Gefechte in Zeitlupe
Als Kämpfer der FEAR-Crew verfügen Sie über Reflexe, um die Sie Fliegen beneiden würden. Auf Wunsch (das heißt: per Knopfdruck) lässt sich die Zeit verlangsamen, Sie können dann in Ruhe zielen und feindlichen Projektilen ausweichen. Der Effekt hält jedoch nicht lange an, zumindest zu Beginn. Später haben Sie genügend Extras eingesammelt, was die Dauer der Bullet-Time erhöht. Speziell im Kampf gegen eine Übermacht erweist sich die Zeitlupe als wahrer Lebensretter. Es funktioniert zwar auch ohne, doch dann werden Sie den Game-Over-Schriftzug öfter sehen, als Ihnen lieb ist.
Schüsse schwirren im Slow-Motion-Modus deutlich sichtbar durch die Luft, ziehen einen Schweif hinter sich her und zischen mit dumpfen, weil verlangsamten Geräuschen an Ihnen vorbei. Außerdem erscheinen die Konturen der Umgebung leicht unscharf, wodurch ein surrealer Eindruck entsteht. Zum Augenreiben schön ist der Einsatz von Granaten: Eine gewaltige Druckwelle entsteht und schleudert alle Gegner und Gegenstände im Umkreis zur Seite - jedes einzelne Detail lässt sich dank Zeitlupe genau verfolgen. Genauso atemberaubend der Effekt, wenn Glas zu Bruch geht und Scheiben in unzählige Teile zersplittern. Die Ästhetik erinnert an Matrix, und aus der Anlehnung an den Film machen die Entwickler kein Geheimnis.
Selbst Karatekicks haben den Weg ins Spiel gefunden, was für einen Shooter mit Ego-Perspektive ziemlich ungewöhnlich ist. Zwei Arten von Fußtritten sind möglich: Aus dem Sprung heraus oder am Boden rutschend, die Füße voran. Getroffene Gegner sinken keuchend nieder, manche stehen nicht mehr auf. Das Timing solcher Angriffe ist knifflig, die Richtung muss stimmen, das gleichzeitige Drücken zweier Tasten glücken. Wer das beherrscht, kann sich unbemerkt durch Gegnerhorden kicken - im Gegensatz zum Schuss aus der Kanone gelten Nahkampfangriffe nämlich als lautlos. Allerdings ginge es zu weit, FEAR als Schleich-Shooter zu bezeichnen. Hier wird überwiegend geballert, Fußtritte sind nur cool und optional.

