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Arcania: Gothic 4 (PC)

Release:
12.10.2010
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
JoWooD Entertainment AG

Arcania: Gothic 4-Test: Viel versprochen, nur wenig gehalten - Kein echtes Gothic mehr?

11.10.2010 10:01 Uhr
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163°
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Arcania: Gothic 4 soll die beliebte Rollenspiel-Serie gebührend fortsetzen. Im Test zeigt sich allerdings, dass Spellbound das Ziel verfehlt. Im Vorfeld versprach man viel. Heute zeigt sich, dass nur wenig gehalten wurde.


In den wenigsten Fällen reagieren die Widersacher in Arcania auch nur ansatzweise schlau. Selbst ein Kampf gegen mehrere Monster stellt so gut wie nie eine Schwierigkeit dar. In den wenigsten Fällen reagieren die Widersacher in Arcania auch nur ansatzweise schlau. Selbst ein Kampf gegen mehrere Monster stellt so gut wie nie eine Schwierigkeit dar. CONTRA

Eintönige Quests
Bei den Haupt-Quests haben sich die Entwickler Mühe gegeben, die Aufgaben interessant, abwechslungsreich und gut erzählt zu gestalten. Da gibt es immer mal wieder Entscheidungsmomente oder die Jobs verzweigen sich. Auch wenn solche Dinge leider keinerlei Einfluss auf den weiteren Verlauf der Geschichte haben, hat man zumindest hier und da das Gefühl, so handeln zu können, wie man es selbst für gut oder schlecht halten würde. Die Nebenmissionen wirken hingegen deutlich einfallsloser. Da weichen die Entwickler selten vom altbekannten Schema "Gehe nach X und töte y Monster" oder ähnlichen Einheitsbrei-Aufgaben ab. Deshalb erwischt man sich im späteren Spielverlauf auch gerne dabei, dass man so manche Quest links liegen lässt, da man eben schon wieder etwas besorgen oder umhauen soll. Positiv fallen dagegen die Dungeons aus, die Sie innerhalb vieler Jobs durchqueren. Diese sind nicht wie so oft schmale Gänge mit nur einem Aus- und Eingang, sondern so aufgebaut, dass Sie stets auf einer Seite in die Höhle gelangen und am Ende an einer anderen Stelle wieder herauskommen. So kämpfen Sie sich immerhin nicht stets mehrmals durch dasselbe Gebiet.

Duchwachsene Geschichte
Ein Rollenspiel mit epischer Geschichte, die von Anfang bis Ende mitreißt - das wünscht man sich, doch Arcania kann dies nicht über die gesamte Spielzeit bieten. Der Anfang plätschert zu sehr vor sich hin, der Held möchte seine Freundin zur Frau nehmen und muss dafür einige simple Aufgaben im Auftrag des Schwiegervaters in spe erfüllen. Sobald Sie dies endlich geschafft haben, nimmt die Story an Fahrt auf: Soldaten von König Rhobar III. (der bisherige Held der Gothic-Reihe) überfallen Feshyr, die Heimatinsel des Helden. Hier endet Ihr Aufenthalt auf der kleinen Tutorial-Insel, auf der Sie die Grundlagen des Spielverlaufs beigebracht bekommen, aber etliche lahme Quests erledigen. Ihre Spielfigur macht sich danach auf, sich an den Schurken zu rächen. Fortan dreht sich alles darum, den verhassten König zu finden und zu stellen. Die Motive des Helden sind also klar und nachvollziehbar. Später jedoch driftet die Geschichte ins Übernatürliche ab und wird ein wenig konfus. Vor alles stellt man sich immer wieder die Frage, warum alle Welt ihre Hoffnung gerade auf den unerfahrenen Bauernjungen setzt, den Sie spielen. Alles wirkt, als hätte Spellbound schneller ein Ende für Arcania finden müssen als geplant. Dennoch: Arcania kann über weite Strecken unterhalten und die Charaktere - vor allem die aus den Vorgängern bekannten - überzeugen. Lediglich der Start hätte etwas flotter und spannender inszeniert gehört.

Schlecht durchdachtes Inventar
Sowohl Inventar als auch Kaufmenü sind im Spielverlauf von Arcania wohl oftmals das größte Ärgernis. Das Inventar bietet leider keinerlei Vergleichsfunktion, sodass Sie die Werte von ausgerüstetem und gefundenem Equipment stets selbst im Kopf nebeneinanderstellen müssen. Das nervt, denn Sie finden immer wieder neue Schwerter oder Rüstungen. Das gleiche Problem besteht im Kaufmenü: Wenn Sie bei einem Händler altes Equipment loswerden oder neues erstehen wollen, müssen Sie ebenfalls die Werte Ihres gerade ausgerüsteten Gegenstands im Kopf haben. Warum die Entwickler Ihnen zum Beispiel nicht etwa zumindest die ausgerüsteten Klingen und Rüstungen zeigen - wie im Genre eigentlich üblich -, das bleibt ihr Geheimnis.

Gegen einen Feuerdämon ist ein Feuerschwert ineffektiv. Viele Monster haben solche Resistenzen. Gegen einen Feuerdämon ist ein Feuerschwert ineffektiv. Viele Monster haben solche Resistenzen. Balancing-Probleme und Schwierigkeitsgrad
Gothic war bisher eine Rollenspielreihe, die Einsteiger nicht gerade herzlich empfing. Viele Spielsystem waren schwer zu erfassen und der Schwierigkeitsgrad hoch. Wer in den früheren Teilen zu früh ins falsche Gebiet der Spielwelt stiefelte, der bekam schnell eins auf die Mütze und durfte frustriert einen Spielstand laden, denn die Stärke der Monster war die natürliche Grenze, die Ihnen die Entwickler setzten. Arcania macht Ihnen das Leben deutlich einfacher. Ihr Held wird schnell sehr mächtig. Gerade wer als Kämpfer spielt, bekommt früh im Spiel dank spezieller Fähigkeit kaum mehr Probleme. Grund: Ihr Held schlägt dann ohne Unterlass mit seiner Waffe zu. Landen Sie dann den ersten Schlag, geht der Sieg meist auf Ihr Konto. Magier und Bogenschützen kommen ebenso gut durch die Geschichte, auch wenn Sie anfangs etwas schwachbrüstiger daher kommen, als ihr schwertschwingender Kollege.

Die KI der Gegner hilft Ihnen ebenso. Selbst das größte Monster ist dumm genug, dass Sie es mit einem Pfeil anschießen und somit anlocken können. Dann hauen Sie einige Male darauf ein und nehmen schnell die Beine in die Hand. Wenn Sie weit genug von seinem Standort entfernt sind, stoppt das Biest die Verfolgung und kehrt zurück - ohne aber seine Lebenspunkte zu regenerieren. Dieses Spielchen wiederholen Sie dann einfach so lange, bis das Ding umkippt. Erst wenn Sie auf mehrere größere Bestien treffen, geraten Sie unter Umständen ins Schwitzen.

Erst auf den Schwierigkeitsgraden "Schwer" oder "Gothic" stellt Arcania eine wirkliche Herausforderung dar, die anderen beiden Schwierigkeitsgrade (Leicht und Normal) fallen gemäßigter, teils sogar zu leicht aus, sodass auch Neueinsteiger Spaß mit dem Rollenspiel haben.

Gothic bot schon immer eine große, frei erkundbare Spielwelt, deren natürliche Grenze lediglich die Monster in den Gebieten waren, welche Ihr Held erst zu einem bestimmten Zeitpunkt besiegen konnte. Arcania unterteilt das Abenteuer hingegen in Levels. Diese Abschnitte der Spielwelt dürfen Sie zwar erkunden, die völlige Freiheit von früher fällt jedoch weg, da Sie den jeweils nächsten Abschnitt erst ab einem bestimmten Punkt der Handlung freischalten. Gothic bot schon immer eine große, frei erkundbare Spielwelt, deren natürliche Grenze lediglich die Monster in den Gebieten waren, welche Ihr Held erst zu einem bestimmten Zeitpunkt besiegen konnte. Arcania unterteilt das Abenteuer hingegen in Levels. Diese Abschnitte der Spielwelt dürfen Sie zwar erkunden, die völlige Freiheit von früher fällt jedoch weg, da Sie den jeweils nächsten Abschnitt erst ab einem bestimmten Punkt der Handlung freischalten. Gothic-Faktor
Wie oben schon erwähnt sorgen bekannte Charaktere dafür, dass man auf den ersten Blick erkennt, dass es sich bei Arcania um ein Gothic-Spiel handelt. Doch viele andere Dinge fehlen. Die Charakterentwicklung wurde nun stark vereinfacht. Statt wie früher Lernpunkte bei Lehrern (die Sie erst mal finden mussten!) zu investieren, um neue Fähigkeiten frei zu schalten, geht das nun sehr viel einfacher in einem Charakterbildschirm. Dort haben Sie nach einem Stufenanstieg Skillpunkte zur Verfügung, die Sie einfach mit Reglern in Ihre Talente investieren und so neue Fähigkeiten freischalten. Schnell und einfach, vor allem einsteigerfreundlich, aber eben kein Gothic mehr.

Gleiches gilt für das Crafting. Hier geht man auch weg vom komplizierten alten System, bei dem Sie einen Amboss zum Schmieden finden mussten und so weiter. Stattdessen gibt es abermals ein einfaches Menü, in dem Sie nach zwei Klicks ein Schwert in der Tasche haben. Dritter Punkt, der weg geht vom typischen Gothic: der Aufbau der Spielwelt. Früher durften Sie den virtuellen Spielplatz nach Lust und Laune erkunden, was eben wie oben erwähnt, die Gefahr barg, dass Sie von zu starken Monstern zum Frühstück verspeist werden. Arcania ist dagegen linearer aufgebaut und unterteilt seine Spielwelt eher in Levels. Je weiter Sie in der Geschichte voranschreiten, desto mehr Areale schalten Sie frei. Diese wiederum sind zwar frei erkundbar, aber auch überschaubar in ihren Dimensionen. Und einen Grund, in alte Gebiete zurück zu kehren, gibt es so gut wie nicht.

Das Verhalten der Nichtspielercharaktere hat sich ebenso geändert. Wenn Sie in den Vorgängerspielen versuchten, sich mit Diebstahl ein Zubrot zu verdienen, hagelte es schnell Prügel. In Arcania dagegen interessiert es niemanden. Teilweise führt dies zu witzigen Dialogen. Wenn ein NPC Ihnen anbietet, als Belohnung für eine Quest etwas aus seiner Truhe zu nehmen, die Sie vorher bereits ausgeräumt haben, zerstört dies schnell die Fassade der virtuellen Welt.

Geringer Umfang
Rollenspiele beschäftigen den Spieler traditionell tage- wenn nicht wochenlang, bestes Beispiel Dragon Age mit rund 80 Stunden Spielzeit. Arcania fällt hier enttäuschen aus. Wer sich beeilt, sieht den Abspann bereits nach etwa 16 Stunden über den Bildschirm flimmern. Wer dagegen die Spielwelt gründlicher erkundet und so gut wie jede Nebenquest mitnimmt, der hat etwa 25 Stunden Spaß mit Spellbounds Rollenspiel.

PC GAMES-
Spielspaß-Wertung:
79 %
Leserwertung
(73 Votes):
62 %
Online-Redakteur
Moderation
11.10.2010 10:01 Uhr
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Dein Kommentar
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
10.08.2011 22:10 Uhr
Ich habe mir ArcaniA vor langer Zeit gekauft, es dann lange liegen lassen und heute nach 2 Tagen (nein, nicht durchgehend) durchgespielt. Der Grund war, dass das Spiel keinen Reiz hatte, keine Herausforderung auf "Schwer" war. Und als Spieler, der sogar Gothic 3 viel anrechnen konnte kann ich ebenfalls nur…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
27.07.2011 11:55 Uhr
Für mich ist die Gothic-Reihe nach dem 3. Teil ohne AddOn beendet worden. Freue mich nun noch auf das Community Story Project, das wird der goldene Abschluss.
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
18.07.2011 10:58 Uhr
Gothic 4 habe ich gerade erst an diesem Wochenende angefangen zu spielen. Ich muss sagen, optisch sieht es sehr gut aus. Auch das Inventar gefällt mir und die Art und Weise Gegenstände zu verbessern (z.B. Fleichbraten). Aber was mir auf jeden Fall nicht gefällt, gegenüber den vorigen Gothic-Teilen, ist,…