Gegner mit Köpfchen
Wenn Spiele-Entwickler ihre Produkte anpreisen, dann schwärmen sie meistens von einer "fortschrittlichen KI" - tausendmal gesagt, tausendmal überhört. Auch Monolith behauptet, die KI in FEAR sei die Beste. Der Unterschied zu den anderen Behauptungen ist: sie ist wahr. Wie sich die Feinde im Spiel verhalten, so realistisch, so clever, das hat bisher nur Far Cry halbwegs geschafft.
Stellen Sie sich vor, Sie betreten eine Halle. In der Mitte steht eine Säule, die die Sicht teilweise verdeckt, drei Gegner kommen weiter hinten durch eine Tür und eröffnen das Feuer. Zwei rollen sich hinter Kisten, wo sie aus der Deckung heraus schießen und beim Nachladen den Kopf einziehen. Während Sie mit den beiden Kerlen beschäftigt sind, fällt ihnen ein: War da nicht noch eine dritte Person? Dann flackert der Bildschirm rot, Sie werden getroffen, von hinten! Diese Schlawiner: Zwei Gegner haben von vorne geschossen, der Letzte hat sich währenddessen um die Säule herum angeschlichen. Mit solchen koordinierten Aktionen müssen Sie beim Spielen immer rechnen.
Das Bewegungsrepertoire der Widersacher ist erstaunlich groß ausgefallen. Wenn Sie sich hinter einem Schrank verstecken, werden die Feinde Granaten werfen, um Sie auszuräuchern. Falls den Opponenten die Deckungsmöglichkeit fehlt, schießen Sie kniend oder aus dem Laufen heraus - kleine und bewegliche Ziele sind eben schwerer zu treffen. Will ein Gegner auf Sie zustürmen, dann nimmt er immer den kürzesten Weg, selbst wenn dieser über Hindernisse wie Geländer führt. Es ist, als würde man gegen menschliche Spieler antreten, nicht gegen computergesteuerte.
Die Waffenwahl bestimmt den Erfolg im situationsbedingten Kampf. Maximal drei Kanonen dürfen Sie mitnehmen, den Rest müssen Sie an Ort und Stelle zurücklassen. Für das Gefecht in engen Korridoren ist die Schrotflinte optimal, des Streufaktors wegen. Bloß das Nachladen dauert ewig, stellen Sie also sicher, dass die Arbeit getan ist, bevor die Munition ausgeht. Auf großen Flächen empfiehlt sich die ASP Rifle, denn sie verfügt über eine Scharfschützenvorrichtung. Ist gerade keine ASP zur Hand, tut es auch ein handelsübliches Sturmgewehr der Marke G2A2. Für Sadisten haben die Entwickler die HV Penetrator eingebaut, eine Waffe, die Nägel verschießt. Getroffene lassen sich damit an Wänden festnageln, was von dem eingebauten Ragdoll-Verfahren realistisch in Szene gesetzt wird: Arme und Beine baumeln, Oberkörper biegen sich - allein das Zuschauen schmerzt.


Regards, eX!
Egal, ich werde FEAR sicher eine faire Chance geben
(und manchmal ist man ja auch erleichtert über ein paar doofe Gegner...
Horatio