Wackersdorf: Filmrezension zum Zeitgeschichtsdrama
Die Protestbewegung gegen die (Atom-) Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf erreichte am 10. Oktober 1987 seinen gewaltvollen Höhepunkt. Über 20.000 Gegner des Großprojekts hatten sich vor dem Baugelände versammelt und standen im Konflikt mit der Polizei. Damals war das Vertrauen in den Staat schwer erschüttert. Schließlich wurde der Bau eingestellt, das Gelände an Firmen gepachtet und ein Vertrag für eine gemeinsame WAA mit Frankreich unterschrieben.
Mitte der 80er-Jahre kämpft die Oberpfalz mit dem Strukturwandel. Da kommen die Pläne der bayerischen Staatsregierung für eine atomare Wiederaufbereitungsanlage nahe dem beschaulichen Örtchen Wackersdorf (jetzt kaufen 8,49 € ) gerade recht, schafft so was doch Arbeitsplätze. Doch mit der Zeit kommen dem amtierenden Landrat Schuierer Sicherheitsbedenken - er verweigert zur Begeisterung der WAA-Widerstandsszene seine Zustimmung. Während seine SPD-Genossen vor Ort kein Verständnis für ihn haben, schafft die Regierung Strauß Tatsachen.
Schuierer riskierte seinerzeit nicht nur Amt und Ruf, sondern auch Freundschaften, erhielt aber auch Unterstützung aus unerwarteten Kreisen. Genau darum dreht sich das ganz auf Schuierers Person reduzierte Zeitgeschichtsdrama, das klar Stellung bezieht und ein wenig bieder daherkommt. Prominente Namen werden vermieden, doch sind u. a. die Rollen Stoibers und Gauweilers unverkennbar.
FAZIT:
Nicht uninteressante Darstellung der damaligen Ereignisse um die WAA, die deutlich parteiisch ist und zu viel Gemächlichkeit neigt
