Mal schießen, mal gruseln
Der Titel FEAR legt nahe, dass hier soll Gänsehaut entstehen soll. Die Entwickler beschreiben das Spiel als Mischung aus Matrix (Action) und The Ring (Grusel). Der Mix ist außerordentlich gut gelungen, wie die ersten spielbaren Levels beweisen. Statt auf Dauerschrecken zu setzen, wie das etwa Doom 3 macht, lässt FEAR subtilen Horror entstehen, ohne es zu übertreiben.
Schauplätze und Geräuschkulisse sind wahre Atmosphäre-Erzeuger: Häufig bewegt man sich durch wundervoll heruntergekommene Räume, von den Wänden blättert der Putz, die Fenster sind zerschlagen, Türen vernagelt, während es überall knarrt und scheppert. Doch nichts geschieht - vorerst. Man fiebert dem Höhepunkt regelrecht entgegen, und irgendwann ist es dann soweit: Eine blutbeschmierte Fratze taucht auf, bildschirmfüllend. Oder Alma, jenes Mädchen im roten Kleid, erscheint für den Bruchteil einer Sekunde, kichert ein schauriges Kichern, und verschwindet wieder im Schatten.
Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Traum lösen sich auf, irgendwann ist man nervlich so angeschlagen, dass man hinter jeder Ecke Gespenster wähnt. Gemein auch der Schatten Ihrer Spielfigur, der so unerhört realistisch über Oberflächen kriecht, dass man ihn regelmäßig für einen sich anschleichenden Gegner hält. "Horror ist eine delikate Angelegenheit", sagt FEAR-Produzent Rob Loftus, "er lässt sich leicht zerstören, wenn man die Spieler im Übermaß erschreckt." Wahre Worte, beherzigte Worte.
Wenn Ihnen vor Schauder nicht gerade alle Haare zu Berge stehen, ist FEAR ein knallharter Shooter mit Schießereien, die intensiv sind wie in wenig anderen Titeln. Herumfliegende Kugeln lassen einen Funkenregen entstehen, Silvester ist ein Dreck dagegen. Dann stürzen Schränke und Regale um oder zerbersten, Eimer kullern lärmend über den Boden, Fernseher explodieren mit einem Blitz, Blei reißt Löcher in Wände, und immer wirbelt Blut durch die Luft. Es ist eine groß angelegte Zerstörungsorgie, die sich auch mit durchschnittlicher Hardware zufrieden gibt. Rob Loftus versichert: "Wer Half-Life 2 auf seinem Rechner spielen kann, wird mit FEAR keine Probleme haben."

