Die Siedler 2: Die nächste Generation
Optik mit Gewöhnungseffekt
Die Zwischensequenzen sind im schlichten Comic-Stil gehalten und erinnern stark an Asterix und Obelix.
So schön und knuffig die neuen Siedler auch daherkommen, beim Karten-Design schleift sich dieser optische Effekt doch recht bald ab. Wir ertappen uns spätestens ab der fünften Kampagnenmission dabei, nur noch mit dreifacher Geschwindigkeit (Wieso gibt es keinen Faktor zehn?) zu spielen, um möglichst schnell die interessanter gestalteten, letzten Karten der Kampagne freizuschalten. Dort gibt es dann bizarr anmutende Lavalandschaften mit Vulkanen und tollen Lichtspiegelungen auf dem Wasser zu bestaunen. In der Verkaufsversion sind auch Tag-und-Nacht-Zyklen enthalten, die in der Testfassung noch nicht aktiviert waren.
Richtig hübsch und liebevoll sind die Gebäude und deren verspielte Details anzuschauen. Die Geländetexturen sind fein geraten und dezente HDR-Effekte sorgen für Stimmung. Weniger stimmig empfanden wir die Gestaltung der Bäume, deren Oberflächentexturen im Vergleich zu den Gebäuden geradezu plump wirkten. Entwickler Funatics hatte gottlob ein Einsehen und versprach, die Bäume noch mal zu überarbeiten.
Zum Beweis schickte das Team uns Screenshots von den neuen Texturen, die deutlich hübscher ausgefallen sind. Die neuen Siedler stellen keinen Meilenstein in der Grafiktechnik dar. Zum Beispiel sieht es ein wenig merkwürdig aus, wenn die Figuren ständig durch sich hindurchlaufen, als wären sie Geister. Dennoch macht es lange Zeit Spaß, sich die kleine Welt von allen Seiten anzuschauen, was dank der gut bedienbaren Kamera flott von der Hand geht.
Voll auf die Siedlermütze
Kämpfe gestalten sich bei Die Siedler: Die nächste Generation in altbewährter Manier. Sie haben - anders als bei üblichen Strategiespielen - keine direkte Kontrolle über Ihre Kämpfer, sondern bestimmen anhand der Besatzung in den Militärgebäuden, wie groß Ihre Streitmacht an der Front ist. Einmal aufs militärische Zielgebäude geklickt, marschieren die Soldaten automatisch los und fechten Zweikämpfe aus - der Sieger nimmt das Gebäude ein und es findet eine Grenzverschiebung statt. Echtzeitschlachten, wie sie in heutigen Strategiespielen üblich sind, dürfen Sie nicht erwarten.
Gelungen ist die Neuerung, dass sich bestehende Militärgebäude erweitern lassen. Wenn Sie genügend Platz haben, zaubern Sie aus einer schnell an der Grenze errichteten Baracke eine mächtige Festung. In der Testversion fehlte allerdings noch eine Fortschrittsanzeige, sodass man keinen Überblick darüber hatte, wie weit der Ausbau nun gediehen ist. Funatics teilte uns mit, dass dieser Punkt schon auf einer Patch-Liste vermerkt ist.
Stationierte Soldaten lassen sich auslagern und umverteilen, das bringt etwas mehr taktische Tiefe ins Spielgeschehen. Insgesamt bleibt Die Siedler: Die nächste Generation aber ein gemütliches Spiel und ist als Remake ein gelungenes Geschenk für Fans und Einsteiger.

