Publisher-Check: Ubisoft - Teil 3

21
Special Sebastian Stange Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Nein, das ist nicht die Ubi-Firmenzentrale, sondern ein noch viel wichtigeres Gebäude: das Montreal-Studio. Hier arbeiten über 3.000 Mann an den wichtigsten Ubisoft-Spielen.
Quelle: PC Games

Tolle Marken, weltweite Studios und ein extrem breites Spiele-Spektrum: So tickt der französische Publisher. In den letzten Wochen und Monaten erntete Ubisoft viel Kritik, in diesem Report gingen wir dem Publisher vor dieser schweren Zeit auf dem Grund. Stand des Artikels Januar 2014.

"Wir wollten auch in Deutschland mit einem Ubisoft-Studio vor Ort sein!" – Interview mit Odile Limpach

Dass Ubisoft am liebsten mit eigenen Studios arbeitet und dafür gern auf Einkaufstour geht, spiegelt sich auch im Kauf der deutschen Spieleschmiede Blue Byte wider. Das 1988 in Mülheim an der Ruhr gegründete Studio ist vor allem durch seine Aufbaustrategie-Reihe Die Siedler bekannt, die bis heute mit ihrem einzigartigen Wuselfaktor begeistert. Rundenstrategie-Fans erinnern sich außerdem gern an Blue Bytes Battle Isle-Spiele.

Der allererste Teil von Die Siedler erschien im Sommer 1993 zunächst für Amiga und bald auch für PC. Bis heute ist der Aufbaustrategietitel prima spielbar. Ein echter Klassiker! Quelle: PC Games Der allererste Teil von Die Siedler erschien im Sommer 1993 zunächst für Amiga und bald auch für PC. Bis heute ist der Aufbaustrategietitel prima spielbar. Ein echter Klassiker! Neben Eigenentwicklungen vertrieb Blue Byte obendrein viele Fremd-Entwicklungen. Im Jahr 2001 wurde das Studio von Ubisoft gekauft und 2004 zog es nach Düsseldorf um, wo es seit 2007 auch Neuentwicklungen der Anno-Reihe übernimmt. Aktuell betreut Blue Byte Browser-Spiele zu Die Siedler, Anno und Panzer General. In den letzten Jahren wuchs die Zahl der Mitarbeiter von ca. 60 auf derzeit 250. Wir befragten Studio-Leiterin Odile Limpach zum Kauf des Studios durch Ubisoft und die Eigenheiten des französischen Publishers.

PC Games: Wie kam es damals dazu, dass sich Ubisoft entschloss, Blue Byte zu erwerben? Was sprach für diesen Deal?
Limpach: "Hier muss man zwei Gründe nennen. Erstens wollten wir auch in Deutschland mit einem eigenen Ubisoft-Studio vor Ort sein. So ein traditionsreiches Studio wie Blue Byte bot sich da an. Zweitens wollten wir damals im PC-Markt Fuß fassen. Hier helfen natürlich starke Strategiemarken wie Die Siedler."

PC Games: Inwiefern hat sich das alte Blue Byte verändert, seit es in den Ubisoft-Konzern übergegangen ist? Was wurde umgestellt, was blieb gleich – außer Name und Logo?
Limpach: "Blue Byte ist mittlerweile über 10 Jahre ein Teil von Ubisoft und hat enorm profitiert, Teil des Ubisoft-Studionetzwerks zu sein. Es wurde internationales Know-how bei Blue Byte eingeführt. Ich denke, dass damit auch insgesamt Impulse für den Entwicklungsstandort Deutschland gesetzt wurden. Geblieben sind der familiäre und kreative Spirit, den Blue Byte immer ausgezeichnet hat. Den findet man nach wie vor in allen Teams. Auch Die Siedler sind über all die Jahre eine Konstante. Das Studio ist 2004 aus dem Ruhrgebiet nach Düsseldorf umgezogen, und stark gewachsen. Related Designs gehört mit dazu und wird bald Blue Byte Mainz heißen. Darüber hinaus gibt es ein Blue-Byte-Team bei Ubisoft in Bukarest."

PC Games: Beim Besuch der Ubi-Büros in Düsseldorf, wo Blue Byte ja mittlerweile ebenfalls zu Hause ist, blieb uns nicht verborgen, dass das Studio derzeit wächst und wächst. Es herrscht emsige Betriebsamkeit. Könnt ihr uns verraten, woran derzeit gearbeitet wird, oder zumindest andeuten, in welche Richtung sich Blue Byte derzeit aufstellt?
Limpach: "Wir sind breit als Multiplattform-Studio aufgestellt und haben neben der traditionell starken PC-Entwicklung auch bereits Projekte für die Playstation oder Wii U. Unser Fokus ist momentan auf die Produktion, den Betrieb und die weltweite Vermarktung von Onlinespielen ausgerichtet. Blue Byte ist also nicht nur ein reines Entwicklungsstudio. Darüber hinaus setzen wir für die nahe Zukunft auch auf hochqualitative Mobile Games."

Nach sieben Siedler-Spielen zum Vollpreis ist Ubisoft Blue Byte nun mit dem Browserspiel Die Siedler Online sehr erfolgreich. Doch wetten, es kommt irgendwann noch ein richtiges Die Siedler 8? Quelle: PC Games Nach sieben Siedler-Spielen zum Vollpreis ist Ubisoft Blue Byte nun mit dem Browserspiel Die Siedler Online sehr erfolgreich. Doch wetten, es kommt irgendwann noch ein richtiges Die Siedler 8? PC Games: Was unterscheidet eurer Meinung nach Ubisoft von den anderen großen und kleinen Spiele­herstellern dieser Welt?
Limpach: "Zum einen setzen wir auf Eigenentwicklungen. Mittlerweile arbeiten fast 8.000 Talente in 29 Studios weltweit an unseren Games. Wir sind bei den großen Konsolenstarts seit jeher vom Start weg mit dabei, zum Teil mit ganz neuen Marken. Wir stoßen gerne auch in neue Segmente vor. Das geht nur, wenn man mit passionierten Menschen zusammenarbeitet. Wir sagen immer, wir sind eine "People Company". Es kommt auf die Kreativität und die Ideen von jedem einzelnen an. Das ist insgesamt eine Philosophie, wo man Neues ausprobieren darf und soll. Im Endeffekt fühlen wir uns den Spielern verpflichtet."

PC Games: Ganz zum Schluss die obligatorische Frage: Wann kommt ein neues Battle Isle?
Limpach: "Stimmt, diese Frage ist auch eine Kon­stante in all den Jahren [lacht]. Momentan kann ich, was rundenbasierte Strategie von Blue Byte betrifft, Panzer General Online empfehlen."

PC Games: Vielen Dank für das Gespräch!

Bildergalerie

21
  1. Seite 1 Publisher-Check: Ubisoft - Teil 1
  2. Seite 2 Publisher-Check: Ubisoft - Teil 2
  3. Seite 3 Publisher-Check: Ubisoft - Teil 3
    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von LOX-TT Mitglied
        Zitat von Wut-Gamer
        Tja, ich habe in letzter Zeit zu viel sachliche Kommentare verfasst, da musste ich auch mal wieder an meinen Ruf denken...
        achso, na dann %)
      • Von LOX-TT Mitglied
        Zitat von Wut-Gamer
        Tja, ich habe in letzter Zeit zu viel sachliche Kommentare verfasst, da musste ich auch mal wieder an meinen Ruf denken...
        achso, na dann %)
      • Von Wut-Gamer Spiele-Kenner/in
        Zitat von LOX-TT
        Immer wieder erstaunlich, aber wenn man denkt man hat das dümmste eines Kerls schon gelesen, kommt so ein geschriebener Abfall und belehrt einen, dass man falsch mit dem Gedanken lag %)
        Tja, ich habe in letzter Zeit zu viel sachliche Kommentare verfasst, da musste ich auch mal wieder an meinen Ruf denken...
      • Von Batze Mitglied
        Zitat von svd
        Verrückt, aber so ändern sich die Zeiten eben. Ich kann nur immer wieder betonen, dass jeder, der sich darüber ärgert, nicht mehr zur Zielgruppe der Publisher gehört.
        Leider hast du damit sowas von Recht.
        Aber es ist ja nicht nur im Spiele Bereich so.
        Schaut man sich z.B. das hiesige TV Programm an, muss man auch nichts mehr sagen.
        Schau man sich Übergreifend fast jede Art von verlogener psycho Werbung an (ganz schlimm ist es bei Handy Werbung und Zusatz Dienste wie eben neue Sim Karten, Handy Verträgen u.s.w.) ist es genau so.
        Und so ist es überall.
        Hat auch damit zu tun, Jugendliche sind eben leichter, viel zu leicht zu manipulieren. Da kann man noch richtig den letzten €uro herausquetschen.
      • Von HanFred Spiele-Guru
        Gegen die interaktive Karte mit Synchronisierungsoption ist sicherlich nichts einzuwenden, die ist sogar sehr praktisch. Dass man sich die Ausrüstung seinen Charakters ansehen kann, ist selbstverständlich auch in Ordnung. Ingame-Kisten, die sich nur per App öffnen lassen oder das spielen langweiliger Pseudospiele in selbiger voraussetzen, sind aber einfach nur Bullshit. Natürlich kann man auch für das Pseudospiel irgendwelche Punkte mit Echtgeld kaufen, was dann auch der Grund für die unselige Verquickung von App und Spiel wäre. So etwas muss echt nicht sein.
      • Von McDrake Mitglied
        Zitat von belakor602
        Nein danke, der ganze Smartphone schrott soll fernebleiben.
        Er muss ja nicht sein.
        Aber zum Beispiel find ichs extrem nützlich, wenn ich die Schatzkarte bei BF direkt auf dem Handy habe und nicht andauernd zwischen dem Spiel un der Karte auf dem PC umschalten muss.
        Ich hab Watchdogs noch nie am PC gespielt, sondern hab mit dem Smartphone an MP-Sessionen die Polizei dirigiert. Keine Ahnung, wie viel Spass das dem PC/Konsolenspieler gemacht hat.
        Zumindest bei jenen zwei Spielen hab ich keine negativen Kritiken gelesen, was die Anbindungen angeht.

        Unity scheint allerdings in jenem Bereich über die Stränge geschlagen zu haben. darum verstehe ich die Ablehnung ein wenig.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk