Mehrspielertest - Teil 1
Seit knapp fünf Wochen steht die anspruchsvolle und als inoffizieller Nachfolger von Operation Flashpoint gehandelte Gefechtssimulation Armed Assault in den hiesigen Läden. Ganz im scheinbaren Zeitgeist der hektischen Computerspielindustrie schickte Bohemia Interactive, wie sich nach Begutachtung durch die Fachpresse herausstellte, damit einen noch ungeschliffenen und unfertigen Rohdiamanten ins Presswerk. Zahlreiche, teils gravierende Bugs trübten den Spielspaß in der Einzelspielerkampagne wie Grünalgen klares Wasser.
Mittlerweile hat Bohemia Interactive zwei Patches, die zwar nicht alle, aber erhebliche Mängel im Spiel behoben, nachgeliefert. Ob nun das nahezu vollendete, jedoch nicht ausgereifte Armed Assault das Zeug zum von der Community getragenen Dauerbrenner hat und letztendlich Spaß macht, haben wir für Sie in diesem Mehrspielertest herausgefunden.
Eine Insel mit zwei Schergen
Der Variantenreichtum an möglichen Spielarten in Armed Assault stellt so manchen Genrenachbarn, zum Beispiel Battlefield 2, locker in den Schatten. Neben dem traditionellen Deathmatch und Capture the Flag taktieren Sie in Koop-Einsätzen gemeinsam mit Freunden gegen einen Computergegner. Wer sich auf den Spuren vom Roten Baron in einmotorigen Doppeldeckern duellieren möchte, schwingt sich im Dogfight in die Lüfte. Darüber hinaus bedienen Karten mit Modi wie Sector Control (Sektorenkontrolle), Capture and Hold (Einnehmen und Halten) und Capture the Island (Inseleroberung) individuelle Mehrspieleransprüche. Der im Spiel enthaltene Missionseditor potenziert die bereits vielfältigen Spielmöglichkeiten zusätzlich.
Tüftelei
Bastelenthusiasten bauen mit diesem bereits aus Operation Flashpoint bekannten Werkzeug Missionen nach eigenem Gutdünken und freuen sich nach kurzer Einarbeitung über die einfache und recht intuitive Bedienbarkeit des Editors. Selbst Skripte, also vordefinierte und an bestimmte Ereignisse geknüpfte Handlungsanweisungen von rechnergesteuerten Akteuren, lassen sich programmieren und erlauben es zumindest Levelbauexperten, raffinierte Einsätze selbst zu kreieren.
Alle Einsätze, ob nun vorgefertigte oder selbst erstellte, spielen sich auf der karibisch angehauchten und ausufernden Insel Sahrani und auf dem vergleichsweise winzigen Eiland Ramadi ab. Beide Inseln bieten in Kombination mit zahlreichen Spielarten genügend fruchtbaren Nährboden, um darauf abwechslungsreiche Mehrspielerschlachten gedeihen zu lassen. Ob die einzelnen Modi im Online-Getümmel Spielspaßgaranten sind, zeigt eine nähere Betrachtung.
Schlamm des Todes
Der altbekannte Deathmatch-Modus fühlt sich in dem weitläufigen und in Realismus gebadeten Armed Assault-Gewand am wenigsten heimisch. Lange Laufstrecken, verwinkelte Stadtareale und ungünstige Respawn-Punkte lassen den Spielspaß schnell verhungern. Häufig kam es vor, dass wir, nachdem wir einem Kontrahenten zum Opfer fielen, uns auf einer offenen grünen Wiese wieder fanden und damit eine prima lebende Zielscheibe für unsere Mitstreiter abgaben. Nur eine Sache von Sekunden und wir bissen ins Gras. Dies verbreitete Frust. Um sich dieser anbiedernden Opferrolle zu entziehen, greift jeder zum Scharfschützengewehr und schleicht von einer Deckung zur nächsten vor sich hin. Spärlicher Gegnerkontakt und Langeweile sind die Folge. Somit frisieren die "Jeder für sich"-Deathmatch-Varianten lediglich die Feature-Liste von Armed Assault, zünden aber keinen Bombenspielspaß.


Wäre da nicht der Bug das die letzte mission nicht endet, da das spiel denkt es gibt noch ziele. Und wenn da nicht bald ein Patch kommt. Hat der singelplayer Modus höchstens 50 von 100 Punkten verdient.