Wasser Marsch: Warum ich inzwischen trotz hohem Preis auf eine Wasserkühlung setze

0
Kolumne Antonio Funes - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Wasser Marsch: Warum ich inzwischen trotz hohem Preis auf eine Wasserkühlung setze
Quelle: be quiet

Früher war ich ein Gegner von Wasserkühlungen. Heute bin ich ein Fan dieser Kühlungsart und schildere, warum ich dies nun zumindest teilweise anders sehe.

Meine PCs baue ich mittlerweile schon seit über 25 Jahren selber zusammen, und wären der Commodore C64 sowie Amiga 2000 keine fertigen Computer gewesen, hätte ich sogar noch früher damit angefangen. Bei PCs kam irgendwann die Zeit, als es irgendwann mehr als nur die Standardkühler gab. Inzwischen gibt es etliche Firmen, die vor allem Tower-Luftkühler anbieten, also große, auf der CPU sitzende Kühlblöcke, bei denen ein montierter Lüfter die warme Luft fortschafft. Inzwischen setze ich auf eine andere Kühl-Art, nämlich eine Wasserkühlung - das war aber lange Zeit nicht der Fall, und ich bin zwar Fan geworden, empfehle eine Wasserkühlung aber trotdzem nur unter bestimmten Umständen. Wie dies alles kam, erkläre ich euch heute.

Es war einmal vor 20 Jahren

Als ich so etwa um das Jahr 2005 herum erstmals auf Wasserkühlungen für Spiele-PCs aufmerksam geworden war, habe ich über viele Jahre hinweg nicht viel von ihnen gehalten. Es eilte ihnen zwar vor allem der Ruf voraus, im Gegensatz zu einem normalen CPU-Kühler deutlich leiser kühlen zu können. Aber dies war wegen des Konzeptes und der kleinen Nachfrage - nur wenige nahmen den Aufwand für Planung und Einbau in Kauf - enorm teuer: Von einem kleinen Kühlblock auf der CPU (oder bei Kühlungen für die Grafikkarte auf der GPU) fließt das erwärmte Wasser durch eine Pumpe angetrieben über Schläuche zu mindestens einem Radiator, der meist an der Inneseite des Gehäuses oben oder vorne sitzt. Bei manchen Enthusiasten gab es sogar Radiatoren außerhalb des PCs. Der Radiator gibt die Wärme des Wassers wiederum an seine Umgebungsluft ab, wobei auf dem Radiator installierte Lüfter dies aktiv unterstützen.

Individuelle Wasserkühlung: Auch das Geld fließt

Da man pro Radiator in der Regel mehrere Lüfter hat und die Radiator-Fläche dank der vielen Lamellen extrem groß ist, brauchen die Lüfter nicht besonders schnell zu drehen, so dass die Kühlung respektive Belüftung sehr leise ist. All das basierte aber auf individuell zusammengestellten und daher sehr teuren Wasserkühlungen. Diese bestehen aus mehreren Einzelteilen, bei denen man in der Summe - auch heute noch - mit mindestens 250 Euro an Gesamtkoten rechnen sollte. Folgende Bauteile gehören dazu:

  • CPU-Kühlblock - ab etwa 40 bis 50 Euro
  • Pumpe sowie einen meist auf der Pumpe aufgesetzten AGB (Ausgleichsbehälter für das Wasser) - als Set ab etwa 100 Euro
  • Mindestens ein Radiator im 240er-Format (für zwei 120mm-Lüfter) - ab etwa 40 Euro
  • Mindestens 6 Anschlussschrauben (pro Hauptkomponente zwei Stück) - ab etwa 4 Euro pro Stück, insgesamt also etwa 24 Euro
  • Transparenter Schlauch, 3 Meter - etwa 15 Euro
  • Wasser mit Korrosionsschutz - ein Liter ab etwa 10 Euro

EK Quantum Komponenten Quelle: EK Waterblocks - Collage EK Quantum Komponenten: Velocity CPU-Kühler, ein Fitting und ein Kinetic AGB mit integrierter Pumpe Das sind zusammen bereits ab etwa 230 Euro, wobei ich eher die Einsteigervarianten bei den Preisen herausgesucht habe. Kosten für eventuell nötige Adapter, gewinkelte Anschlüsse (zum Schlauchanschluss in schwer zugänglichen Gehäuseecken) sowie Teile für einen Abfluss zum Erleichtern des Wasserwechsels kommen noch dazu. Eine Kühlung der Grafikkarte kostet euch meist nochmal mindestens 150 Euro ontop - GPU-Kühler sind nämlich recht teuer, da es sich um ein Nischenprodukt handelt, das oftmals nur für ganz bestimmte Einzelmodelle passt. Es fehlen bei Grafikkarten leider klare Normen für die Frage, wo die Spannungswandler sitzen, die neben der GPU ebenfalls gekühlt werden müssen. Daher gibt es zum Beispiel für die Nvidia GeForce RTX 5080 bei unserem Partner Caseking allein vom Hersteller Alphacool gleich 10 verschiedene GPU-Kühler, die jeweils nur genau eine konkrete Grafikkarten-Modellreihe zum Beispiel von Asus, Palit oder MSI abdecken. Kostenpunkt: ab 199 Euro, Hinzu kommen - dies ist dringend anzuraten - ein weiterer Radiator sowie vier Anschlussschrauben (je zwei für den Kühler und den Radiator).

0
  1. Seite 1 Ich bin Wakü-Fan: Ein teurer Spaß, den ich lange ablehnte
  2. Seite 2 Ich bin Wakü-Fan: Auch ihr solltet umdenken!
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk