Warren Spector: Der Geschichtenerzähler unter den Entwicklern
Ion Storm
Zum Glück konnte sich Spector auf sein Glück verlassen, das ihm abermals aus der Patsche half. Das Glück hörte auf den Namen John Romero, Gründer des Entwicklerstudios Ion Storm (Daikatana). Trotz finanzieller Schwierigkeiten in Dallas, dem Hauptsitz des Studios, bat Romero Spector, eine Zweigstelle in Austin, Texas zu gründen. Spector kam der Bitte nach.
Ion Storm, wie schon Looking Glass, gehörte zu Eidos. Unter dessen Argusaugen entwickelte Spector das erfolgreiche Deus Ex, in dem er all seine Vorstellungen eines guten Spiels verwirklichte: eine fesselnde Geschichte, verpackt in eine fantastische, glaubwürdige Welt mit großer Handlungsfreiheit, die den Verzicht auf Gewalt belohnte, beziehungsweise die Anwendung von Gewalt bestrafte.
Aufgrund kommerzieller Misserfolge schloss Eidos das Ion Storm-Studio in Dallas im Sommer 2001. In Austin hingegen konzipierte Spector bereits den Nachfolger zu Deus Ex, sowie den dritten Teil der Thief-Reihe, Deadly Shadows.
2004 verließ er Ion Storm, um "persönlichen Interessen außerhalb der Firma" nachzugehen. Mutmaßlich widmete er sich seinen drei größten Hobbys: Gitarre spielen, Baseball schauen und Bücher sammeln.
Quelle: Quelle: PC Games
Junction Point: Nur Studio oder auch Spiel?
Es dauerte ein Jahr, bis er wieder Spiele entwickeln wollte. Aus eigener Initiative gründete er das Entwicklerstudio Junction Point, ironischer Weise benannt nach dem MMORPG, das unter seiner Produktionsleitung niemals erschienen ist. Oder vielleicht doch ein Hinweis darauf, an welcher Art von Spiel er gerade arbeitet?
Vieles passt zusammen: In einer Stellenausschreibung suchte er nach Designern, die Erfahrung mit klassischen Hollywood-Cartoons haben (seine Liebe zu solchen Figuren bewies er bereits mit seinem ersten Pen-&-Paper-Rollenspiel, Toon). In einem MMORPG könnte er seine Vorstellung von Handlungsfreiheit, die sich wie ein roter Faden durch all seine Spiele zieht, abermals verwirklichen. Und dann wäre da noch der Name, Junction Point Studios.
Bisher hat der unscheinbare Beatles-Fan aber noch nichts verraten. Er macht sich nicht viel aus Hypes. "Ich habe in der Vergangenheit Spiele gehyped, aber es hat mir nicht gefallen. Diesmal sprechen wir erst über das Spiel, wenn es etwas gibt, worüber wir sprechen können." Wir werden also noch etwas im Dunkeln tappen, was sein neues Projekt angeht.
In einem Punkt sind wir uns allerdings sicher: Es wird eine fantastische Geschichte erzählen. Und wenn es soweit ist, werden wir aufmerksam zuhören.

Endlich mal wieder ein interessanter, gut recherchierter und geschriebener Artikel. Eine wahre Wohltat nach all den dümmlichen Bildergallerien und PCA-Offtopic-News in letzter Zeit. Bitte mehr davon.
SSA
nett geschrieben ist der artikel wirklich ;-) er ist sehr nett für warren spector geschrieben, würde sogar sagen "verklärend" ;-)
der text zeigt es auf den zweiten blick eigentlich recht gut ,er ist ein mann, der mit vielen sehr bekannten und sehr geschätzten spielen in verbindung gebracht wird, aber wirklich entscheidend war er nur bei wenigen dieser sachen
in den letzten jahren (eigentlich schon seit den previews zu deus ex 2) ist er im grunde nur durch merkwürdige ansichten zur spieleindustrie aufgefallen
wie zb seine theorien was ein spieler heutzutage haben will und was nicht...
diese seine gedanken sind ja dann auch in deus ex 2 eingeflossen und haben gezeigt, daß der gute herr spector irgendwie doch nicht weiß was spieler wirklich wollen ;-)
deus ex 2 hat weder die fans vom vorgänger begeistern können noch andere spieler im großen maße angesprochen...
hm..also hat er gar nichts mehr mit Deus Ex 3 zu tun?
Bzw.: Inwiefern war er denn an Deus Ex 2 beteiligt? Hat ers nur angefangen zu konzipieren, oder hat ers auch mit fertiggestellt?
kann mich anschließen, sehr geiler artikel.
besonders die erste seite, wie er über die pen&paper-schiene zum pc gekommen ist, sehr interessant und gut geschrieben. weiter so.
mfg