Dark Souls: Prepare to Die Edition im Test für den PC - Eine echte Nervenprobe
Dark Souls: Prepare to Die Edition im Test für den PC - Eine echte Nervenprobe. (4) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Auf den Konsolen erschien Dark Souls bereits vor einem Jahr und erlangte dort seitdem Kultstatus für sein einmalig schweres und konsequentes Spielprinzip. Das zog so weite Kreise, dass PC-Spieler sogar eine Petition starteten, um Publisher Namco Bandai zu einer PC-Umsetzung zu überreden. Der Plan ging auf und mit der Prepare to Die Edition kommen nun auch PC-Spieler in den bittersüßen Genuss von unzähligen, grausamen Bildschirmtoden. Doch warum will man sich so etwas überhaupt antun?
Während viele moderne RPGs zunehmend auf Bombast setzen und eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen wollen, konzentriert sich Dark Souls auf klassische Rollenspiel-Tugenden: Man schlüpft in die Rolle einer fiktiven Figur, formt diese nach seiner Vorstellung und geht mit ihr auf ein einzigartiges Abenteuer, das ganz klar für den harten Kern der Rollenspieler gedacht ist. Wer sich gerne stundenlang in einer gigantischen Fantasy-Welt verliert und Spaß daran hat, jeden Winkel zu erkunden, wird Dark Souls lieben lernen. Wem es hingegen zu anstrengend ist, sich wirklich alles selbst zu erarbeiten, der wird mit diesem knallharten Fantasy-Abenteuer nie warm.
Das solltet ihr unbedingt wissen:
Kopierschutz
Um die handelsübliche Fassung von Dark Souls spielen zu können, ist ein Konto bei Games for Windows LIVE nötig und damit einhergehend eine einmalige Online-Aktivierung. Danach könnt ihr das Spiel auch im Offline-Modus genießen, müsst dann aber natürlich auf die Online-Features verzichten. Die Games-for-Windows-LIVE-Pflicht gilt übrigens auch für die Steam-Fassung von Dark Souls.
Bessere Grafik Dank Fan-Patch
Dass die Entwickler mit der PC-Umsetzung Schwierigkeiten hatten, sieht man schon an folgendem Punkt: Wie auf der Konsole leistet Dark Souls auch am PC eine interne Maximalauflösung von 1.024 x 720 Bildpunkten. Sprich: Wenn man die Auflösung im Menü höher einstellt, wird das Bild einfach hochskaliert und wirkt dementsprechend furchtbar verwaschen. Eine Lösung für dieses Problem bietet ein Fan-Patch, der auch höhere Auflösungen und damit ein wunderbar scharfes HD-Bild ermöglicht. Wir verwendeten den Patch die meiste Zeit während unseres Tests und konnten keine Probleme feststellen. Den Patch findet ihr unter http://blog.metaclassofnil.com.
Deswegen ist Dark Souls so speziell:
Selbst ist der Held!
Schon bei der Charaktererstellung ist der Spieler völlig auf sich allein gestellt. Sollte man einen gut gepanzerten Ritter wählen oder hat man mit dem Zauberer vielleicht doch die besseren Karten? Ausprobieren und selbst herausfinden lautet die Devise. Dann erschließt man sich zum Beispiel auch, dass die anfängliche Klassenwahl lediglich Auswirkungen auf Startattribute und -ausrüstung hat. In Dark Souls ist die Charakterentwicklung völlig frei. Mit Ausnahme der grundlegenden Steuerung gibt es vom Spiel auch sonst keinerlei Tipps. Genauso wenig wie einen einstellbaren Schwierigkeitsgrad oder ein ausführliches Tutorial. Oder eine Übersichtskarte, Questmarkierungen oder sonstige, heutzutage übliche Komfortfunktionen. Wer auf solche Funktionen wert legt, wird in Dark Souls stark enttäuscht.
Der Schwierigkeitsgrad: Balanceakt zwischen Frust und Freude
Lust und Frust liegen bei Dark Souls verdammt nah beieinander. Betritt man ein Gebiet, für das die Spielfigur noch nicht stark genug ist, merkt man dies meist erst dann, wenn es schon zu spät ist. Das Fiese ist, dass einem selbst ein lächerlich erscheinender Standardgegner jederzeit den Garaus machen kann. Einmal nicht aufgepasst, die falsche Taste gedrückt oder zu früh attackiert - schon steckt sackt der Held mal wieder leblos in sich zusammen. Nicht nur die gigantischen Monster und Dämonen sind eine derbe Herausforderung, auch der Weg dorthin ist gespickt mit Gefahren, die einem jederzeit das virtuelle Leben kosten können. Zumal man stets Gefahr läuft, mit einem Tod die wertvollen Seelen zu verlieren, die in Dark Souls sowohl als Erfahrungspunkte als auch Spielwährung dienen. Bei alledem wird das Spiel jedoch nie unfair. Jeder Tod ist eigentlich immer mit einer unvorsichtigen Bewegung oder einem taktischen Fehler des Spielers zu begründen. Fehler, aus denen man konsequent lernt dank der hohen Bestrafung.
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