steht. Ihr kommt also auf 133 Euro pro Jahr an Stromkosten.

    Nutzung1h Gaming2h Gaming3h Gaming4h Gaming5h Gaming6h Gaming8h Gaming10h Gaming
    1h Office46 Euro82 Euro118 Euro153 Euro189 Euro225 Euro296 Euro368 Euro
    2h Office56 Euro92 Euro128 Euro146 Euro199 Euro235 Euro307 Euro378 Euro
    3h Office66 Euro102 Euro138 Euro174 Euro210 Euro245 Euro317 Euro388 Euro
    4h Office77 Euro112 Euro148 Euro184 Euro220 Euro256 Euro327 Euro399 Euro
    5h Office87 Euro123 Euro158 Euro194 Euro230 Euro266 Euro337 Euro409 Euro
    6h Office97 Euro133 Euro169 Euro204 Euro240 Euro276 Euro347 Euro419 Euro
    8h Office118 Euro153 Euro189 Euro225 Euro261 Euro296 Euro368 Euro439 Euro
    10h Office138 Euro174 Euro210 Euro245 Euro281 Euro317 Euo388 Euro460 Euro
    12h Office159 Euro194 Euro230 Euro266 Euro301 Euro337 Euro409 Euro480 Euro


    Hinzu kommen natürlich noch die Kosten für die Peripherie wie Monitor und Lautsprecher. Hier kommt es auch sehr auf die verwendeten Modelle an. Man kann dabei nicht den maximalen Strombedarf, den ein Hersteller angibt, als Durchschnitt nehmen. Um die Kosten in etwa zu berechnen, liegt ihr mit knapp 50 Watt für Monitor und Lautsprecher bei einem recht brauchbaren Wert. Wollt ihr bewusst die Kosten eher hoch ansetzen, dann könnt ihr auch 100 Watt annehmen. Eine genauere Rechnung ist aber nur möglich, wenn ihr eure Geräte per Strommessgerät unter die Lupe nehmt.

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