Call of Duty 2
Spannende Missionen
Die alliierten Truppen sind im Rheingebiet angekommen. Doch die Widerständler wollen einfach nicht aufgeben.
Der Zweite Weltkrieg bietet der Entwicklern Infinity Ward noch genug Stoff für eine acht bis zehn Stunden lange Kriegssimulation. Sogar solche eher unbekannten Schlachten sind derart imposant inszeniert, dass wohl selbst ein Steven Spielberg vor Neid erblassen würde. Es vergeht kein Moment, in dem nicht etwas Spektakuläres geschieht. Beispiel: Als britischer Soldat fahren Sie auf einem Panzerkonvoi durch eine tunesische Kleinstadt.
Alles scheint ruhig, Ihre Kollegen unterhalten sich: "Schon gehört, dass Norman zu Hause ist?" - "Der Glückliche..." - "Der Glückliche' hat ein Bein ab!" Dann zerstört eine Explosion die Ruhe. Der vordere Tank wird attackiert, Kameraden sacken zusammen. Sie springen mit Ihren Kollegen auf und befinden sich inmitten eines erbitterten Straßenkampfes. Dabei präsentieren sich die Schusswechsel, je nach Schwierigkeitsgrad, recht anspruchsvoll.
Wer sich unüberlegt fortbewegt, kann schon mal die ein oder andere Maschinengewehrsalve verpasst bekommen. Sie sollten sich stets von Deckung zu Deckung fortbewegen und freie Flächen umgehen. So können beispielsweise auf weit entlegenen Dachböden Scharfschützen lauern oder an taktisch wichtigen Plätzen MG-Nester und Flakstellungen positioniert sein. Meistens gilt: Halten Sie sich an Ihre Kameraden, geht es Ihnen gut.
Denn die KI-Soldaten stellen sich in der Regel sehr geschickt an und agieren durchgehend intelligent. Befinden Sie sich also mal in der prekären Lage, bei einer direkten Konfrontation mit dem Feind das Magazin wechseln zu müssen, springen die Kollegen schon mal hinter Ihrer Schulter hervor und bringen zu Ende, was Sie angefangen haben. Auch beim Thema Häuserkampf stellen sich Ihre Recken ziemlich clever an: Ein oder zwei Männer postieren sich neben der Tür und linsen hinein, während wahlweise Sie oder ein Kamerad das besetzte Gebäude zuerst betritt.
Bei Feindkontakt melden die Jungs regelmäßig den Standort, wie zum Beispiel "Feindliche Truppen im Westen", oder "Deutsche Truppenverbände hinter den Sandsäcken dort!" Zwar dürfen Sie keine Befehle wie etwa in Taktik-Shootern à la SWAT verteilen, doch die Mannschaftseinsätze machen trotzdem sehr viel Spaß.
Sprachtalent
Im Kampf bekommen Sie ständig Feedback von Ihren Kameraden, das erscheint zunächst lobenswert. Schließlich macht der Sound einen Großteil der Atmosphäre in Call of Duty 2 aus. So propagieren die Deutschen in der Sowjet-Kampagne, dass sich die russischen Soldaten gefälligst ergeben sollen: "Seid ihr hungrig? Ist euch kalt? Die Wehrmacht wird euch gut behandeln!" Und als Sie einen russischen Scharfschützen in einem zerstörten Hochhaus unterstützen sollen, lässt er nach jedem Schuss verlauten: "Das ist für meine Mutter! Und das für meinen Vater! Und das für meinen Hund!"
Doch genau hier liegt das Problem. Ihre Kameraden sprechen deutsch, genau wie der Feind auch. So kommt es oftmals zu Irritationen. Wer schreit denn hier überhaupt, dass Feinde in Anmarsch sind? Die eigenen Leute, die Gegner am Horizont entdeckt haben, oder doch eher Wehrmachtstruppen, die sich im Gebäude vor unserer Nase verschanzen? Die deutsche Version in allen Ehren, aber Spieler mit guten Englischkenntnissen würden es sich sicherlich wünschen, zwischen komplett lokalisierter und Original-Fassung der Synchronisation entscheiden zu dürfen. Untertitel reichen doch fürs Verständnis, finden wir.

