Victor Frankenstein: Rezension zum actionreichen Horror-Abenteuer

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Daniel Radcliffe und James McAvoy in "Victor Frankenstein"
Quelle: 20th Century Fox

"Victor Frankenstein" schildert die Geschehnisse um den verrückten und brillianten Wissenschaftler Frankenstein aus einer neuen Perspektive, der des Igors. Den befreit Frankenstein, weil er sieht dass dessen medizinisches Wissen bisher vergeudet wurde.

Der arme Victor Frankenstein (James McAvoy): Die Welt lehnt ihn ab. Kein Wunder, dass die Schrauben etwas locker sitzen. Gejagt von den Dämonen seiner Vergangenheit - sein Vater gibt ihm die Schuld am Tod seines älteren Bruders - erweckt der Medizinstudent im viktorianischen London eine groteske Kreatur aus den Körperteilen toter Wesen zum Leben, was sich ein stinkreicher Kommilitone bald schon für seine eigenen Zwecke zunutze machen will. Der einzige, der Victor treu zur Seite steht, ist der brave Igor (Daniel Radcliffe), den Victor aus einem erniedrigenden Dasein in einem Zirkus erlöst hat. Doch Igor ist ähnlich zerrissen, liebt er doch die schöne Lorelei (Jessica Brown Findlay aus "Downton Abbey"), die Victors Experiment abscheulich findet ...

Selten wurde das gebeutelte Genie besser gespielt als von James McAvoy ("X-Men: Erste Entscheidung"). Mit Mary Shelleys Romanfigur hat seine brillante Performance zwar nichts mehr zu tun, dafür zitieren der Darsteller und sein Regisseur, Paul McGuigan ("Sherlock"), so ziemlich alle Frankenstein-Filme, die man kennt: Von James Whales Klassiker mit Boris Karloff aus dem Jahre 1931 bis hin zu Mel Brooks' "Frankenstein Junior" (1974) - McGuigans Horror-Abenteuer erscheint wie zusammengeflickt aus verschiedenen Körperteilen der Gruselfilmgeschichte. Drehbuchautor Max Landis ("Chronicle") hat sichtlich Spaß am Genre: Geheime Operationen, böse Zirkusdirektoren, wiedererweckte Killer-Affen ... "Victor Frankenstein" hat alles, was der Steampunk-Fan braucht.

Wertung zu Victor Frankenstein

Wertung:

7.0 /10

An den US-Kinokassen schmierte der charmante Mischmasch übrigens rasch ab, und in der Tat ist "Victor Frankenstein" gewiss kein Film für alle. Man sollte schon ein Faible für die Kultfilme der Hammer-Studios & Co. haben, um an diesem morbid-ironischen Schabernack seine Freude zu haben. Doch wer auf so etwas steht, kommt auf seine Kosten: Die hanebüchene Handlung wird stilsicher und mit prallen Bildern erzählt, der Film ist rasant, unterhaltsam und schräg. Vor allem aber die Schauspieler überzeugen: Der bereits erwähnte McAvoy liefert eine grandiose Tour de Force, und sein Kollege Daniel Radcliffe ist absolut wunderbar als der leidgeprüfte Assistent und kann einmal mehr beweisen, dass er der Rolle des Harry Potter längst entwachsen ist.

Fazit / Sinnentleert, aber lustig. Coole, rasante und morbid-schräge Unterhaltung. Was will man eigentlich mehr?

Kinostart ist dieser Donnerstag, der 12. Mai.

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