Schraubengenaue Flugsimulation für eingefleischte Hobbypiloten
Dass die bisherigen Flugsimulationen über den Zweiten Weltkrieg mit Vorliebe die Luftschlacht um England und die Gefechte zwischen Amerikanern, Briten und der Luftwaffe thematisierten, ist wohl vor allem der Tatsache zuzuschreiben, dass die jeweiligen Entwickler in England oder den USA beheimatet waren. Was läge da für die Moskauer Programmierer von 1C: Maddox Games näher, als den Schauplatz nach Osten zu verlagern?
Dreh- und Angelpunkt der Flugsimulation ist die Titelheldin IL-2 Sturmovik, ein sowjetisches Schlachtflugzeug, das von 1941 an in mehreren Varianten gebaut den Invasionstruppen der Wehrmacht das Fürchten lehrte. Dass die namensgebende Maschine ihrem Spitznamen "Betonflugzeug" alle Ehre macht, merken Sie spätestens dann, wenn Sie in einer Bf-109 oder einer Focke-Wulff 190 dahinter kleben und scheinbar ohne Wirkung kiloweise Blei in den Rumpf pumpen. Neben den beiden deutschen Jagdflugzeugen und der Sturmovik dürfen Sie auch für die Rote Armee mit einer ganzen Reihe von Kampffliegern aufsteigen. Ganz gleich, für welche Sie sich entscheiden, die Kisten sind allesamt bis auf die letzte Schraube genau simuliert. In den voll dreidimensionalen Cockpits sitzt jeder Hebel an der richtigen Stelle.
Was man Sturmovik leider anmerkt, ist, dass die Programmierer so viel Zeit in Simulation, Grafik und Sound investiert haben, dass fürs eigentliche Spiel anscheinend wenig Zeit blieb. Eigentlich versprechen drei Kampagnen mit mehreren hundert Missionen, Bombereinsätze und Jagdpatrouillen, Spielspaß für Wochen. In der Praxis präsentieren sich die Laufbahnen aber auf dem spielerischen Stand von vor zehn Jahren. Schnöde Textbriefings schicken Sie unmotiviert in unzusammenhängende Luftschlachten, die zwar nicht automatisch generiert sondern handgemacht sind, aber selten wirklich spannend.
