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Command & Conquer 4: Tiberian Twilight (PC)

Release:
24.03.2011
Genre:
Strategie
Publisher:
Electronic Arts

Command & Conquer 4 im Test: Viel Neues, wenig Gutes - das Ende einer Strategie-Serie

18.03.2010 12:03 Uhr
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Neu
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Der vierte Teil der Tiberium-Saga, so hofften wir noch in der Vorschau zum Titel, würde alle Story-Fäden zusammenführen und auch Taktik abseits des Tankrushs bieten. Die ernüchternde Wahrheit aber zeigt sich nun im Test. Command & Conquer 4: Tiberian Twilight ist ein Actionspektakel mit vielen guten Ansätzen, die leider nur allzu schnell im Sande verlaufen.


Weitere Screenshots aus Command & Conquer 4. (20) Weitere Screenshots aus Command & Conquer 4. (20) Der Mehrspieler-Modus
Das Spielprinzip von Command & Conquer 4: Tiberian Twilight ist voll auf schnelle Mehrspieler-Partien ausgelegt. Aber funktioniert das auch?

Das Spiel bietet nur einen Mehrspieler-Modus namens Domination. Dabei ringen bis zu zehn Spieler oder KI-Spieler in zwei Teams um Siegpunkte. Diese tröpfeln auf das Konto Ihrer Gruppierung, solange Sie Tiberium-Knoten besetzt halten. Neu ist diese Idee nicht, Dawn of War oder Company of Heroes meistern diese Art des Mehrspieler-Modus schon lange. Das klassenbasierte Gameplay kommt im Multiplayer gut zum Tragen. Auch das Stein-Schere-Papier-Prinzip funktioniert bis auf wenige Ausnahmen sehr gut - und das, obwohl durch das Erfahrungspunkte-System unterschiedlichste Einheiten aufeinanderprallen. Weniger gut sind die Serverfunktionen des Spiels. Sowohl in der Beta als auch im fertigen Spiel (mit dem wir den Mehrspieler-Modus zwei Tage intensiv testen konnten) kamen über Automatch kaum Spiele zustande, der Server-Browser ist zudem unübersichtlich und zu langsam.

Pro:
+Schnelles und unkompliziertes Spielprinzip
+ Ordentliches Balancing
+ Stein-Schere-Papier funktioniert größtenteils gut
+ Klassenbasiertes Gameplay bringt frischen Wind

Contra
- Kaum taktische Möglichkeiten, wenig Anspruch
- Server-Browser zu langsam und unübersichtlich
- Reparatur-Einheiten zu mächtig
- Nur ein Spielmodus, den andere Genrevertreter dazu noch besser machen
- Immer wieder Verbindungsabbrüche
- Automatch-Funktion so gut wie nutzlos

Eine Skirmish-Partie wollte überhaupt nicht zu Ende gehen. Eine Skirmish-Partie wollte überhaupt nicht zu Ende gehen. Bugs und sonstige Fehler
Auch der vierte Teil der Tiberium-Saga bleibt von Bugs nicht verschont. Wir zeigen auf, was Ihnen die Spielfreude vermiesen könnte.

In unserem Test traten unverhältnismäßig oft Probleme mit der Wegfindungsroutine von Einheiten auf. Mal blieben unsere Mannen an einem Crawler hängen, mal weigerte sich ein Ingenieur, eine Klippe zu überspringen, oder bewegte sich nur noch im Kreis. Versteckt sich eine Feindeinheit zudem hinter einem Crawler, müssen Sie die Kamera drehen, um sie angreifen zu können, obwohl Sie ihren Umriss als Schatten erkennen.
Auch im Gefechts-Modus gab es Fehler. So endete zum Beispiel eine Partie gegen mehrere Computergegner überhaupt nicht, obwohl alle Siegpunkte uns gehörten und die Zeit abgelaufen war. Einzige Abhilfe: Mission abbrechen. So bekamen wir aber auch keine Erfahrungspunkte. Ebenso ärgerlich sind plötzliche Verbindungsabbrüche oder Abstürze, gerade bei Partien, in denen Sie jede Menge Punkte gesammelt haben.

Grafik
Command & Conquer 4: Tiberian Twilight benutzt noch immer das Engine-Gerüst der Vorgänger und hinkt dementsprechend den Genrekonkurrenten hinterher. Die Einheitenmodelle sind gut animiert, die Gebäude- und Landschaftstexturen dagegen karg und matschig. Effekte wie Explosionen stellt das Spiel gut und ausladend dar. Im Ganzen wirkt der vierte Tiberium-Teil aber - gerade durch die vielen Effekte, Kringel und Linien um die verschiedenen Einheiten - zu bunt und überladen.

Sound
Die Simmen der Einheiten bleiben im Hintergrund. Der Orchester-Soundtrack dagegen schwankt dank dynamischer Einbindung zwischen langweiligem Gedudel und anfeuernden Rhythmen. Fans der Serie werden den Industrial-Sound vermissen, der die früheren Teile bestimmte. Frank Klepacki, der diesen Stil in der Reihe mitprägte, ist nicht mehr mit an Bord. Besitzer einer Surround-Anlage freuen sich über wummernde Bässe, sobald auf dem Bildschirm etwas explodiert oder zerschossen wird.

Steuerung
Die Maus-Steuerung orientiert sich am Standard der Reihe. Menüs und Benutzeroberfläche sind aufgeräumt und funktional. Viele Tastaturkürzel sind allerdings doppelt belegt. Wenn Sie sich im Einheiten-Reiter befinden, produziert F1 zum Beispiel einen Ingenieur, im Upgrade-Reiter hingegen bewirkt dieselbe Taste etwas anderes. Die Buttons für Spezialfähigkeiten der Einheiten wie Fahrzeug-Übernahme gehen im Getümmel komplett unter, was dieses an sich coole Feature überflüssig macht. Der Recycling-Befehl für Einheiten lässt sich nicht rückgängig machen.

Umfang
Nach den ersten drei Missionen entscheiden Sie sich für GDI oder Nod, für die Sie jeweils sieben Missionen durchstehen. Etwas mehr als zehn Stunden wird Sie die Einzelspieler-Kampagne beschäftigen. Einmal freigeschaltet, stehen Ihnen im Ganzen 72 Einheiten zur Verfügung.

Speichersystem
Um Erfahrungspunkte auf Ihrem Spielerprofil gutgeschrieben zu bekommen, müssen Sie ständig online sein. Und das, obwohl manuell angelegte Speicherstände lokal auf Ihrem Rechner abgelegt werden. Bricht die Verbindung ab, gibt es keine Erfahrungspunkte für die Partie.

Schwierigkeitsgrad
Die Einzelspieler-Kampagne lässt sich in drei Schwierigkeitsgraden angehen. Der niedrigste davon ist lächerlich, während der höchste auch Profis fordert. Die Mechanik lässt sich aber über das Erfahrungspunkte-System aushebeln, da Sie nach ein paar Gefechts-Partien neue Einheiten bekommen.

Altersfreigabe
Im Spiel selbst gibt es keine Soldaten, sondern nur Roboter. In den Zwischensequenzen fuchteln die Protagonisten dafür gerne einmal mit der Waffe herum. Extrem blutig wird es allerdings nicht.

Sprache
Unsere Testversion enthielt nur die englische Version. In dieser ist die Sprachausgabe passabel, mehr aber auch nicht. Die Stimmen der Einheiten klangen größtenteils gleich. Auch alle Bildschirmanzeigen lagen nur auf Englisch vor. In der Retail-Version, die uns kurz vor Redaktionsschluss erreichte, ist der Fall genau umgekehrt. Hier sind nur deutsche Tonspuren und Bildschirmtexte vorhanden. Auf die englische Version lässt sich nicht umschalten. Zumindest machen die deutschen Sprecher einen ordentlichen Job.

Mehrspieler-Modi
Neben dem Koop-Part für zwei Spieler geht es online nur im Domination-Modus rund, bei dem bis zu zehn Spieler um Siegpunkte kämpfen. Zwölf Karten und vier verschieden schwere KI-Gegner stehen dafür zur Verfügung.

Hardware
Mindestens: Intel Core 2/AMD 64 X2, 1 GB RAM (1,5 GB RAM für Vista), Geforce 6800/
Radeon X1600, 10 GB Festplattenspeicher

Empfohlen: Intel Core 2 Duo 2,6 GHz/AMD 64 X2 Dual-Core, 2 GB RAM, Geforce 8800/Radeon X1900, 10 GB Festplattenspeicher

Kopierschutz
Um das Spiel zu installieren und zu starten, müssen Sie es mit Ihrem EA-Account verbinden. Ein Weiterverkauf wird so fast unmöglich. Außerdem müssen Sie ständig online sein, um zu spielen. Bricht die Verbindung ab, bekommen Sie keine Erfahrungspunkte.

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PC GAMES-
Spielspaß-Wertung:
72 %
Leserwertung
(18 Votes):
37 %
Das schnelle, dynamische Spielsystem bringt frischen Wind in die angestaubte Reihe und funktioniert gerade im Mehrspieler-Teil sehr gut.
Die Kampagne strotzt nur so vor einfallslosen Missionen, die darüber hinaus auch noch grobe Logikfehler aufweisen. Zudem verschenkt der Einzelspieler-Part die Chancen des neuen Spielsystems.
Die Einheiten sind im Allgemeinen sehr gut ausbalanciert. Jedem Vorteil steht ein Nachteil gegenüber. So werden auch Anfänger nicht benachteiligt.
Die Rollenspiel-Anleihen sind halbherzig implementiert und fördern die Langzeitmotivation kaum.
Die Entwickler haben gute Ideen in die Benutzerführung eingebaut. So sehen Sie beispielsweise sehr schnell, gegen welchen Feindtyp Ihre Einheiten am besten geeignet sind.
Die Videosequenzen wirken lieblos, die Schauspieler sind teilweise sehr schlecht.
   
Christian Schlütter
Ein Ende mit Schrecken
Auf Wiedersehen, Command & Conquer! Es waren schöne 15 Jahre mit dir. Jetzt aber ist alles vorbei. Mit dem Ende deiner Geschichte hast du es dir zu einfach gemacht und lässt mich enttäuscht zurück. Und für die letzte Folge hättest du dir wirklich ein paar bessere Schauspieler aussuchen können. Eines muss ich dir lassen: Du hast auf deine alten Tage noch einmal Mut bewiesen, dich ganz neu erfunden. Nur scheint dir dabei die Kraft ausgegangen zu sein. Wozu deine coolen, neuen Crawler, wenn die Missionen nicht darauf ausgelegt sind? Wozu ein Erfahrungspunkte-System, wenn es nur halbherzig umgesetzt ist? Und wozu ein Koop-Modus, wenn sich die Missionen nicht daran anpassen? Zu viele gute Ideen, zu wenig Zeit oder Geld hattest du. Was bist du jetzt noch? Ein schneller, effektreicher Zeitvertreib für Online-Schlachten. Ein Sammelsurium von feschen Einheiten, angeordnet um ein Siegpunkte-System, das viele deiner Mitbewerber vor dir perfektioniert haben. Du machst noch Spaß, Command & Conquer, keine Frage. Du hast Style und Speed. Aber es ist nur noch eine flüchtige Liaison und keine epische Romanze mehr, die sich zwischen dir und dem Spieler entwickelt. Dafür hast du einfach zu viel riskiert und zu viele Fehler gemacht. Ich ziehe meinen Hut vor einer der größten Strategie-Serien überhaupt … und betrauere ihr Ende.
   
Erfahrener Benutzer
Moderation
18.03.2010 12:03 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar
Benutzer
Bewertung: 0
23.08.2010 14:22 Uhr
Traurig.
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
29.03.2010 18:06 Uhr
@obelix23
Na, viele Euros können das nicht gewesen sein. Die Entwicklung des Spiels hab ich vermutlich als Münzen in meinem Sparschwein.
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
26.03.2010 22:38 Uhr
Schade um jeden Euro, der in die Entwicklung dieses Schrottspiels investiert wurde. Mehr darüber zu sagen, lohnt sich einfach nicht.