Armed Assault
Der Krieg tobt wieder: Fünf Jahre nach Operation Flashpoint kommt der inoffizielle Nachfolger mit toller Optik, riesiger Spielwelt und jeder Menge Taktik.
Wir staunen: Dutzende von Soldaten stehen bereit, um mit uns die Stadt zu stürmen.
Krieg auf dem PC gibt es zuhauf. Egal ob Zweiter Weltkrieg (Call of Duty) oder Gegenwartskonflikt (Battlefield 2) - die Spielepalette deckt alle Facetten der bewaffneten Auseinandersetzung ab. Unter all den Titeln sticht einer besonders hervor. Nicht etwa weil er grafisch Maßstäbe setzt oder durch blutrünstige Szenen auffällt. Realismus ist es, der Spielern auch nach fünf Jahren die Maushand vor Ehrfurcht zittern lässt. Die Rede ist von Operation Flashpoint.
Selten hat ein Titel den Realismus eines internationalen Konflikts so lebensecht auf den Bildschirm gebrannt wie das Spiel aus dem Jahr 2001. Jetzt schicken die Flashpoint-Entwickler den inoffiziellen Nachfolger in den Kampf: Armed Assault bietet taktische Schlachten, eine riesige Spielwelt und knallharte Einsätze. Leider haben die Jungs von Bohemia Interactive einige strategische Fehler in ihrem Schlachtplan: Bugs und KI-Aussetzer vermasseln den schnellen Sieg an der Action-Front. Warum Armed Assault trotzdem Spaß macht, lesen Sie in diesem Test.
Realistisch fiktiv
Auf dem Weg zum Einsatzort treffen wir auf Vorboten der Schlacht: Zerstörtes Kriegsgerät des Gegners.
Der Konflikt kommt wie aus dem Nichts. Die friedliche Monarchie Süd-Sahrani wird über Nacht von der kommunistischen Republik Nord-Sahrani überfallen. Auch die Schar US-Soldaten, die natürlich rein zufällig im Süden stationiert sind, werden von der Invasion überrascht. Kein Wunder, dass Sie und Ihre amerikanischen Kameraden sich in der ersten Mission auf der Flucht befinden. Erst im Verlauf der Kampagne sammeln sich die US-Einheiten und holen zusammen mit den königlichen Truppen zum Gegenschlag aus, der Sie im Verlauf der Solo-Kampagne weit ins gegnerische Gebiet führt.
Kleiner Mann
In Armed Assault kommandieren Sie keine Armeen oder ballern mit einem Dutzend Waffen im Gepäck die Gegner im Alleingang nieder. Ihre Rolle ist die eines einfachen Soldaten, dem kleinsten Rad im Getriebe. Die Aufträge sind vielfältig und spannend, kaum eine Mission gleicht der nächsten.
In den 26 Einzelspieler-Einsätzen durchleben Sie alle Höhen und Tiefen eines modernen Krieges. Mal schleichen Sie sich im Schutz der Dunkelheit an ein feindliches Lager heran, um Panzer zu sprengen. Dann attackieren Sie zusammen mit einem Dutzend Kollegen eine besetzte Kleinstadt. Hin und wieder erfüllen Sie auch normale Soldatenarbeit wie Patrouille laufen. Klingt langweilig, ist aber hoch spannend und macht den Reiz des Spiels aus. Zu keiner Zeit fühlen Sie sich als übermächtiger Held; immer wieder wird Ihnen gezeigt, wie klein und verwundbar Sie sind. Wer Rambo spielt, segnet schneller das Zeitliche, als man "Ich glaub, da ist irgendwas" sagen kann.
Neben Vorsicht müssen Sie aber auch jede Menge Geduld mitbringen. Viele Einsatzorte sind meist mehrere virtuelle Kilometer entfernt, selbst der Transport mit Fahrzeugen dauert eine Weile, da das Spiel in Echtzeit abläuft. Bei Feindkontakt ist natürlich höchste Vorsicht geboten: Oft pirschen Sie sich minutenlang durchs Dickicht auf der Suche nach dem Gegner oder verharren regungslos, während ein paar Meter weiter feindliche Panzerkolonnen vorbeiziehen. Gerade diese Momente sorgen für Spannung und wohlige Adrenalinschübe.


Ja, den gibt es noch...aber die KI-Mängel leider auch