Valerian – Die Stadt der tausend Planeten: Filmkritik zum neuen Luc-Besson-Film

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Plakat zu "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten"
Quelle: Universum

Am 20. Juli 2017 startet Luc Bessons Sci-Fi-Abenteuer "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten" in den deutschen Kinos. Darin müssen Dane DeHaan und Cara Delevingne als Raum-Zeit-Agentenduo Valérian und Laureline einer Bedrohung im Herzen der gigantischen Weltraumstadt Alpha Herr werden.

Wir schreiben das 2740. Eine einst seelenruhig die Erde umkreisende US-Raumstation ist über Jahrhunderte hinweg zu einer gigantischen Weltraumstadt herangewachsen: Alpha, auch bekannt als die Stadt der tausend Planeten. Denn die ständig wachsende Mega-Metropole bietet nicht nur Menschen, sondern auch tausend anderen Spezies aus den entlegensten Winkeln des Universums eine Heimat. Die rund 17 Millionen Einwohner der Stadt haben ihr Wissen, ihre Talente, ihre Ressourcen und ihre Technologien zum Vorteil aller vereint - somit ist Alpha ist einmalig, ein gigantischer intergalaktischer Knotenpunkt. Doch plötzlich wächst im Herzen der Stadt eine dunkle Gefahr heran, welche ganz Alpha zu vernichten droht. Die Regierung setzt mit dem verschmitzten Schwerenöter Major Valérian und seiner bildhübschen wie smarten Kollegin Laureline ihre besten Spezialagenten auf den Fall an, die den Auftrag erhalten, die Wurzel des Übels schnellstmöglich ausfindig zu machen und auszumerzen - heftige Gefechte auf Wüstenplaneten, heiße Shows in dubiosen Vergnügungsmeilen und dunkle Geheimnisse inklusive. Für ein romantisches Stelldichein wäre aber trotzdem noch Zeit, findet zumindest Valérian...

Ein Herzensprojekt
Vor 50 Jahren erblickten zum ersten Mal die Abenteuer der Raum-Zeit-Agenten Valérian und Veronique (frz. Originaltitel Valérian et Laureline) das Licht der Comic-Welt. Ein riesen Fan seit (beinahe) der ersten Stunde: der Franzose Luc Besson, der viele Jahre später als Regisseur, Autor und Produzent durchstarten sollte und dem wir u. a. die liebenswert-schrullige Space-Opera "Das fünfte Element" verdanken. Schon damals, vor 20 Jahren, wollte Besson das fantastische Universum von Valérian und Laureline auf die Leinwand bringen, doch durch die vergleichsweise primitiven visuellen Effekte, die in den 1990er Jahre möglich waren, wäre er zu eingeschränkt gewesen. Es hieß also warten, bis die Technologie so weit war, den Stoff adäquat umzusetzen. Letztes Jahr hat sich Luc Besson dann nach Jahren der Vorbereitung einen seiner Kindheitsträume erfüllt, mit seinem Sci-Fi-Actioner "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten" startet am 20. Juli 2017 die teuerste (& riskanteste) europäische Produktion aller Zeiten in den deutschen Kinos.

Exquisit und schräg
Wir finden: Das Warten hat sich definitiv gelohnt! Schon die tolle & wirklich amüsante Montagesequenz (zu den Klängen von David Bowies Popsong "Space Oddity") zu Beginn des eigenwilligen Fantasyabenteuers ist eine geniale Nummer, danach entführt uns Besson in die Welt der friedliebenden Pearls ("Avatar" lässt grüßen), die so schön kitschig-bunt ist, dass es in den Augen tränt und man nicht überrascht wäre, würde jemand plötzlich einen Song à la Disney trällern! Dann Schnitt auf den titelgebenden Agenten (toll: "The Amazing Spider-Man 2"-Star Dane DeHaan) Valerian, der sich gerade gemütlich in der Sonne fläzt und Auftritt seiner hübschen & gleichermaßen toughen, seltsamerweise aber nicht wie in den Comics rothaarigen Kollegin Laureline (sehr souverän: "Suicide Squad"-Star Cara Delevingne), woraufhin ihr Partner gleich in den Flirt-Modus verfällt. Wir ahnen: Da ist was im Busch! Das Spiel der beiden Hauptdarsteller ist weitestgehend überzeugend, die Chemie ist stimmig, das Geplänkel zwischen Valerian, der seiner Partnerin gerne mal an die Wäsche möchte, und Laureline, die das immer wieder charmant zu verhindern weiß, ist amüsant, manchmal aber etwas hölzern und teilweise zu schnulzig. Wenn das sich ständig kappelnde Agentenduo dann in schickem Hawaiihemd bzw. schrägem Kleidchen und hipper Mütze auf der ersten Mission in die Vollen geht, hat man sie aber schon richtig ins Herz geschlossen. Der Ton ist leicht, unbeschwert und amüsant, im Grunde sind Valerian und Laureline normale Cops - nur leben sie eben im 28. Jahrhundert, sind besser ausgerüstet und sind ihre Missionen seltsamer, bizarrer und fantastischer. Man könnte sogar so weit gehen und behaupten, dass Regisseur Luc Besson seinem Kult-Werk "Das fünfte Element" mit "Valerian" einen Nachfolger im Geiste spendiert hat - oder andersherum: Bricht man sein neues intergalaktisches Sci-Fi-Abenteuer auf seine Hauptkomponenten herunter, kommt nämlich folgendes dabei heraus: Ein opulenter Look, bizarre Welten, coole Action und eine ordentliche Prise Humor. Bruce Willis' Korben Dallas und Milla Jovovichs Leeloo waren nur Platzhalter für Valerian und Laureline!

Wertung zu Valerian - Die Stadt der tausend Planeten

Wertung:

8.0 /10

Optischer Leckerbissen vs inhaltlicher Murks
Eines ist klar: Der Film bietet in erster Linie was für die Augen. Die Story ist so dürftig, so simple, so unglaublich vorhersehbar, so , dass man es kaum glauben kann. Style over Substance eben. Aber irgendwie hat es Besson geschafft, die eklatanten erzählerischen Schwächen hinter höllisch unterhaltsamen & toll choreographierten Action-Sequenzen und überwältigenden Bildern zu verstecken und die über gut zwei Stunden Laufzeit vergehen wie im Flug. Und seien wir mal ehrlich: "Avatar" ist storytechnisch auch nicht gerade der große Wurf, nichtsdestotrotz ist der Film eine Wucht. Man kann nur staunen ob der Detailverliebtheit, der Möglichkeiten an visuellen Effekten, die Luc Besson für "Valerian" ausgeschöpft hat (Stichwort Grand Market) und die Varieté-Show, die R'n'B-Ikone Rihanna für Valerian hinlegt, ist eine Offenbarung. Zudem wartet der wilde Mix aus klassischer Weltraumoper, Adventure-Streifen und selbstironischem Zeitreise-Epos mit einem äußerst gelungenen Soundtrack auf, u. a. mit Bob Marleys "Jamming" und einer Coverversion des Bee-Gees-Klassikers "Stayin' Alive". Entgegen der Erwartungen ist das 3D nicht unbedingt herausragend, lohnt aber.

FAZIT / Eine berauschende, endlos kreative Achterbahnfahrt mit coolem Soundtrack. Inhaltlich zwar eine herbe Enttäuschung, visuell aber wirklich einmalig. "Valerian" ist ein Fest für alle "Das fünfte Element"-Fans, ein Geschenk an die Sci-Fi-Welt.

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Frullo Mitglied
        Die besten Geschichten SIND simpel. Es ist immer eine Frage, WIE sie erzählt werden...
      • Von Frullo Mitglied
        Die besten Geschichten SIND simpel. Es ist immer eine Frage, WIE sie erzählt werden...
      • Von McDrake Mitglied
        Zitat von gutenmorgen1
        „Fazit: Inhaltlich zwar eine herbe Enttäuschung, visuell aber wirklich einmalig.“

        Wie man so übertrieben überschwänglich eine Film loben und im Fazit dann sowas schreiben kann, ist mir wirklich ein Rätsel.
        Früher wurden Filme zurecht als Müll bezeichnet, wenn der Inhalt eine „herbe Enttäuschung“ war.
        Wieso nicht?
        Ein Film lebt ja auch stark vom Visuellen. Denn sonst würde es Filme nicht geben und jeder würde Hörbücher hören oder Bücher lesen.
        Die Optik kann in Filmen einen sehr grossen Part ausmachen.

        Ich war damals von Avatar so geflsht, ich bekam eigentlich recht wenig von der (seichten) Story mit.
        Sass aber mit offenem Mund im 3D-Kino.
        War der film deswegen schlecht.
        Für mich noch immer eines der beeindruckensten Kinoerfahrungen ever.
        In die basiert ganz offensichtlich rein auf der Optik (Technik) eines Films.
      • Von gutenmorgen1 Spiele-Kenner/in
        „Fazit: Inhaltlich zwar eine herbe Enttäuschung, visuell aber wirklich einmalig.“

        Wie man so übertrieben überschwänglich eine Film loben und im Fazit dann sowas schreiben kann, ist mir wirklich ein Rätsel.
        Früher wurden Filme zurecht als Müll bezeichnet, wenn der Inhalt eine „herbe Enttäuschung“ war.
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