Dungeon Lords (PC)

Release:
21.06.2005
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
dtp

Dungeon Lords

02.07.2005 15:00 Uhr
|
Neu
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Von oben fliegen Feuerbälle heran, unten wüten Gegner: Sie haben in den hektischen Klick-Kämpfen alle Hände voll zu tun. Von oben fliegen Feuerbälle heran, unten wüten Gegner: Sie haben in den hektischen Klick-Kämpfen alle Hände voll zu tun. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Wenn Dave Bradley ein neues Rollenspiel entwickelt, dann ist das so spannend, als würde Chris Roberts Wing Commander 5 machen. Der Mann ist seit Jahrzehnten im Geschäft, war maßgeblich an der Wizardry-Reihe beteiligt und legt mit Dungeon Lords sein neues Werk vor, scheinbar zugeschnitten auf die Vorlieben heutiger Rollenspieler. Rundenkämpfe und Partys waren gestern, hier wird in Echtzeit und alleine gekämpft, außer Sie spielen im kooperativen Mehrspieler-Modus.

Dungeon Lords erscheint zu einem Zeitpunkt, zu dem andere Produkte noch einen Beta-Test durchlaufen: Versprochene Features fehlen, stattdessen gibt es Bugs. Nur das Handbuch ist vollständig. Darin liest man über Dinge, die es nicht ins Spiel geschafft haben. Die erwähnte Automap beispielsweise kommt erst mit dem nächsten Patch. Legen Sie Block und Bleistift bereit, um Karten mitzuzeichnen!

Viele, viele Monster

Ein Frost-Zauberspruch erlaubt es, Gegner für ein paar Sekunden kampfunfähig zu machen. Ein Frost-Zauberspruch erlaubt es, Gegner für ein paar Sekunden kampfunfähig zu machen. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Eine Sache beherrscht Dungeon Lords richtig gut: unzählige Gegner auf den Spieler hetzen. In den Wäldern wimmelt es von Goblins, Wölfen und Dieben, auch die Dungeons sind gefüllt wie Wohnungen in China. Woher all die Kreaturen kommen? Lord Davenmor ist sauer, weil Königstochter Ellowyn die Kurve kratzt, statt Lord Barrowgrim zu heiraten, also beschwört er Horden an Monstern, die für ihn Krieg führen sollen.

Am Anfang stehen Sie erst mal im Wald und wissen noch nichts. Ein Lagerfeuer knistert, die Grillen zirpen, Büsche biegen sich im Wind. "Seid gegrüßt, Reisender!", sagt Botschafter Simon, ein dünner Mann mit heller Stimme. Sie mögen doch bitte einen Brief in die Stadt Fargrove bringen, nur ein paar Minuten von hier entfernt. Es ist Ihr erster Auftrag.

Später stellen Sie fest, dass die Stadtwachen den Durchgang blockieren, Anordnung des Königs. Da schlüpft ein Goblin aus dem Dickicht hervor und verspricht zu helfen: Er wisse einen geheimen Weg. Der entpuppt sich natürlich als Falle und schon stecken Sie mittendrin in den Massenkämpfen von Dungeon Lords.

Klick-Marathon

Die Gefechte sind nur mit genügend Heiltränken zu schaffen. Gottlob gibt es davon genug zu kaufen. Die Anwendung erfolgt per Hotkey. Die Gefechte sind nur mit genügend Heiltränken zu schaffen. Gottlob gibt es davon genug zu kaufen. Die Anwendung erfolgt per Hotkey. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Linke Taste: zuhauen. Rechte Taste: abwehren. Die Steuerung überfordert auch Kleinkinder nicht. Die Gefechte sind ebenso anstrengend wie simpel: Weil sich Abstände zwischen Gegner und Spielfigur schlecht einschätzen lassen, hilft nur wildes Geklicke mit der Maus. Einfacher ist es später, nachdem Sie ein paar Punkte in die Fähigkeit Athletik investiert haben.

Dann schreitet Ihr Held wie ein Tänzer zur Seite oder vollführt per Knopfdruck Rückwärtssalti. Sind alle Gegner erledigt, dann hat Ihr Zeigefinger vermutlich Muskelkater und die andere Hand ist dran: Mit der Umschalt-Taste sammeln Sie Gold und Gegenstände der Besiegten ein. Nachdem tausendsten Gegenstand würden Sie Ihre Großmutter für einen "Alles aufheben"-Hotkey hergeben.

Eine seltsame Eigenschaft von Dungeon Lords ist es, den Spielverlauf zwei, drei Sekunden einzufrieren, bevor Gegner auftauchen. Wenn für Sie Gläser standardmäßig halb voll sind, lernen Sie diese Unterbrechung vielleicht als Frühwarnsystem schätzen. Doch eigentlich sind die Zwangspausen (vermutlich zurückzuführen auf ein Speicherproblem) nur nervig; hoffentlich hilft der geplante Patch.
Das Beste an Dungeon Lords sind die Charakter-Fähigkeiten.

Hier haben sich die Entwickler sogar eine kleine Innovation einfallen lassen: Jeder erledigte Gegner gibt Erfahrungspunkte, die Sie sofort auf Fähigkeiten wie Schwertkampf, Heil- oder Angriffsmagie verteilen können, ohne den Stufenabstieg abwarten zu müssen. Je weiter Sie die entsprechende Fähigkeit ausgebildet haben, desto teurer sind Verbesserungen.

Fehlender Feinschliff

Dungeon Lords [Quelle: Siehe Bildergalerie] Dass die Entwickler mit einem nervösen Blick auf die Uhr an Dungeon Lords gearbeitet haben, dafür spricht die unfertig wirkende Welt: In den Gasthäusern fehlen Möbel, die Dungeons sind meist nicht mehr als eine Anordnung eckiger Räume und die Wildnis schaut aus, als wären Bäume, Büsche und Wege mit verbundenen Augen gesetzt worden.

Die riesige Welt zu erkunden, wird wegen der fehlenden Automap zur Geduldsprobe: Schon bald kommen Sie vom Pfad ab und sind verloren. Der Kompass hilft wenig, Richtungsschilder sind selten. Die mitgelieferte Papierkarte ist die einzige Orientierungshilfe.

Am besten aufgehoben fühlt man sich noch in den Dungeons, dem einzigen Ort, an dem Sie abwechselnd Hirn und Geschicklichkeit beweisen müssen: Mal legen Sie Schalter um, die einen Durchgang freilegen, mal hüpfen Sie von Säule zu Säule.

Verschenktes Potenzial

Dungeon Lords [Quelle: Siehe Bildergalerie] Das Potenzial von Dungeon Lords ist Dave Bradleys illusorischem Terminkalender zum Opfer gefallen. Ein halbes Jahr mehr Entwicklungszeit hätte Wunder gewirkt. Die letzte Hoffnung ist der Patch.

   
Bildergalerie: Dungeon Lords
Bild 1-3
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Dungeon Lords (PC)
Spielspaß-Wertung

55 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Ausgeklügeltes Fähigkeitensystem
Leblose Welt, in der man sich oft verirrt
Einwandfreie, umfangreiche Sprachausgabe
Etliche Bugs stören den Spielablauf
Liebloses Städte- und Dungeon-Design
   
Thomas Weiß
Um aus Dungeon Lords ein gutes Spiel zu machen, braucht es mehr als einen Patch.
Ein Patch, der alle Bugs und Abstürze beseitigt, wäre nur der Anfang. Dann müsste noch die Spielwelt gestrafft werden, die aktuell so lieblos wirkt, dass man einen Zufallsgenerator als Designer vermutet: Man kann minutenlang in eine Richtung laufen, ohne dass etwas geschieht. Ähnlich einschläfernd die Dungeons, riesige Irrgärten, bis zum Überlaufen mit Monstern gefüllt, gegen die nur Dauergeklicke ohne Sinn und Verstand hilft. Das Fähigkeitensystem - Punkte nach jedem Gegner verteilen, ohne auf den Stufenanstieg warten zu müssen - gefällt mir ausgesprochen gut, nur das Spiel dahinter ist mehr Ärger als Spaß.
   
Moderation
02.07.2005 15:00 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
07.07.2005 12:42 Uhr
Das Kampfsystem funzt sehr gut, die Story ist spannend und das Char-System ist klasse. Die Grafik ist für ein RPG durchaus ansehlich.

Was absolut daneben ist, sind die fehlenden Features (z.B. Aussehen des Charakters verändern). Dazu macht die Welt, v.a. in den Gebäuden und den Städten einen unfertigen…
Bewertung: 0
04.07.2005 10:08 Uhr
peinlich für den publisher, aber meiner meinung nach genauso peinlich für das magazin, dass das geäussert hat (und DL wurde irgendwann mal BEst of E³) und damit zeigt sich wieder, wieviel wert man auf preview und anderen hypemüll legen sollten- gar nichts
wie kann man etwas beurteilen, was noch längst…
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
04.07.2005 08:54 Uhr
Zitat: (Original von tommyh am 03.07.2005 12:47)
puh 55% dabei wurde das game mit so viel vorschusslorbeern überhäuft kann es fast nicht glauben hab mit dem kauf geliebäugelt das werd ich wohl jetz mit sicherkeit lassen.... 

Jetzt muss ich mal was loswerden...  PCG hat es noch NIE verstanden RPGs…