Das Phänomen Uwe Boll. Seine Filme, seine Stars, seine Audiokommentare

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Das Phänomen Uwe Boll. Seine Filme, seine Stars, seine Audiokommentare
Quelle: Kinostar, Senator, Fox

Nach seinem Video-Ausraster: Was ist dran am "Feindbild" Uwe Boll? Wir werfen einen Blick hinter die Fassade des oft verurteilten, doch selten näher bekannten Regisseurs aus Mainz!

1. Seine Filme
Wenden wir uns zunächst dem primären Streitpunkt zu: Uwe Bolls Filmen. Was ist dran an deren angeblich so unterirdischer Qualität? Etwas, soviel steht fest. Ob es aber ausreicht, um ihn als die Super-Null des Filmgeschäfts hinzustellen, wagen wir zu bezweifeln. Um zu verstehen, weshalb dem Deutschen solch ein desaströses Image anhaftet, muss man ein wenig in die Vergangenheit reisen. Bereits sehr früh in seiner Karriere hat sich Boll auf die Verarbeitung von (mehr oder weniger) populären Videospielen eingeschossen. Es begann 2003 mit dem Zombietitel House of the Dead, für den sich er sich die Filmrechte gesichert hatte. Während das finale Produkt letzten Endes einen solider Vertreter des Trash-Horrors darstellte, reagierte in erster Linie die Zielgruppe der Gamer äußerst allergisch auf das Ergebnis. Man war der Meinung, der Regisseur hätte schlichtweg sämtliche Elemente, die das Spiel so großartig machten, ausgelassen, schlecht umgesetzt, verstümmelt. Sehr ähnlich verhielt es sich mit den Folgeprojekten BloodRayne (2005) und Alone in the Dark (2004).

Gewiss, mit diesen Titeln kann man keine Bäume ausreißen und letztgenannter Horrorstreifen mit Christian Slater und Tara Reid ist in der Tat nicht besonders gelungen. Der "Universalstempel" als Regie-Gurke Nr. 1, der Uwe Boll (spätestens) seit dieser Zeit vielerorts aufgedrückt wird – manchmal sogar von Leuten, die in Wahrheit noch nicht einen Film von ihm gesehen haben – ist dennoch nicht (immer) angebracht. Vor allem in den Projekten, bei denen er sich nicht an Computerspielen orientiert, liefert er zum Teil auch ordentliche Arbeit ab, etwa bei dem Vietnamkriegsfilm 1968 Tunnel Rats (2008) und dem Drama über den Darfur-Konflikt Darfur (2009).

Dann gibt es allerdings auch wieder solche Titel, die jedes negative Klischee über den Filmemacher bestätigen: Die Schwerter des Königs-Reihe ist zum Beispiel trotz namhafter Schauspieler einfach langweilig und/oder schlecht gemacht. Über seine Biografie des deutschen Boxers Max Schmeling – Eine deutsche Legende (2010) sagte Boll selbst einmal, dass es dem Film gut getan hätte, dass Hauptdarsteller (!) Henry Maske (Bild) nur eine Handvoll Sätze sprechen musste, sollte, durfte – allein diese Aussage bringt die allgemeine Qualität des Streifens durchaus auf den Punkt.

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