Arcania: Gothic 4 (PC)

Release:
12.10.2010
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
JoWooD Entertainment AG

Arcania: Gothic 4-Test: Viel versprochen, nur wenig gehalten - Kein echtes Gothic mehr?

11.10.2010 10:01 Uhr
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266°
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Arcania: Gothic 4 soll die beliebte Rollenspiel-Serie gebührend fortsetzen. Im Test zeigt sich allerdings, dass Spellbound das Ziel verfehlt. Im Vorfeld versprach man viel. Heute zeigt sich, dass nur wenig gehalten wurde.

Erhag, der Anführer einer Orkgruppe, erweist sich als erster harter Gegner. Gegen ihn müssen Sie taktisch vorgehen, sonst segnen Sie innerhalb weniger Sekunden das Zeitliche. Erhag, der Anführer einer Orkgruppe, erweist sich als erster harter Gegner. Gegen ihn müssen Sie taktisch vorgehen, sonst segnen Sie innerhalb weniger Sekunden das Zeitliche. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Nach drei Jahren ist es endlich soweit: Gothic-Fans bekommen neues Futter. Allerdings wird sich bei eben diesen schnell Ernüchterung einstellen, denn Arcania: Gothic 4 verspricht mehr, als es am Ende hält. Es fehlen einfach zu viele Dinge, welche die Gothic-Reihe früher ausmachten, damit der Name gerechtfertigt wäre. Abgesehen davon hat das Rollenspiel jedoch auch mit anderen Problemen zu kämpfen. Wer jedoch einfach nur ein solides Rollenspiel sucht, um die kalten Herbstabende zu füllen, der darf sich Jowoods Abenteuer ruhig etwas näher anschauen.

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PRO

Wenige Bugs
Gerade wer den Vorgänger Gothic 3 gespielt hat, war bezüglich der Bug-Freiheit von Arcania sicherlich skeptisch, denn Jowood bewies in der Vergangenheit hierbei eher ein schlechtes Händchen. Entwickler Spellbound liefert jedoch ein erfreulich fehlerfreies Spiel ab. Während unserer Testzeit traten zwar noch einige Bugs auf, doch schwerwiegende Probleme, wie Abstürze, defekte Spielstände, unlösbare Quests oder ähnliches, erlebten wir nicht. Arcania hat eher optische Macken, wie fehlende Texturen oder, dass die Haarfrisuren der Charaktere doppelt dargestellt werden. Einzig nervig im Spielverlauf sind die unsichtbaren Barrieren, die Ihren Helden davon abhalten sollen, bestimmte Bereiche in der Spielwelt zu erreichen. Geraten Sie in eine solche, schwebt Ihr Schützling teilweise sekundenlang in der Luft, bis er wieder in einem erlaubten Areal landet - was auch manchmal in den Tod führen kann.

Ob Gorn, Milten oder Diego, in Arcania treffen Sie auf einige Typen, die auch in den früheren Teilen der Gothic-Reihe eine entscheidende Rolle spielten. Der wichtige Faktor des Wiedererkennungswerts wird also erfüllt, jedoch rückt manche bekannte Figur etwas in den Hintergrund. Ob Gorn, Milten oder Diego, in Arcania treffen Sie auf einige Typen, die auch in den früheren Teilen der Gothic-Reihe eine entscheidende Rolle spielten. Der wichtige Faktor des Wiedererkennungswerts wird also erfüllt, jedoch rückt manche bekannte Figur etwas in den Hintergrund. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Vertonung
Bis auf wenige Ausnahmen überzeugt die Sprachausgabe von Arcania. Die Dialoge sind oftmals so rau und unverschämt, wie man es von der Reihe gewohnt ist, und die Sprecher treffen meist den richtigen Ton. Was allerdings etwas nervt: Die Charaktere wiederholen sich oft, zum Beispiel greift der Held immer wieder die Aussage seines Gegenüber auf, was die Dialoge hier und da ein wenig eintönig macht. Die Synchronisation manches Nebencharakters überzeugt freilich auch nicht auf ganzer Linie, doch zumindest die Hauptcharaktere können sich durch die Bank hören lassen. Bei den Hauptrollen erkennen Sie sicher einige bekannte beziehungsweise Gothic-gewohnte Stimmen: Gerrit Schmidt-Foß zum Beispiel, der den Helden von Arcania spricht, vertont sonst unter anderem Hollywood-Star Leonardo DiCaprio.

Grafik
Entwickler Spellbound setzt die Spielwelt grafisch teilweise sehr beeindruckend in Szene. Die Texturen wirken hübsch und plastisch, etwa die der Mauern. Die Licht- und Schatteneffekte verwandeln die Szenerien in stimmige Bilder und die meisten Charaktermodelle sind glaubhaft und detailliert gestaltet. So kann Arcania auf jeden Fall mit der aktuellen Konkurrenz mithalten, vorausgesetzt Sie haben die passende Hardware. Denn die ansehnliche Grafik treibt die Hardware-Anforderungen in die Höhe, sodass Arcania selbst auf starken Rechnern hier und da ruckelt.

Hilfe-Funktionen
Auf Minimap, Questmarker, Schadensanzeigen und solche Dinge verzichtete Gothic bisher, bot vielmehr ein komplexes Rollenspiel, in das man sich hineinfuchsen musste. Spellbound versucht nun, Arcania deutlich einsteigerfreundlicher zu gestalten, aber gleichzeitig die hartgesottenen Gothic-Fans ebenso glücklich zu machen - ein mühsamer Spagat. Auf Wunsch erleichtert Ihnen Arcania das Leben: Minimap und Quest­markierungen helfen bei der Orientierung. Gegner-, Schadens- und Lebensanzeigen erleichtern die Kämpfe ungemein. Wer sich in der Alchemie versuchen möchte, darf sich bei der Suche nach wichtigen Pflanzen helfen lassen: Pflanzen, die im Weg stehen, verschwinden einfach, sodass Zutaten leichter zu finden sind . All diese Hilfen geben die Entwickler jedoch nicht vor, sondern bieten sie optional an. Wer sein altbekanntes, störrisches Gothic haben möchte, schaltet all diese Punkte einfach aus. Hier hat Spellbound eindeutig die richtige Entscheidung getroffen.

Wiedererkennungswert
Obwohl Spellbound auf einen neuen namenlosen Helden setzt, bietet Arcania einiges an Wiedererkennungswert, da etliche bekannte Charaktere wieder mit von der Partie sind. Ob Diego, Milten, Gorn oder der alte namenlose Held, die Kerle sind auf den ersten Blick wiederzuerkennen, auch wenn mancher eine ungewohnte Rolle spielt. Auch zwielichtige Charaktere aus den Vorgängern sind dabei, deren Bedeutung für die Story erst spät klar wird. Ebenfalls gut gelungen ist der raue Ton in der Spielwelt. Viele Typen nehmen kein Blatt vor den Mund, es wird getrunken und geraucht. Zwar trifft Spellbound den Ton nicht immer perfekt, überzeugend ist die raue Spielwelt aber allemal. Diese Faktoren ist für Arcania aber auch sehr wichtig, da etliche Charakteristika, die ein Gothic sonst ausmachen, verloren gegangen sind.

Hier kommt Taktik auf: Gegner mit einem Schild muss Ihr Held umrunden. Hier kommt Taktik auf: Gegner mit einem Schild muss Ihr Held umrunden. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Gute Karte und Minimap
Die Karte in Arcania ist sicherlich nicht perfekt, bietet aber einige praktische Funktionen. Ausrufezeichen zeigen Ihnen, wo sich quest­relevante Personen aufhalten. Wenn Sie in Ihrem Questlog einen Job markieren, leuchtet das zugehörige Ausrufezeichen rot auf, sodass Sie den Weg dorthin leichter finden. Daneben dürfen Sie sich einen eigenen Wegpunkt setzen, der dann als blaues X auf der Karte zu sehen ist. Jedoch ermöglicht es Ihnen Arcania, nur einen einzigen Wegpunkt zu setzen. Die Minimap zeigt Ihnen wichtige Questziele als kleine weiße Kreise an, dazu kommen all die Symbole, die auch auf der große Karte zu sehen sind. So sollte jeder Rollenspieler, ob Einsteiger oder Profi, sich ohne Probleme in der Spielwelt zu Recht finden.

Den Test der Xbox 360-Version von Arcania: Gothic 4 lesen Sie auf videogameszone.de.

Erfahrener Benutzer
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11.10.2010 10:01 Uhr
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Bewertung: 0
05.09.2012 00:47 Uhr
So ich hab das Spiel mir letzte woche gekauft und da war es für 10 euro im Laden und dachte.. endgeil^^ nur 10 euro für ein GOTHIC spiel. ich hab dann irgendwie vermutet, das die Spiellänge kurz ist und leider stimmt das: ZU kurz,
Gut das manche mit dem neuen Helden nichts anfangen können ist…
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
10.08.2011 22:10 Uhr
Ich habe mir ArcaniA vor langer Zeit gekauft, es dann lange liegen lassen und heute nach 2 Tagen (nein, nicht durchgehend) durchgespielt. Der Grund war, dass das Spiel keinen Reiz hatte, keine Herausforderung auf "Schwer" war. Und als Spieler, der sogar Gothic 3 viel anrechnen konnte kann ich ebenfalls nur…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
27.07.2011 11:55 Uhr
Für mich ist die Gothic-Reihe nach dem 3. Teil ohne AddOn beendet worden. Freue mich nun noch auf das Community Story Project, das wird der goldene Abschluss.

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