X Rebirth: Christian Moriz, Produktionsdirektor bei Deep Silver, im Interview
Die "Wiedergeburt" der X-Reihe kämpft seit dem Release mit allerlei Schwierigkeiten. Auch wenn der Verkauf als Erfolg zu werten ist, sind es vor allem inhaltliche Mängel, welche die Spieler auf die Palme bringen. Entwickler Egosoft patcht wie ein Weltmeister und hat immer noch reichlich Arbeit vor sich. Wir wollten von den Entwicklern und vom Publisher wissen, warum Rebirth so viele Probleme im Gepäck hat.
Den zweiten Teil unseres Interviews führten wir mit Christian Moriz, dem Produktionsdirektor bei Deep Silver.
PC Games: X Rebirth kam zu Release mit gravierenden Fehlern auf den Markt, die es größtenteils unspielbar machten. Inwieweit war euch dieser Qualitätsstand denn bekannt?
Moriz: Die X-Spiele beruhen auf einer sehr anspruchsvollen AI, die sich - gerade zu Anfang - auch mal selber ein Bein stellt. Das ist die große Stärke und gleichzeitig leider auch eine Schwäche aller X-Spiele, weil sie einerseits ein potentes und anspruchsvolles Game liefert, aber andererseits auch zu Fehlern führen kann. Dass es zusätzlich noch zu Performance-Problemen kam, die vor allem Highend-Systeme betreffen, war für uns alle eine schlimme Überraschung.
Dass viele Spieler, die sich lange auf X Rebirth gefreut haben, zunächst mit Fehlern kämpfen mussten, finden wir sehr schade. Die acht Patches, die bislang erschienen, haben die drängendsten Punkte bereits in Angriff angenommen. Egosoft leistet hier einen sehr guten Produktsupport, um den Spielern, die Schwierigkeiten haben, so schnell wie möglich zu helfen.
PC Games: Seid ihr als Publisher im Zuge der Entwicklung in die Qualitätssicherung mit eingebunden? Wenn ja, in welcher Form hat das in Bezug auf X Rebirth stattgefunden?
Moriz: Bei X Rebirth haben verschiedene Partner mit unterschiedlichen Aufgaben zusammengearbeitet. Unser Auftrag als europäischer Publisher war es, für unser Gebiet die Boxen herzustellen und Teile des Marketings sowie Vertriebs zu steuern. In Amerika gab es einen anderen Publisher und die Entwicklung und Qualitätssicherung hat Egosoft übernommen.
Im Zuge der Aufgabenverteilung in der Produktion kümmern wir uns um das, was in die Schachtel kommt: Wir redigieren und setzen Handbücher und organisieren den Druck und die Herstellung im Presswerk. Wir testen z.B. auch die Extras einer Collectors Edition. Dabei prüfen wir Papierqualitäten, stellen Bonusinhalte zusammen und brennen sie auf Blu-ray, testen die Funktionalität von LED-Lichtern etc.
Christian Moriz ist Produktionsdirektor bei Deep Silver
PC Games: Warum hat man trotz der offensichtlich enthaltenen Mängel nicht von einem klassischen Releaseversionsverkauf abgesehen und stattdessen einen anderen Distributionsweg wie etwa Early Access oder eine Open-Beta gewählt?
Moriz: Was offensichtlich ist, stellt sich hinterher natürlich einfacher dar als vorher. Beides wären sicherlich gute Wege gewesen. Die Möglichkeiten dafür kamen für X Rebirth leider zu spät. Das Spiel war nun sieben Jahre in Entwicklung. Als wir das Projekt begonnen und die Verträge aufgesetzt haben, war von "Early Access" noch keine Spur. Um diesen Weg zu gehen, hätte die komplette Entwicklung schon vor Jahren ganz anders aufstellt sein müssen - mit anderen Partnern und einer anderen Finanzierung. So sind wir nun alle durch gegenseitige Verpflichtungen in eine Situation geraten, die den Spielern leider nicht das bestmögliche Spiel beschert hat. Ohne solche Bindungen müssten wir uns allerdings die Frage stellen, ob und wie X Rebirth überhaupt hätte erscheinen können.
PC Games: Wie seid ihr bisher mit dem Release von X Rebirth zufrieden?
Moriz: X Rebirth ist von null auf Platz 1 der deutschen PC-Charts gelandet - das bedeutet, das Interesse für das Game ist da und das freut uns sehr. Trotz der ersten Fehler, an denen Egosoft derzeit arbeitet, kaufen Leute weiterhin das Spiel und es kam auch viel gutes Feedback von den Spielern, was bei solchen Releases gerne mal untergeht. Was die Bugs und die Performance betrifft, muss natürlich ganz klar noch einiges passieren. Wir kennen und schätzen Bernd Lehahn und sein Team, deshalb sind wir sicher, dass X Rebirth für die große Mehrheit der Spieler bald rundläuft.
PC Games: Glaubt ihr, dass patch-intensive und komplexe Spiele wie X überhaupt noch dafür geeignet sind, als klassische Box-Version via Publisher in den Handel zu gelangen? Schadet man sich als Publisher mit solchen "kaputten" Versionen wie Rebirth nicht zu sehr, was den Ruf betrifft?
Moriz: Letztendlich entscheiden die Spieler, ob sie simple, gut funktionierende Games oder anspruchsvolle Strategiespiele und Simulationen wollen, die aus ihrer Natur heraus anfälliger für Fehler sind. Wichtig ist, dass das Spiel VOR Release genug finanzielle Unterstützung bekommt, damit der Entwickler sein Spiel entwickeln kann, sei es durch die Spieler oder einen Publisher. Wenn das nicht oder nicht ausreichend passiert, würden komplexe Spiele in dieser Größe vom Markt verschwinden, weil die Vorfinanzierung nicht zustande kommt. Und das wäre sehr schade für die vielen Spieler, die trotz Startschwierigkeiten sehr viel Spaß mit Spielen wie X Rebirth haben.
PC Games: Vielen Dank, Christian, für deine Antworten.

Verständlich deine Reaktion, würde ich sagen. Dann hoffe ich, dass euch Spielern geholfen werden kann bzw. ein spielbares Erlebnis aus dem Spiel wird und kein spielbares Ärgernis bleibt.
Es ist halt ein Unterschied, ob ich ein Spiel spiele, um möglichst viele Bugs zu finden oder einfach nur aus Spaß. Und wenn man Betatester rekrutiert in dem man Vorbesteller mit Betazugängen belohnt, dann kann man es denen auch nicht verübeln, dass sie Spaß daran haben wollen. ;-)
naja, nicht unbedingt, fähige Tester zu haben ist ein Punkt, aber man muss auch auf die hören
Erinnert mich an ein Spiel welches einen großen Bug hatte, wodurch Ingame-Zwischensequenzen nicht abgespielt wurden. Der
Grund weshalb die Entwickler trotz der Hinweise lange Zeit nichts finden konnten war der, dass die Spieler ihr Speichern zuvor keine Beachtung schenkten und es auch nicht erwähnten.
Mir fiel auch auf, dass wenn Gegenstände benutzt wurden, es eine Verzögerung gab. Sprich, der Grund war der, dass der Flag für die Zwischensequenz gesetzt war, aber da die Spieler nicht weiterspielten, sondern kurz vor der Sequenz speicherten, diese beim erneuten Laden bereits abgehakt war.
Aber habe ich ganz bewusst nicht den Entwicklern davon berichtet, denn zum einen hat es mich beim Spielen nicht tangiert und zum anderen weigere ich mich den Betatester für Lau zu spielen.
Die Spieleschmieden sollten vielleicht darüber nachdenken, den Testern eine Vergünstigung im Preis für das jeweilige Spiel anzubieten und nicht noch indirekt Geld dafür zu verlangen.
Seit wann kann man bei GTA fliegen? Wie kann man einen Raumhafen/Weltraum mit einer Großtadt vergleichen? Ich finde den Vergleich sogar mehr als unpassend.
Aber Hauptsache der Gamer hört "GTA" raus, meiner Meinung nach wurde hier ein großer Name zum Vergleich genommen, um das eigene Produkt zu schmücken und damit es den scheinbar aufgewerteten Status erlangt. Ich kann natürlich auch falsch liegen, ist mir aber Wurscht. Hier geht es schließlich nicht um mich ^^ ich habe hier nix verbockt.
Eigentlich bin ich ein Kunde der sich Rebirth zu Release gekauft hat, sich über die ganzen Bugs geärgert hat, deswegen nur etwas die Weltt erkundet hat und es erst jetzt wieder rausgekramt hat um zusehen das es immer noch sehr viele schwerwiegende Bugs hat aber deutlich spielbarer ist als zu Anfang. So wie ich Egosoft kenne kann man wohl mit einem gut spielbaren Spiel erst im Frühling nächsten Jahres rechnen, aber wenigstens bemühen sie sich die Fehler zu beseitgen.