Call of Duty: Modern Warfare 2 im Test: Schneller, lauter, härter - Ein grandioser Shooter
MacTavish stellt in den Favelas einen Flüchtenden – und wirft ihn aus dem ersten Stock.
Viel Lobhudelei, kaum Kritik. Ist das Spiel wirklich so fantastisch? Ja, ist es. Zumindest für uns. Aber wir lassen auch gelten, dass sich so manch ein Spieler vielleicht an der einen oder anderen Ecke im Spiel stört. Zum Beispiel ist wieder einmal alles von Anfang bis Ende durchgeskriptet. Wir finden das nicht schlimm, nur so kann ein solch ereignisorientiertes Spielerlebnis auch wirklich vermittelt werden. Eine offene Spielwelt, intelligente Gegner oder anderes neumodisches Computer-Voodoo würden ein Call of Duty ziemlich viel an Atmosphäre kosten. Also sind die Widersacher mal wieder strohdumm? Jein, eigentlich handeln die Pixelsoldaten relativ vorhersehrbar, eingeschränkt, vielleicht sogar ein wenig dämlich, aber sie liefern trotzdem keinen Grund zur Beanstandung. Sie passen einfach in das Konzept. Punkt.
Auch das "schlauchige" Leveldesign des Vorgängers führt nur zu ganz, ganz, ganz leiser Kritik. Erstens sind die Spielareale um einiges offener geworden und zweitens gilt auch in diesem Punkt: Das Hollywood-Action-Popcorn-Kino-Selberspiel-Erlebnis funktioniert in einer offenen Welt einfach nicht. Also alles super? Nicht ganz. Ein Aspekt hinterlässt dann doch einen faden Nachgeschmack: Modern Warfare 2 greift immer wieder auf ähnliche Erzählweisen zurück. Beispielsweise erleben Sie und Ihr Protagonist (in Teil 1 wie auch in Teil 2) mehrmals einen Tod, Beinahetod oder zumindest einen schweren Unfall. Das war ja im ersten Teil noch frisch und nett, nutzt sich in der Fortsetzung aber so langsam ab. Auch das Ende dürfte bei manchem ein kleines Déjà-vu hervorrufen und die eine oder andere "Überraschungseinlage" haben wir auch schon mal irgendwo gesehen. Aber das ist nun wirklich Meckern auf ganz hohem Niveau und bringt uns nicht davon ab: Call of Duty: Modern Warfare 2 ist (wie erwartet) ein echter Knaller geworden!
Über eventuell mangelnde Abwechslung brauchen Sie sich dabei keine Sorgen zu machen, im Gegenteil, das ohnehin schon unterhaltsame Geballer wird ständig durch unvorhergesehene Ereignisse, Fahrzeugsequenzen, Schleichabschnitte oder andere Überraschungen aufgelockert. Und was das neue Call of Duty in Sachen Inszenierung und Detailreichtum abliefert, ist schlichtweg genial. Nicht ganz so amerikanophilen Gemütern wird vielleicht ein wenig zu stark auf die Patriotismus-Drüse gedrückt, aber in Zeiten von Der Soldat James Ryan haben wir diesbezüglich ein ziemlich dickes Fell.
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