Die Siedler: Aufstieg eines Königreichs
Die Aufgaben beschränken sich auf unkomplizierte Warenlieferungen, so etwas wie Schafe suchen, Bären ausräuchern und kurze Kämpfe mit Banditen. Hin und wieder haben Sie mal ein Zeitlimit, das aber für gewöhnlich großzügig bemessen ist.
Selbst Gefechte mit den Bösewichten gestalten sich recht dröge. Zum einen haben Sie an Militäreinheiten lediglich Bogenschützen, Schwertkämpfer und ein paar Belagerungswaffen, mit denen Sie dann auch Befestigungsanlagen aus Stein überwinden. Zum anderen verdienen die Computergegner ihre Bezeichnung nicht. Regelmäßig gehen feindliche Bogenschützen in den Nahkampf, der Burgherr schickt seine Einheiten einzeln vor die schützenden Stadtmauern und baut keine Soldaten nach. So kann es durchaus vorkommen, dass Sie statt des erhofften finalen Großangriffs einfach eine leere Festung stürmen - ernüchternd. Anderes Negativbeispiel: Ein Bösewicht flieht überraschend in einer Kutsche. Unsere Gedanken in Richtung "Erreichen wir ihn noch rechtzeitig?" und "Werden wir seiner Truppen Herr oder sind sie uns haushoch überlegen?" erweisen sich als blanker Unsinn. Erstens holen wir den Kerl locker ein und zweitens hängt seine Leibgarde so weit hinter dem Wagen her, dass wir sie kampflos gefangen nehmen.
Zu guter Letzt drücken dann noch einige spielzeitstreckende Passagen auf die Laune, bei denen Sie nur darauf warten, bis etwas passiert. Da schicken Sie einen Spion durch sämtliche Länder einer Karte ins feindliche Lager, holen ihn dann mit den Ergebnissen zurück in Ihre Burg - und danach muss Ihr Held den gleichen Weg zurücklegen. Alternativ hätten wir bis zum Winter warten und über einen Fluss abkürzen können, was schlussendlich nicht besser gewesen wäre. In der Verkaufsversion soll ein Zeitraffer solches Prozedere abkürzen, der in unserer Version aber noch nicht integriert war.


Siedler VI (ich habe die Demo ausprobiert) dürfte so ziemlich das am wenigsten fordernde, langweiligste Aufbaustrategiespiel sein, das ich jemals gezockt habe.
Hübsche Grafik, aber nix dahinter. Nur für absolute Genreneulinge empfehlenswert, die nie vorher ein Spiel dieser Art gespielt haben.
Im direkten Vergleich wirkt Anno wie ein überladenes Komplexitätsmonster.