Civilization in Echtzeit - kann das funktionieren?
Während im Hintergrund die preußische Flotte schaukelt, machen sich Kavalleristen und Infanteristen ausgehfertig.
Haben Sie das Fernseh-Epos Napoleon verpasst? Kein Problem: Bei War and Peace schlüpfen Sie in den Feldherrenmantel dieses legendären Schlachtenlenkers oder eines anderen europäischen Potentaten des ausgehenden 18. Jahrhunderts und können Ihre imperialistischen Gelüste nach Herzenslust ausleben. In Städten kurbeln Sie Industrie, Nahrungsversorgung und Wissenschaft mit Neubauten an und heben Truppen aus, die auf Befehl ins Feindesland marschieren. Wie das ganze Spiel laufen auch die Schlachten auf dem 3D-Terrain in Echtzeit ab, was angesichts der Größe der Armeen trotz Zeitlupenfunktion oft für Hektik sorgt - rundenweise hätte das Strategiespiel wohl besser funktioniert. So viel zum Krieg. Was den Frieden anbelangt, so lassen sich kriegerische Nachbarn meistens über die arg beschränkte Diplomatiefunktion mit Gütergeschenken ruhig stellen oder gar zu Bündnissen überreden. Zwar ist War and Peace im Grunde recht simpel gestrickt, bis sich Erfolge einstellen, vergehen dennoch einige Stunden, was vor allem an der etwas umständlichen Bedienung liegt. Selbst nach intensivem Handbuchstudium und Durcharbeiten der umfangreichen Tutorials verliert man regelmäßig den Überblick. Zweifrontenkriege sind unbedingt zu vermeiden.
