Unreal Tournament im Pre-Alpha-Check: Schnörkellos, klassisch, gut
Unreal Tournament lebt: Vor über einem Jahr kündigte Epic Games das Comeback des Turnier-Shooters für den PC an. Entgegen vieler Erwartungen wird das nächste UT nicht zum Vollpreis im Handel aufschlagen, sondern kostenlos zum Download angeboten. Anstelle eines Alleingangs von Epic, ist die Community von Beginn an der Entwicklung beteiligt, darf etwa eigene Ideen einbringen und sogar Inhalte produzieren. Was sich seit der Ankündigung getan hat, verraten wir euch im nachfolgenden Artikel mit Video.
Einfach nur irre. Dieses hohe Spieltempo, diese Hektik und diese Enge in den Maps. Wer eine Partie Unreal Tournament spielt, dem kommt ein Destiny vor wie eine dröge Schlaftablette. Das neue UT mag zwar 15 Monate nach Ankündigung noch immer nicht über die Pre-Alpha-Phase hinaus gekommen sein und bietet mit gerade mal zwei vollständig texturierten Karten einen überschaubaren Umfang. Dem Spielspaß tut dies - einem Faible für klassische Arena-Shooter sicherlich vorausgesetzt - aber keinen Abbruch.
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Unreal Tournament: Schnörkellos, klassisch, gut
Quelle: Epic Games
Booom! In den Raketenwerfer lassen sich bis zu drei Sprengköpfe laden. Bei einem direkten Treffer besteht praktisch keine Überlebenschance.
In puncto Gameplay bewegt sich das neue Unreal Tournament irgendwo zwischen UT 2004 und dem Debütspiel aus dem Jahr 1999. Wall und Strafe Jumps sind ebenso möglich wie das Verwenden von Fahrstühlen und eigener Raketen als Katapult. Genug Optionen, das Bewegungsrepertoire in vollem Umfang einzusetzen, gibt es dank clever entworfener Karten reichlich. Auf der Deathmatch-Map Outpost 23 gelangen wir beispielsweise nur ein Big Keg O' Health (ein Plus von 100 Lebenspunkten!), wenn wir uns in der Luft von einer Wand abstoßen.
Doch auch wer nicht filigran von Hotspot zu Hotspot auf der Map hüpft, feiert aufgrund der schnörkellosen Natur von Unreal Tournament schnell Erfolgserlebnisse. In eine Deathmatch-Partie springen, mit dem Raketenwerfer ein paar Bots oder menschliche Kontrahenten niedermähen, geht eben selbst nach tage- oder wochenlangen Spielpausen. Das Waffen-Feedback spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Wenn man mit der ikonischen Flak Cannon seinen Mitspieler in tausend Stücke schießt, hat das auch aufgrund der stark überzeichneten Gewaltdarstellung etwas Befriedigendes an sich.
Unreal Tournament: Vertraute Waffen, ausbaufähiger Umfang
Apropos Waffen: Ein Großteil der Knarren wurde aus dem ersten Unreal Tournament übernommen. Eine nachvollziehbare Entscheidung, gibt es am mehrläufigen Raketenwerfer, der Shock Rifle und Minigun doch wenig zu meckern. Anstelle von Shield Gun und Lightning Gun (beide aus UT 2004) greift ihr zum Impact Hammer beziehungsweise dem Scharfschützengewehr. Auch der gefürchtete Reedemer gehört zum Waffenarsenal, dessen nuklearen Sprengkopf ihr
selbst steuern dürft, gehört zum Waffenarsenal. Auf neue Schießeisen verzichtete Epic Games. Ebenfalls keine Änderungen erfahren die Power-ups. Das Shield Belt, der Damage Amplifier, das eingangs erwähnte Big Keg O' Health - kein aufsammelbarer Gegenstand, den man nicht schon aus irgendeinem UT kennt.
In der aktuellen Pre-Alpha-Phase fällt der Umfang von Unreal Tournament überschaubar aus. DM-Outpost 23 und DM-Lea sind die bislang einzigen, fertigen Karten. Weitere Maps, etwa die Neuauflagen der populärer Maps Deck 16 und Facing Worlds, sind zwar spielbar, grafisch aber noch nicht generalüberholt. Beleuchtung und Texturen sind in den Rohbauten nicht final. Altbekanntes auch bei
Quelle: Epic Games
Maps wie Facing World haben bislang keinen grafischen Neuanstrich erhalten und fallen optisch im Vergleich mit bereits fertigen Mehrspieler-Karten ab.
den Spielmodi: Derzeit stehen (Team-) Deathmatch, Capture The Flag, Duell und Showdown zur Auswahl. Die Partien können wahlweise mit Mutatoren wie Low Gravity und sofortigem Weapon Respawn gespielt werden. Besonders spaßig ist jedoch Instagib, wo jeder Treffer zum Tod führt. In Kombination mit Capture the Flag sorgt dies für reichlich Nervenkitzel. Wer einen Gegner mit Flagge kurz vor Erreichen der Heimatbasis mit einem "Glückstreffer" aus gefühlt 50 Kilometern Entfernung abfängt, wird diesen Triumph hämisch feiern!
Unreal Tournament: Einstieg leicht gemacht
Quelle: Epic Games
Hartes Training: In verschiedenen Übungsparcours erlernen und verbessern wir unsere Grundlagentechniken. Vor uns ist beispielsweise ein Trainingsgelände für die Minigun.
Übung macht bekanntermaßen den Meister. Dieser Leitspruch lässt sich auch auf Unreal Tournament übertragen. Strafe Jumps, Wall Jumps, das Timing der Power-ups und die der Situation angemessene Waffenwahl müssen gelernt sein. Um Neulinge an das Spiel heranzuführen, hat Epic Games spezielle Trainingsmissionen entworfen. In den Disziplinen "Movement", "Weapons" und "Pickups" erlernen wir zunächst die Grundlagen, um das Wissen später in den Modi Deathmatch, Team-Deathmatch, Capture the Flag und Duel in die Tat umzusetzen. Beim Waffentraining müssen wir etwa das Sekundärfeuer des Raketenwerfers verwenden, um Granaten in eine Öffnung plumpsen zu lassen und so auf keine andere Weise zu erreichende Attrappen zu zerstören. Als zusätzlicher Ansporn dienen Marken, mit denen wir belohnt werden, sobald wir eine Herausforderung meistern. Außerdem läuft bei jedem Versuch die Zeit mit.
Quelle: Epic Games
Praktisch: Eine Anzeige informiert darüber, wann der Respawn der Waffe vor uns erfolgt.
Partien gegen Bots sind in der Pre-Alpha-Version von Unreal Tournament bereits möglich. Die computergesteuerten Gegner können zwar den eigenen Fähigkeiten angepasst werden, sind im Gefecht überaus treffsicher und befördern sich mit Lift Jumps zu versteckten Power-ups. Sonderlich clever stellt sich die KI jedoch trotzdem nicht an. Stecken sie etwa viel Schaden ein, kehren einem die Bots immer den Rücken zu und treten die Flucht an. Dadurch sind aber auch leichte Beute. Außerdem hängen sie gerne mal an Objekten fest oder drehen sich zu einem bei Sichtkontakt im Schneckentempo. Für das Training reicht es jedoch allemal. Außerdem ist die KI wie nahezu alles in Unreal Tournament noch lange nicht final. Für die Zukunft plant Epic Games übrigens die Bereitstellung von Trainingsvideos. Bereits jetzt ist es möglich, Mehrspieler-Partien als Zuschauer zu folgen oder eigene Replays zu analysieren.
Unreal Tournament: Refinanzierung über Shop
Quelle: Epic Games
Offener Marktplatz: Die Community kann eigene Inhalte für Unreal Tournament in den Shop setzen und daran verdienen.
Unreal Tournament kostet euch keinen Cent: Epic Games vertreibt den Ego-Shooter mit Free2Play-Modell. Der Download ist gratis, refinanzieren soll sich UT irgendwann über Mikrotransaktionen. In der aktuellen Pre-Alpha-Build ist bereits ein Prototyp des geplanten Ingame-Shops integriert. Hier können Spieler aktuell gegen Echtgeld kosmetische Gegenstände für ihren Avatar kaufen. Später sollen Maps, Spielmodi und ganze Mods über Epics Plattform zum Download angeboten werden. Die Idee: Die Community erstellt eigene Inhalte für Unreal Tournament und bietet diese optional kostenpflichtig im Store an. Der Umsatz wird zwischen dem Content Creator und Epic Games geteilt. Soweit jedenfalls die Theorie. Wie stark sich Fans am Ende einbringen, muss sich noch zeigen. Die ersten Schritte sind jedoch getan: Die UT-Schöpfer bieten etwa die Rohfassungen ihrer Spielfiguren zum Download an. Diese lassen sich bequem in den gratis erhältlichen Unreal-Editor laden, um anschließend eigene Skins zu kreieren.
Das einzige Spiel, welches Wall-Jumps bietet und mir spontan einfällt, wäre "Titanfall"...
Wiedem auch sei, cool, dass es diese jetzt auch in UT gibt