Beyond: Two Souls im Test: Fazit und Wertung

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Test Sascha Lohmüller - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Beyond: Two Souls im Test: Emotional, atmosphärisch, vielschichtig (1)
Quelle: Sony

Der geistige Nachfolger von Heavy Rain steht in den Startlöchern - wir sagen euch, was Quantic Dreams' neues Meisterwerk Beyond: Two Souls wirklich kann. Wir verraten euch auch, was es mit den Schnitten in der deutschen Version genau auf sich hat und wie sich diese auswirken.

Ein weiterer schöner Kniff, was die Erzählung anbelangt: An vielen Stellen verzweigt die Handlung, wie schon bei Heavy Rain, und ihr entscheidet ihr euch für eine von mehreren Varianten, was euer weiteres Vorgehen oder die Gesprächsthemen angeht. Auch die Folgen unterscheiden sich in ihrer Gewichtung. Ob Jodie nun ein Bier trinkt oder nicht, ist schließlich weitaus weniger fundamental wie die Entscheidung, jemanden zu töten oder am Leben zu lassen. Je nachdem, wie ihr im Verlaufe der Story handelt, flimmert dann schließlich eines von insgesamt 23 (!) Enden über euren Bildschirm - einige davon traurig, andere fröhlich, wieder andere nachdenklich, aber allesamt höchst emotional und mitreißend, so dass man noch Minuten nach dem Abspann grübelnd oder lächelnd vor der Glotze hängt. Wie viele Spiele gibt es schon, die das schaffen?! Genug Wiederspielwert ist dadurch natürlich auch gegeben, auch wenn viele der größeren Geheimnisse beziehungsweise offenen Fragen beim zweiten Durchgang logischerweise keine mehr sind.

Kommen wir nun jedoch zu dem Punkt, bei dem sich viele Kritiker von Heavy Rain wieder bestätigt werden fühlen: das Gameplay. Auch Beyond: Two Souls gewinnt in Sachen Spielmechanik keine Innovationspreise. Ihr lenkt Jodie per Analog-Stick durch die Gegend, wählt Adventure-typisch diverse Hotspots ebenfalls per Analog-Stick an und seid sonst einzig und allein darauf beschränkt, eingeblendete Tasten zu betätigen - sei es nun bei Entscheidungen, kleineren Rätseln oder diversen Quicktime-Events. Und auch wenn ihr per Knopfdruck (fast) jederzeit zu Aiden wechseln könnt, ändert das nichts am Gameplay-Gesamtbild - der Geist interagiert ebenfalls nur mit Adventure-Hotspots, kann aber immerhin durch Wände und Hindernisse fliegen. Selbst Action-Sequenzen wie Schießereien kommen ganz ohne Zielen, Nachladen oder sonstige Shooter-Sperenzchen aus. Lediglich bei den Nahkämpfen schießt ein wenig Adrenalin durch euren Körper, müsst ihr hier doch fix reagieren und mit dem Stick die Bewegungen von Jodie nachvollziehen. Konsequenzen braucht ihr allerdings keine befürchten, solltet ihr in den wenigen hektischen Momenten einmal "versagen".

Aufgrund der Spielmechanik setzt die Story einfach an einer anderen Stelle wieder ein: Wer aufdringliche Polizisten nicht abwehrt, wird halt festgenommen und spielt in der Zelle weiter, wer beim CIA-Kampftraining versagt, muss einfach nochmal ran. Frust kommt daher an keiner Stelle des Spiels auf, gefordert werden geübte Zocker allerdings ehrlicherweise auch nicht. Wer sich trotzdem überfordert fühlt, kann Beyond im Koop-Modus zocken, in dem ein zweiter (lokaler) Spieler Aiden übernimmt, kann die alternative, rudimentäre Smartphone- beziehungsweise Tablet-Steuerung aktivieren oder gar die Gamepad-Steuerung vereinfachen - toll für all jene, die sonst keinen Controller in die Hand nehmen, uninteressant für jeden, der die PS3 nicht nur als Blu-ray-Player benutzt.

Doch wisst ihr was? Uns war es bei unseren Test-Durchläufen herzlich egal, dass der spielerische Anspruch von Beyond nicht sonderlich hoch ausfällt. Die Adventure-Quicktime-Mechaniken dienen lediglich als Mittel zum Zweck, um die interaktive Story voran zu treiben und sind betont einfach gehalten, um den Spieler nicht aus der dichten Atmosphäre heraus zu reißen. Beyond: Two Souls ist eben genau wie sein geistiger Vorgänger Heavy Rain kein Spiel im klassischen Sinne, sondern ein interaktiver Film, ein Kunstwerk, eine Erzählung, die euch mit einbezieht, ohne euch zu sehr vom Gesehenen abzulenken. Das will es sein, das ist es. Und das macht es verdammt gut.

Infos zur deutschen Version:

Wie bereits im Vorfeld bekannt wurde, erscheint Beyond: Two Souls hierzulande leicht geschnitten. Mittlerweile liegen uns nähere Infos zu den betroffenen Szenen vor. Im einem Kapitel recht früh im Spiel wurde eine aus einem Hals schießende Blutfontäne entfernt, in einem anderen Kapitel wurde eine Folter-Szene entschärft und ist nun nicht mehr in der Nahaufnahme zu sehen. Spielerische Auswirkungen haben beide Anpassungen nicht. Wer nun übrigens mit dem Kauf der europäischen PEGI-Version liebäugelt, kann sich den Import sparen: Alle in Europa veröffentlichten Versionen sind inhaltsgleich. In der US-Fassung sind beide Szenen nach wie vor enthalten, dafür müssen Amerikaner Abstriche bei diversen Dusch-Szenen machen.

Meinung

Wertung zu Beyond: Two Souls (PS3)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Fantastische, emotionale StoryViele Wendungen und EntscheidungenTolle Grafik was Charaktermimik und -gestik angehtGute Soundkulisse (Sprecher + Musik)
Spielerisch wenig anspruchsvollNervige Nachlade-Ruckler, lange Ladezeiten
Fazit

Eher interaktiver Film als „richtiges“ Spiel, dennoch ein tolles, emotionales Erlebnis.

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  1. Seite 1 Beyond: Two Souls im Test: So funktioniert das Spielprinzip
  2. Seite 2 Beyond: Two Souls im Test: Fazit und Wertung
    • Kommentare (80)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Nyx-Adreena Nerd
        Gestern habe ich das Spiel beendet.

        Mir persönlich hat es gut gefallen, allerdings kann ich auch den ein oder anderen Kritikpunkt, von dem ich mittlerweile gelesen habe, nachvollziehen.

        Zum Kampfsystem:


        Dass Kämpfe kaum eine Relevanz haben, da man kein Game Over erleben muss, könnte für viele einen großen Kritikpunkt darstellen. Mir hat es kaum etwas ausgemacht, da dennoch Spannung erzeugt wurde.


        Wie auch Heavy Rain ist Beyond eher ein interaktiver Film und erfüllte insofern meine Erwartungen. Die Figuren und Umgebungen sahen großartig aus.

        Die Story hat ihre Klischees, aber dank der mythischen, paranormalen Elemente, die ich einfach mag und die Kontrolle über Aiden, hatte ich dennoch viel Vergnügen daran und wurde gut unterhalten.

        Bin auch gespannt, was da in Zukunft noch kommt.
      • Von Nyx-Adreena Nerd
        Gestern habe ich das Spiel beendet.

        Mir persönlich hat es gut gefallen, allerdings kann ich auch den ein oder anderen Kritikpunkt, von dem ich mittlerweile gelesen habe, nachvollziehen.

        Zum Kampfsystem:


        Dass Kämpfe kaum eine Relevanz haben, da man kein Game Over erleben muss, könnte für viele einen großen Kritikpunkt darstellen. Mir hat es kaum etwas ausgemacht, da dennoch Spannung erzeugt wurde.


        Wie auch Heavy Rain ist Beyond eher ein interaktiver Film und erfüllte insofern meine Erwartungen. Die Figuren und Umgebungen sahen großartig aus.

        Die Story hat ihre Klischees, aber dank der mythischen, paranormalen Elemente, die ich einfach mag und die Kontrolle über Aiden, hatte ich dennoch viel Vergnügen daran und wurde gut unterhalten.

        Bin auch gespannt, was da in Zukunft noch kommt.
      • Von RedDragon20 Mitglied
        Zitat von LordCrash
        Das "Problem" ist auch, dass unterschiedliche Tester unterschiedliche Noten geben. Manche sind sehr kritisch, andere eher gnädig. Dann lieber gleich gar keine Noten...
        Auch wieder wahr. ^^
      • Von LordCrash Mitglied
        Zitat von RedDragon20
        Die einzelnen kritisierten Pro- und Contrapunkte dürfen gern bleiben, als Zusammenfassung für Lesefaule. Aber die letztendliche Wertung in Zahlen kann gern verschwinden. Oder zumindest sollte sie mal gründlichst überarbeitet werden. Immerhin werden schon Spiele, die eine 80%-Wertung bekommen, als gerademal mittelmäßig angesehen, obwohl 80% (geht man mal nach Schulnoten) immernoch eine 2 darstellen, sprich als "gut" zu bewerten sind.
        Das "Problem" ist auch, dass unterschiedliche Tester unterschiedliche Noten geben. Manche sind sehr kritisch, andere eher gnädig. Dann lieber gleich gar keine Noten...
      • Von RedDragon20 Mitglied
        Zitat von LordCrash
        Ich bin übrigens schon lange für Tests ohne Punktewertung. Allerdings müsste man das schon konsequent durchziehen und bei allen Videospielen, die man testet, so machen.
        Die einzelnen kritisierten Pro- und Contrapunkte dürfen gern bleiben, als Zusammenfassung für Lesefaule. Aber die letztendliche Wertung in Zahlen kann gern verschwinden. Oder zumindest sollte sie mal gründlichst überarbeitet werden. Immerhin werden schon Spiele, die eine 80%-Wertung bekommen, als gerademal mittelmäßig angesehen, obwohl 80% (geht man mal nach Schulnoten) immernoch eine 2 darstellen, sprich als "gut" zu bewerten sind.
      • Von LordCrash Mitglied
        Zitat von wertungsfanatiker
        Allerdings habe ich den Sinn von Einzeltests verstanden - es wird die subjektive (Wertungs-)Meinung leider nur eines Testers wiedergegeben. Im Fall dieses "Spieles" wohl eine falsche Entscheidung, denn zumindest auch die Gegenmeinung (nicht nur zum Text an sich, sondern auch zur Wertung - die Mängel des Spiels sieht der Tester ja) hätte einen deutlich eigenständigeren Platz verdient - wenn auch nicht hier bei PCG, denn hier ist der falsche Platz. Übrigens: Argumentation sieht anders aus als das. ;-)
        Es gibt keine Gegenmeinung hier. Das ist ein Einzeltest einer einzelnen Person, die ihre Meinung wiedergibt. Und ja, die ist subjektiv, was auch völlig normal ist. Im Test weist Sascha darauf hin, dass es durchaus auch andere Meinungen geben könnte. Wer also andere Meinungen will, muss eben andere Tests lesen. Aber das hat mit der Wertung nichts zu tun. Wir sind hier nicht bei Metacritic...:-B

        Zitat
        Achso, und wenn der Tester zum Ergebnis kommt, Beyond:Two Souls wäre kein echtes Spiel, sondern ein interaktiver Film, so müsste die Konsequenz auch eine andere sein: keine Wertung vergeben nämlich, und nur beim Text bleiben. Das bedeutete auch, das entsprechende Prädikat für ein 85+ - Spiel nicht zu vergeben (aber meinetwegen irgendwein anderes, wenn es denn werbewirksam sein muss).
        Wer sagt denn, dass eine '"interaktiver Film" kein Spiel ist? Wer darf denn sowas festlegen? Man kann durchaus der Ansicht sein, dass alle visuelle Medien, die eine Interaktivität oder Eingabe erfordern, ein Spiel sind. Nur weil es manchen Leuten "zu wenig" Gameplay ist, heißt das noch lange nicht, dass es kein Spiel mehr ist. Alleine die Tatsache, dass Beyond hier getestet wurde, dürfte genug Aufschluss darüber geben, dass es vom Tester immer noch als Spiel angesehen wird. "Interaktiver Film" ist dabei praktisch ein Genre bzw. eine Spielbeschreibung und nicht die Definition eines eigenen Mediums. Hast du den anderen Thread gelesen, in dem Cage sein Spiel verteidigt? Das würde ich dir mal dringend empfehlen.... ;-)

        Ich bin übrigens schon lange für Tests ohne Punktewertung. Allerdings müsste man das schon konsequent durchziehen und bei allen Videospielen, die man testet, so machen.
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