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  • Dark Souls 3 im Test mit Video: Scheitern am eigenen Erbe
    Quelle: Bandai Namco

    Dark Souls 3 im Test mit Video: Scheitern am eigenen Erbe

    Am Ende der Reise bleibt nur noch Asche zurück. Kann das dritte Dark Souls die Tugenden der Reihe bewahren oder gelingt es From Software sogar, sich selbst zu übertrumpfen? Wir haben rund 100 Stunden in Dark Souls 3 verbracht und für euch ein leitendes Leuchtfeuer entzündet.

    Aus. Genug. Für heute reicht es. Wir schreiben den 19. März 2016, es ist halb 3 in der Nacht. Die restlichen Energiereserven/Mountain Dew-Dosen sind vollkommen erschöpft, von einem Konzentrationsvermögen kann nicht mehr die Rede sein. Dabei sind es gerade flinke Reaktionen, die für den Endgegner Pontifex Sulyvahn vonnöten sind, um gegen ihn einen Chance zu haben. Auf den schnellen Stichhieb mit seiner linken Waffe vermögen wir allerdings nicht mehr mit einer Ausweichrolle zu reagieren, auch sein ewigwährender Combo-Angriff verschwimmt vor unseren müden Augen zu einem feurigen Inferno, in dem wir nur zu schnell den Tod finden. Erschöpft schalten wir die Playstation 4 aus, räumen den halbvollen Pizza-Karton in den Kühlschrank und treten durchs nächtliche, vernebelte Fürth den Marsch Richtung Bett an. Bevor uns aber daheim der Schlaf übermannt, gehen wir noch einmal in uns und lassen die vergangenen 18 Stunden kurz Revue passieren. Die Zweifel darüber, ob wir dieses Mal an unsere Grenzen gestoßen sind und der Boss einfach zu mächtig ist, verstreuen sich am nächsten Morgen aber wie im Fluge: gleich beim ersten Versuch sind wir siegreich und dürfen uns nicht über eine Vielzahl an Seelen freuen, sondern auch ein neues Gebiet zum Erkunden. Freude!


    Nur zu gerne würden wir das Schloss im Hintergrund betreten, doch die beiden Ritter haben entschieden was dagegen. Nur zu gerne würden wir das Schloss im Hintergrund betreten, doch die beiden Ritter haben entschieden was dagegen. Quelle: PC Games

    Ein Sturm zieht auf

          

    Kenner von Dark Souls wissen nur zu gut, wie sich ein solcher Sieg anfühlt. Seitdem die Serie 2009 mit Demon's Souls auf der Playstation 3 zum ersten Mal in Erscheinung getreten ist, haben mit jeder Fortsetzung immer mehr Spieler den Reiz am spielerischen Anspruch für sich entdeckt - in vielen Fällen vielleicht sogar wiedergefunden. Dabei gelang dem japanischen Entwickler From Software das Kunststück, seine Reihe vom anfänglichen Geheimtipp (Demon's Souls) hin zum Konsolen-Kaufgrund (Bloodborne) avancieren zu lassen. Infolgedessen dürfte es keinen wundern, dass das offizielle dritte Dark Souls nicht nur von Spielern euphorisch herbeigesehnt wird. Auch Publisher Bandai Namco hat das Millionenpotenzial längst erkannt und den Titel bereits im Vorfeld massiv beworben - mit teils fragwürdigen Aktionen, wie etwa zuletzt einer besonders scharfen Chicken-Wing-Challenge oder einem nur halbwegs gelungenen Kurzfilm von Horror-Regisseur Eli Roth. Achtung vor dem Feind gehört zum Pflichtprogramm. Selbst vermeintlich schwache Gegner können schnell zu einer Bedrohung werden. Achtung vor dem Feind gehört zum Pflichtprogramm. Selbst vermeintlich schwache Gegner können schnell zu einer Bedrohung werden. Quelle: PC Games

    Fernab von allen positiven Vorschau-Berichten muss das Spiel aber nun im Test beweisen, ob das vorläufig große Finale der Reihe das Zeug hat, den Namen Dark Souls würdig abzuschließen. Bevor wir euch nun unsere Eindrücke vom Spiel schildern, hier noch ein paar Hinweise zu unseren Testbedingungen. Auf zwei Redakteure verteilt haben wir Dark Souls 3 insgesamt drei Mal durchspielen können, alle Abspänne zu Gesicht bekommen und auch schon einiges an Spielzeit im New Game + verbracht. Da es bei einem Spiel wie Dark Souls aber sehr leicht ist, einzelne Aspekte und Quest-Lines zu übersehen, maßen wir es uns nicht an, einen hundertprozentigen Spielstand zu beanspruchen. Auch den Multiplayer mit seinem engen Zusammenspiel zwischen PvE und PvP konnten in unserem Playstation 4-Build noch nicht zur ausreichend genug anspielen - detailliertere Eindrücke darüber liefern wir euch daher erst nach, wenn das Spiel am 12. April offiziell auf den Markt kommt. Lesetipp: Unser Einsteiger-Guide zu Dark Souls 3 bringt euch Tipps zur Charaktererstellung und den ersten Spielstunden.

    Dark Souls 3: Test-Video
    10:04
    Dark Souls 3 im Video-Test: Scheitern am eigenen Erbe
    Spielecover zu Dark Souls 3
    Dark Souls 3

    Asche sucht Schlacke

          

    Auch wenn eine Drei im Titel steht, ist es bei Dark Souls 3 zu Beginn nicht ganz klar, ob es sich um eine echte Fortsetzung, ein Prequel oder gar ein Verbindungsstück zwischen dem ersten und zweiten Teil handelt. Ganz im Sinne der Souls-Reihe wird eure Spielfigur, die sich nach dem Läuten einer großen Glocke aus dem staubigen Grab erhebt, mit einer simplen Aufgabe betraut: Die vier Herrscher der Asche müssen gefunden und zurück zu ihrem Thron gebracht werden. Eine simple Prämisse, die sich in der Praxis aber natürlich als ausgesprochen schwer herausstellt, denn die verlorenen Herrscher halten sich allesamt an gefährlichen Orten versteckt. Eine feste Reihenfolge, wie ihr euren Weg durchs Spiel findet, gibt euch Dark Souls 3 hierbei nicht vor. Nachdem ihr euch durch den anfänglichen Friedhof und die Verteidigungswälle von Lothric gekämpft habt, steht es euch erstmal völlig frei, in welche Richtung ihr als nächstes vorstoßt. Wem das Leveldesign in Dark Souls 2 zu linear war, der wird die Komplexität des dritten Teils sehr zu schätzen wissen. Entgegen anfänglicher Vermutungen ist die Spielwelt - bis auf vereinzelte Ausnahmen - komplett in einem Stück begehbar. So ist unter anderem der Firelink Shrine ein gesonderter, abgegrenzter Rastplatz, zu dem ihr immer wieder zurückkehrt. Viele Charaktere, die ihr auf eurer Reise trefft, lassen sich im Anschluss hier nieder und bieten euch fortan ihre Dienste an. Hierzu aber gilt es zu beachten, dass ihr stets die Augen offen halten müsst, denn nur selten stehen NPCs offen in der Gegend rum. Verfügt ihr darüber hinaus nicht über die passenden Attribute, lassen sie sich gar nicht erst auf euch ein. Orbeck von Vinheim schlägt sein Lager nur in eurem Schrein auf, wenn ihr intelligent genug seid, um mit seinem magischen Talent etwas anfangen zu können. Es kann sogar passieren, dass ihr einige Personen im Spiel gar nicht erst zu Gesicht bekommt. Umso größer ist dann die Überraschung, wenn man bei seinem zweiten Spielstand auf ein völlig neues Gesicht trifft. Unsere Komplettlösung zu Dark Souls 3 führt euch übrigens problemlos durch alle Gebiete.

    Nicht nur das eigene Equipment gilt es zu beachten. Auch beim Areal, in dem gekämpft wird, sollte stets berücksichtigt werden. Nicht nur das eigene Equipment gilt es zu beachten. Auch beim Areal, in dem gekämpft wird, sollte stets berücksichtigt werden. Quelle: PC Games

    Alles neu macht der Schrein

          

    Level-Aufstufungen sowie Waffenverbesserungen werden ebenfalls im Firelink Shrine vorgenommen werden. Wieder einmal könnt ihr theoretisch jede Waffe und jedes Rüstungsteil anlegen, müsst dafür allerdings die passenden Profilwerte auf dem Konto haben. Feste Charakterklassen gibt es auch in Dark Souls 3 nicht. Schwer gepanzerte Magier, leichtfüßige Zweihandträger, verschlagene Bogenschützen mit heiliger Magie: die vielfältigen Möglichkeiten laden wieder zum Experimentieren ein. Das leicht erhöhte Spieltempo von Dark Souls 3 zwingt einen jedoch fast schon dazu, für jeden Charakter ein Mindestmaß an Agilität zu berücksichtigen. Zwar war Ausweichen in Dark Souls schon immer die bessere Lösung als Blocken, doch im dritten Teil haben es langsame Boliden so schwer noch nie - auch das erhöhte Tracking der Gegner trägt daran seinen Anteil. Teilweise kam es sogar zu 180°-Drehungen, welche es in dem Ausmaße zuvor nicht gegeben hat. Selbst flotte Flitzer wie Ornstein, der letzten Endes immer noch ein schwerfälliger Kontrahent war, verblasst nahezu vor der Geschwindigkeit, die die Abyss Watchers an den Tag legen. Dieser doch recht deutlich von Bloodborne inspirierte Kampf hätte ganz klar mehr in den Gothic-Horror-Titel von From Software gepasst, aber nicht wirklich zur langsameren Souls-Reihe.

    Blutiger Verwandter: In Dark Souls 3 steckt sehr viel Bloodborne, welches im vergangenen Jahr erschien. Das Spieltempo hat zugelegt. Blutiger Verwandter: In Dark Souls 3 steckt sehr viel Bloodborne, welches im vergangenen Jahr erschien. Das Spieltempo hat zugelegt. Quelle: PC Games

    Die passende Waffe muss her

          

    Dass die Auseinandersetzungen, ob nun gegen Standardfeinde oder dicke Bossgegner, trotzdem zu den großen Stärken des Spiels gehören, liegt wieder einmal am hervorragenden Kampfsystem. Das überschaubare Grundgerüst aus Blocken, Ausweichen und zwei Schlagvarianten wird durch jede Menge Variablen ergänzt, die dem System eine so befriedigende Tiefe geben. Es fängt schon mit dem Unterschied an, dass alle Waffentypen sich darin unterscheiden, ob sie Schlag-, Stoß- oder Hiebschaden anrichten können. Je nach Gegnertyp und dessen Verteidigung könnt ihr ihm also mit einem Speer deutlich mehr oder weniger Leid zufügen als mit einem Streithammer. Auch besondere Eigenschaften wie Feuer, Blitz, Magie oder ganz neu Eis wirklich sich teilweise dramatisch darauf aus, wie das Duell verläuft. Bezieht ihr hier dann noch Ausdauer, maximale Traglast und Balance mit ein, wird schnell deutlich, warum im Kampfsystem von Dark Souls 3 deutlich mehr drin steckt als in Titeln wie The Witcher oder Dragon Age: Inquisition.
    Bei der Inszenierung der Bossduelle trumpft Dark Souls 3 ganz groß auf. Behaltet bloß den Doppelgänger rechts im Auge. Bei der Inszenierung der Bossduelle trumpft Dark Souls 3 ganz groß auf. Behaltet bloß den Doppelgänger rechts im Auge. Quelle: PC Games
    Sehr schön ist dabei auch, dass sich alle Waffen in ihrer Handhabung außerordentlich gut anfühlen. Mächtige Zweihänder decken viel Angriffsfläche ab und hauen Gegner mit einem niedrigen Gleichgewichts-Wert schnell von den Füßen, brauchen aber lange zum Ausholen und kosten viel Kraft. Dolche hingegen stellen das genaue Gegenteil dar und reißen selbst mittelgroße Boliden nicht zu Boden, eignen sich dafür aber sehr gut, um mittels Gift oder Blutung Zustandsveränderungen herbeizuführen. Hinzu kommen weitere Eigenschaften, mit denen ihr eure Angriffe (oder Resistenzen) versehen könnt. Eine perfekte Waffe gibt es zwar nicht, doch mit der Zeit werden sich natürlich Waffenkombinationen herumsprechen, die für einen bestimmten Charakter-Build am besten geeignet sind. Für noch mehr Variation sorgen die zusätzlichen Stilrichtungen pro Waffentyp, die euch neue Angriffsvarianten ermöglichen - allerdings auf Kosten euer Fokus-Anzeige, neben Ausdauer und Lebensenergie ein neues Attribut in Dark Souls 3.

    Überlegener Blutsbruder

          

    Die Wahl eures Builds hat selbstverständlich einen erheblichen Einfluss darauf, wie sich Dark Souls 3 spielt und anfühlt. Ist der Feind nicht anfällig für Stichangriffe oder erweist sich seine Magieresistenz als zu hoch, müssen auch reinrassige Speerkämpfer/Vollblut-Zauberer umdenken. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, empfiehlt sich also für jede Figur zumindest eine Zweitwaffe. In Sachen Balancing und Ausgewogenheit kommt man an die Trickwaffen von Bloodborne zwar nicht heran, das Angebot an Schwertern, Äxten, Schilden und sonstigem Kriegswerkzeug ist dafür aber bedeutend größer. Diverse Helden im Spiel könnt ihr für schwere Bossgegner heraufbeschwören. Die Bedinungen dafür sind aber nicht immer ganz klar. Diverse Helden im Spiel könnt ihr für schwere Bossgegner heraufbeschwören. Die Bedinungen dafür sind aber nicht immer ganz klar. Quelle: PC Games Dennoch steht Dark Souls 3 hier aber ein wenig im Schatten von Bloodborne. Im Gegensatz zum PS4-exklusiven Rollenspiel ist es im dritten Teil wieder möglich, die Gegner an vielen verschiedenen Stellen gefahrlos mit Distanzangriffen auszuschalten, da diese nicht immer entsprechend auf die Situation reagieren. Alte KI-Tricksereien wie beim Drachenschweif in Dark Souls 1 oder das Erlegen von Manus per Pfeil und Bogen im dazugehörigen Add-on zeigen auch in Dark Souls 3 Wirkung. Ganz dumm sind eure Feinde aber nicht. So reagieren sie etwa auf Geräusche in der Nähe und sorgen mit einem kräftigen Schildhieb dafür, dass ihr nicht einfach so an ihren Rücken gelangt und einen Backstab ausführt.

    Orange küsst Türkis

          

    Auch wenn das Grundprinzip der erfolgreichen Serie gleichgeblieben ist, gibt es doch einige nennenswerte Neuerungen, die dem Spiel einen frischen Touch verleihen. Das trifft beispielsweise auf euren Estus-Flakon zu. Früher heilte ein Schluck aus der orangen Pulle lediglich eure Wunden, nun dürft ihr für eure Fokus-Anzeige auch eine türkisfarbene Pulle mit euch herumtragen. Die Dosierung darf dabei genau aufgeteilt werden: von zehn möglichen Schlucken können zum Beispiel sieben für den Körper und drei für den Geist angemischt werden. Auch das teils verwirrende Schmieden und Verbessern von Waffen wurde in Dark Souls 3 gehörig entschlackt. Ab sofort müsst ihr nicht erst eine Waffe fünf Mal mit Titanit-Scherben aufbessern, eher ihr dem Kriegswerkzeug besondere Eigenschaften verleiht. Die passende Glut und einen entsprechenden Edelstein vorausgesetzt, könnt ihr in Dark Souls 3 jederzeit jede Waffe mit einem solchen Attribut versehen. Ebenso leicht fällt das Erschaffen einzigartiger Spezialwaffen aus. Mit der passenden Boss-Seele dürft ihr euch bei Ludeleth im Firelink Shrine für eines von zwei Items entscheiden - überlegt euch eure Wahl daher gut, denn den zweiten Gegenstand werdet ihr erst in eurem nächsten Spieldurchgang mit dem gleichen Helden erwerben können.

    Das beschauliche Ithiryll gehört zu den schönsten Arealen des Spiels und hat optisch viel mit Yharnam aus Bloodborne gemeinsam. Das beschauliche Ithiryll gehört zu den schönsten Arealen des Spiels und hat optisch viel mit Yharnam aus Bloodborne gemeinsam. Quelle: PC Games

    Der Geist wird gefordert

          

    Wo sich das Spiel auf der einen Seite weltoffener und unkomplizierter gibt, sieht es bei der Hintergrundgeschichte und den Ereignissen des Spiels gewohnt düster aus - im positiven Sinne. Dark Souls 3 macht sich gar nicht erst die Mühe, euch mit einem festen Handlungsstrang Richtung Abspann zu ziehen. Vieles bleibt stattdessen eurer eigenen Interpretation überlassen, welche ihr durch Item-Beschreibungen, NPC-Dialoge oder allein aufgrund von diversen Locations im Spiel selber bilden müsst. Musste man sich die Verbindungen zwischen dem ersten und zweiten Teil aber noch akribisch zusammenreimen, liegen die Puzzleteile in Dark Souls 3 weitaus offensichtlicher in der Spielwelt herum. Ein echter Knackpunkt, den so mancher Spieler als zu plumpen Fanservice abschreiben könnte. Verfallene Schlösser, Kirchen und Verliese: vieles in Dark Souls 3 wirkt vertraut. Vielleicht sogar ein wenig mehr als ihr zunächst glauben wollt. Verfallene Schlösser, Kirchen und Verliese: vieles in Dark Souls 3 wirkt vertraut. Vielleicht sogar ein wenig mehr als ihr zunächst glauben wollt. Quelle: PC Games Während uns manche Querverweise ein echtes Lächeln aufs Gesicht zauberten, waren andere Gemeinsamkeiten wiederum viel zu hanebüchen und zu weit hergeholt. Erinnert ihr euch noch an die süßen Pilzwesen im Finsterwurz Garten? Deren Überreste liegen nun versteckt in einem Waldbereich des Spiels herum. Schon mal mit den finsteren Wächtern aus Neu-Londo in Kontakt gekommen? Die ewig fies grinsenden Gesellen marschieren auch in Dark Souls 3 durch die Landschaft. Und als wäre das nicht genug, könnt ihr tief im Erdinneren sogar die Ruinen von Izalith finden, inklusive versteinerter Dämonen, die euch einstmals das Leben zur Hölle gemacht haben. Dark Souls 3 ist kein Horror-Titel, viel Spannung liegt dank der Untoten-Thematik aber jederzeit in der modrigen Luft. Dark Souls 3 ist kein Horror-Titel, viel Spannung liegt dank der Untoten-Thematik aber jederzeit in der modrigen Luft. Quelle: PC Games

    Anhand solch direkter Anspielungen wird klar, dass Miyazaki und sein Team sich darüber bewusst sind, was für einen hohen Stellenwert Dark Souls 1 bei den Fans genießt. Zudem ist es löblich, dass From Software die Reihe mit all dem abschließen will, was sie letztendlich so groß gemacht hat. Ein klein wenig mehr Hang zur Individualität hätte Dark Souls 3 aber definitiv nicht geschadet. An der vielschichtigen Lore, die genügend Platz für sehr viel Fantasie lässt, ändert das zum Glück nur recht wenig. Auch der dritte Teil steckt voller melodramatischer Momente, die nur wenig Platz für Hoffnung lassen. Viele der alternativen Questlines führen schnell zum Tod der entsprechenden Figur, wenn ihr euch zur falschen Zeit an den falschen Ort begebt. Ähnlich finster schaut es bei den Endbossen von Dark Souls 3 aus. Hier gilt es nicht, einen ultimativen Bösewicht im Namen des Guten zur Strecke zu bringen. Ihre Beweggründe liegen oftmals im Dunkeln, mit manchen tauscht ihr gar nicht erst ein Wort. Was für eine Rolle sie spielen und was ihr Anliegen in der durch und durch finsteren Welt ist, findet ihr meist nur durch eigenes Zusammenreimen, Kombinieren und Item-Beschreibungen heraus. Für manchen Spieler mag das zu wenig sein, doch macht genau dieser reduzierte Ansatz die riesige Faszination des Spiels aus. In dieser Hinsicht überzeugt Dark Souls 3 auf ganzer Linie.

    Nicht ganz perfekt

          

    Ganz ohne Kritik gehen die gerade erwähnten Bossgegner des Spiels jedoch nicht nach Hause. Auf der einen Seite gelingt einigen Duellen das Kunststück, nahezu alles harmonisch miteinander zu verbinden, was die Bosse in den Souls-Titeln so herausragend macht: spielerisch fordernd, dramatisch inszeniert, musikalisch erstklassig unterlegt. Andere wiederum setzen sich nur aus mehreren Standardgegnern zusammen, die den Spieler dann mit ihrer Masse überrennen. Leichte Diskrepanzen fallen auch beim Aufbau der Levels auf. Wissen Architektur und Design rund um Irithyll vollends zu begeistern, wurde in die Katakomben oder die Dämonenruinen sichtlich weniger Mühe investiert, da ihr hier vermehrt in identisch aussehenden Gängen herumirrt. Einige Leuchtfeuer im Spiel wirken zudem ein wenig deplatziert und verkommen zu nicht mehr als simplen Checkpoints. Wirklich klug platzierte Feuerstellen, von denen aus man in viele anfangs noch versperrte Bereiche vordringen kann, gibt es durchaus weniger als in Dark Souls 1 - aber auch bedeutend mehr als noch in Dark Souls 2.

    Alle Bosse im Spiel durchlaufen mehrere Phasen, die sich je nach verbleibender Lebensenergie ändert. Seid gewappnet! Alle Bosse im Spiel durchlaufen mehrere Phasen, die sich je nach verbleibender Lebensenergie ändert. Seid gewappnet! Quelle: PC Games
    Hinsichtlich der technischen Perspektive können wir eine weitere Entwarnung geben: Dark Souls 3 musste nach dem Release kein grafisches Downgrade über sich ergehen lassen, wie es beim zweiten Teil der Fall war. Dort unterschied sich das erstmals gezeigte Trailer-Material nämlich fundamental von dem, was im fertigen Spiel von den Versprechungen übrig blieb, was zahlreiche Diskussionen rund um nicht gehaltene Versprechen auslöste. Das große Serienfinale pendelt dabei zwischen seinem direkten Vorgänger und dem PS4-Kollegen Bloodborne, tendiert dabei aber klar hin zum Letzteren. Auch Dark Souls 3 ist kein optischer Meilenstein und hat mit leichten Texturproblemen zu kämpfen, die erst nach einigen Sekunden geladen werden. So manche Spieler könnten diverse Areale des Spiels, die man schon zuhauf gesehen hat (Burganlagen mit Zombies), mittlerweile als zu ausgelutscht empfinden. Was jedoch das generelle Artdesign angeht, spielt Dark Souls 3 wieder einmal in der Königsklasse. Die stimmungsvollen Orte, welche ihr im Spiel aufsucht, sind einfach nur fabelhaft designt worden und erzählen in sich geschlossen eine ganz eigene Geschichte und laden stets zum Herumstöbern ein. Jederzeit steht die spannende Frage im Raum, ob hinter der nächsten Ecke vielleicht ein verstecktes Item oder gar ein völlig neues Areal auf euch wartet. Genau solche Momente sind es, die Dark Souls einst zur Größe verholfen haben - und Dark Souls 3 setzt alles daran, diese Tugenden zu bewahren und zu einem glücklichen Ende zu führen. Insgesamt ruht sich Dark Souls 3 allerdings ein bisschen zu sehr auf seinen Lorbeeren aus. All die vielen Querverweise sind zwar schön und gut, doch fehlt es dem Spiel dadurch ein ganz klein wenig an Eigenständigkeit und Überraschungen. Der dritte Teil ist das fehlende Stück im großen Seelen-Puzzle, doch gelingt es ihm bei all der hohen Qualität nicht ganz, Dark Souls 1 zu übertrumpfen.

    Dark Souls 3 (PS4)

    Spielspaß
    89 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Dark Souls 3 (PC)

    Spielspaß
    89 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Dark Souls 3 (XBO)

    Spielspaß
    89 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Exzellent durchdachtes Kampfsystem
    Zum Verlieben schönes Artdesign
    Viele unterschiedliche Waffen und Zauber
    Toll designte Bosse und Areale
    Vewrwinkeltes Leveldesign mit vielen Geheimnissen
    Sehr anspruchsvoll
    Einige recht plumpe Anspielungen an den ersten Teil
    Gegner-KI nicht ganz perfekt
    Nicht alle Areale im Spiel halten das hohe Niveau
    Fazit
    Ein fantastisches Action-Rollenspiel, das nur vom eigenen Vorgänger in den Schatten gestellt wird.

    • Es gibt 30 Kommentare zum Artikel

      • Von Celerex Erfahrener Benutzer
        Zitat von Glantir
        Hast du Dark Souls 2 gespielt? Da war der Bogen finde ich nur in ein paar Situationen nützlich ansonsten waren andere Waffen deutlich effektiver meiner Meinung nach Vernünftig heißt für mich das der Schaden den macht mit Nahkampf Waffen mithalten kann und ich nicht…
      • Von Glantir Erfahrener Benutzer
        Hast du Dark Souls 2 gespielt? Da war der Bogen finde ich nur in ein paar Situationen nützlich ansonsten waren andere Waffen deutlich effektiver meiner Meinung nach Vernünftig heißt für mich das der Schaden den macht mit Nahkampf Waffen mithalten kann und ich nicht mit einer NK Waffe 400 Schaden mache mit dem Bogen aber nur 50
      • Von battschack Erfahrener Benutzer
        Zitat von Glantir
        Macht man mit dem Bogen endlich mal vernünftig Schaden? ^^
        Wieviel beudetet für dich vernünftig? One hit? Skill auf bogen verbessere dein bogen usw dann machen die auch ordentlich schaden...
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1191043
Dark Souls 3
Dark Souls 3 im Test mit Video: Scheitern am eigenen Erbe
Am Ende der Reise bleibt nur noch Asche zurück. Kann das dritte Dark Souls die Tugenden der Reihe bewahren oder gelingt es From Software sogar, sich selbst zu übertrumpfen? Wir haben rund 100 Stunden in Dark Souls 3 verbracht und für euch ein leitendes Leuchtfeuer entzündet.
http://www.pcgames.de/Dark-Souls-3-Spiel-55615/Tests/Review-Scheitern-am-eigenen-Erbe-1191043/
04.04.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/04/souls01-pc-games_b2teaser_169.png
dark souls 3,from software,bandai namco
tests